Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

RMS Titanic
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Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von RMS Titanic »

Moin Moin,

ich bin ein junger motivierter Abiturient aus NRW und ich werde im Sommer erfolgreich mein Abitur in Händen halten.

Für die Zeit nach der Schule würde ich gerne meine große Leidenschaft, das Interesse an Schiffen, in irgendeiner Weise zum Beruf machen.

Genau wie ihr bin ich seit meiner Kindheit von der Faszination von Schiffen infiziert worden. (Obwohl ich weit weg von der Küste lebe :D )

Anfangs habe ich daran gedacht, Schiffbau mit dem Ziel Schiffbauingenieur zu studieren oder stattdessen Nautik studieren mit dem Ziel Nautischer Offizier.

Ich habe mir einfach mal gedacht, mit Gleichgesinnten wie euch darüber zu diskutieren, was für Möglichkeiten ich habe.

Vielleicht habt ihr Erfahrung, standet selbst vor so einer Entscheidung oder kennt vielleicht weitere vielleicht interessante Berufe, die mich irgendwie mit Schiffen in Verbindung bringen könnten.

So, für´s erste fällt mir jetzt nichts mehr ein, also seid ihr gefragt. ;)

Danke :)
frank0265
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von frank0265 »

Erstmal "Herzlich Willkommen" in der Community mit dem schönsten Hobby überhaupt. Schön, wenn deine beruflichen Pläne ins Maritime führen. Um erste Erfahrungen diesbezüglich zu sammeln, würde ich Dir eine Reise an Bord eines Frachtschiffes empfehlen. Schnupper da ruhig mal rein...
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
heavyfuel
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von heavyfuel »

RMS Titanic hat geschrieben:Moin Moin,
Anfangs habe ich daran gedacht, Schiffbau mit dem Ziel Schiffbauingenieur zu studieren oder stattdessen Nautik studieren mit dem Ziel Nautischer Offizier.
Moin,

"irgendwas mit Schiff" ist aber doch nicht wirklich dein einziges Kriterium für die nächsten 40 Jahre deines Lebens?

"Aus dem Fenster kucken" ist doch was ganz anderes als am CAD-Rechner die Strukturbelastungen eines Rumpfes zu optimieren oder was man in den jeweiligen Berufsfeldern noch so macht.

Wo sind Deine Vorlieben, was kannst Du?

Wie Frank geschrieben hat: Fahr wenigstens mal mit
oder versuche über den VDR ein Praktikum an Bord zu bekommen VDR Praktikum
oder alternativ schau ob Du bei einer Werft oder in einem Ingenieurbüro ein Praktikum machen kannst. Vielleicht hier: Praktikum Meyer-Werft oder hier Schiffbau-Verband

Viel Erfolg!
Viele Grüße
heavyfuel

...und immer eine Handbreit
Rum im Glas...
RMS Titanic
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von RMS Titanic »

Ich weiß, zwischen zur See fahren und Schiffe bauen ist ein riesen Unterschied :D

Beides interessiert mich, aber zweiteilen kann ich mich leider nicht :(

Ich kann recht gut Seitenreisszeichnungn (2D) von Schiffen anfertigen, zumeist frei aus dem Kopf bringe ich sowas gelegentlich zu Papier :D

Ansonsten habe ich leider nicht viel mit Schiffen selbst zu tun gehabt, da ich ja nicht am Meer wohne (die nächste Küste ist 300km entfernt)
-> sonst hätte ich Segelsport oder sowas gemacht ;)

Ich weiß nicht, ob eine Kreuzfahrt mitzählt (mit der guten "alten" TSS Albatros), ansonsten konnte ich bei der Hanse Sail in Rostock einen ganzen Tag mit der "Fridjof Nansen" über die Ostsee segeln, mit der P&O Fähre von Rotterdam nach Hull (England) und regelmäßig habe ich die MeyerWerft in Papenburg besucht.
(Von den "nächstgelegenen" Wertfen ist sie die nächste mit "nur" ca. 250km Entfernung)

Mich reizen beide Berufe, aber der erste Nachteil, der mir beim Nautischen Offizier einfällt ist, dass man gut 4 Monate am Stück auf See ist, bevor man "Urlaub" hat und sein Zuhause wieder sieht (zumindest laut Auskunft einiger Reedereien), eine solch lange Fahrtzeit bedeutet nicht gerade ein erfülltes Leben neben dem Beruf. Zumindest weiß ich nicht, wie ich mir das vorstellen soll.

Vorteil ist natürlich, dass man die Welt sieht und einen sehr abwechslungsreichen Beruf hat.

Vorteil vom Schiffbauer ist natürlich, dass man direkt sieht wie vor einem das zuvor am Pc konstruierte Schiff Form annimmt. Man ist also "live" dabei wie etwas ensteht.

Mir fallen sicher noch weitere Vor-/Nachteile ein.

Natürlich gibt es viele weitere Berufe die mit Schiffen zu tun haben und mir vielleicht auf gefallen könnten.

Danke ;)
A.Schlatterer
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von A.Schlatterer »

Hallo Rms Titanic

oder besser gesagt junger Mann

Als einer der die letzten 5 Jahre mit jungen Leuten zur See fuhr, und dessen Aufgabe es war diese Herren und Damen auch auszubilden, kann ich anhand dessen was Du zu Dir selbst schreibst, nur empfehlen - Such Dir einen Praktikumsplatz (ueber den VDR) und schau in dieser Zeit in diesen Beruf hinein).
Danach wird es Dir einfacher fallen eine Entscheidung zu treffen, das kann ich Dir garantieren.
Deine Erfahrungen die Du in Deinem Schreiben aufgezaehlt hast zaehlen nicht, Seefahrt hat nichts mit Freizeit und Urlaub zu tun, rein gar nicht.
Aber um Dir nicht den Mut zu nehmen, in meinen Augen es ist einer der schoensten Berufe ueberhaupt, denn Du bist jeden Tag auf´s neue gefordert , physisch wie auch psychisch. Es wird Leistung verlangt und laesst Dir nur wenig Zeit zu"traeumen", sorry aber das muss von Anfang an klar sein.
An Frank, Du hast es bestimmt gut gemeint, aber um diesen Beruf richtig kennenzulernen genuegt es nicht "nur" mitzufahren. Ein Praktikum sollte es mindestens sein, wobei dies auch "zuckerschlecken" im Vergleich zur Realitaet sein wird. Ich spreche aus Erfahrung.
Vielleicht noch eine Aufmunterung.
Einer meiner jungen Nachbarn machte so eine Praktikumsreise ueber 10 Monate (ein Jahr vor dem Abitur),jetztsieht so aus, als wuerde ich den jungen Mann irgendwann mal als Kollegen wiedersehen.

herzliche Gruesse

A.Schlatterer
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Cornelia
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von Cornelia »

Dann gibt es noch den Beruf Schifffahrtskaufmann/Kauffrau...

Man fährt weder zur See, noch ist man im Schiffbau beschäftigt aber dennoch mit Bezug zur Seefahrt - ohne 4 Monate lang weit weit weg von zuhause zu sein :D

http://www.hk24.de/produktmarken/aus_un ... ufmann.jsp
RMS Titanic
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von RMS Titanic »

Kannst du mir einige Info´s zu diesem "Praktikum" geben?

Wie sieht so ein Praktikum aus und was muss ich mir darunter vorstellen?

Wie lange dauert es und fährt man "non stop" dann zur See oder gibt es zwischendurch "Auszeiten"?

Gibt es eine finanzielle Vergütung o.Ä.?

Danke ;)
A.Schlatterer
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von A.Schlatterer »

Hallo RMS Titanic

Tut mir leid das kann ich nicht. Auskuenfte ueber das Praktikum erteilt Dir der VDR (Verband Deutscher Reeder) Adrees findest Du bestimmt ueber Google heraus.
Ich kenne aus meiner Erfahrung heraus nur das Praktikum fuer sogenannte Ferienfahrer, das sind junge Leute die waehrend der Ferien und auch zum Teil waehrend der Schulzeit auf eier Rundreise bei uns ca. 10Wochen in den Beruf hineinschnuppern koennen (ohne Entgeld).
Andere Moeglichkeiten in den Beruf hineinzukommen nennen Dir bestimmt der VDR oder Arbeitsaemterund wenn Du auf einen netten Personalmanager triffst, die Reedereien selbst.
(Ausbildung Schiffsmechaniker, TOA, NOA) frage einfach nach. Die Heuer waehrend der Ausbildung ist recht hoch , fuer mich als "alten Hasen" sind sie zu hoch, aber selbst ich habe erkannt das man nicht nur mit einem in meinen Augen schoenen Berufsfeld Interesse erzeugen kann.

Probiere es, frag beim VDR nach dann wirst Du mehr wissen

mit Gruessenvon der Ostsee
A.Schlatterer

(P.S - Urlaubsregelung - in der Regel gilt der MTV das heisst meines Wissens bei 4 Monaten Seefahrtszeit ca. 2 1/2 Monate frei. Aber es gibt auch andere Regelungen ich z.B. die 1/1 Regelung Zeit an Bord gleiche Zeit an Land. Dies ist verbunden mit einer Heuerreduzierung aber fuer mich selbst mit ein Grund diesen beruf bis zur Rente weiteraus zu ueben (ich habe noch 16 Jahre vor mir)
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heavyfuel
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von heavyfuel »

RMS Titanic hat geschrieben:Kannst du mir einige Info´s zu diesem "Praktikum" geben?

Wie sieht so ein Praktikum aus und was muss ich mir darunter vorstellen?

Wie lange dauert es und fährt man "non stop" dann zur See oder gibt es zwischendurch "Auszeiten"?

Gibt es eine finanzielle Vergütung o.Ä.?

Danke ;)
Moin,

in den hellblau unterlegten anklickbaren links in meiner vorherigen Antwort landest Du u.a. auch beim VDR. Dort gibt es neben weiteren Infos diesen "Elternbrief" zum Thema Praktikum:

http://www.reederverband.de/files/image ... nbrief.pdf

Leider findet sich dort kein Hinweis zum Thema Vergütung. Ich würde mal unterstellen: Du brauchst nichts für Essen, Trinken, Unterkunft zu bezahlen. - Aber ich weiß es nicht genau.

Mich reizen beide Berufe, aber der erste Nachteil, der mir beim Nautischen Offizier einfällt ist, dass man gut 4 Monate am Stück auf See ist, bevor man "Urlaub" hat und sein Zuhause wieder sieht (zumindest laut Auskunft einiger Reedereien), eine solch lange Fahrtzeit bedeutet nicht gerade ein erfülltes Leben neben dem Beruf. Zumindest weiß ich nicht, wie ich mir das vorstellen soll.

Vorteil ist natürlich, dass man die Welt sieht und einen sehr abwechslungsreichen Beruf hat.
Ich war noch nie im Knast aber ich vermute: An Bord arbeiten könnte ähnlich sein , nur daß du nicht bewacht wirst. Wozu auch?
Du gehst als Nautischer Offizier zur 4 oder 6 Stunden "zur Arbeit", dann hast Du frei, kannst Fernsehen oder lesen oder Musik hören oder dich mit deinen Kollegen unterhalten ( kannst du eigentlich gut englisch?) essen und schlafen und dann gehst du wieder zur Arbeit. Zusätzlich zur Wache kommen noch Überstunden dazu, bedingt durch ein-und auslaufen und verholen. 7 Tage die Woche, je nach Einsatz und Reederei 3 Monate lang und länger.

Als Praktikant wirst Du vermutlich im Tagesdienst eingesetzt werden, das heißt du nimmst nicht am Wachdienst teil und vielleicht kannst Du ein paar Stunden Landgang bekommen.

Das mit der Welt sehen ist so eine Sache: Wenn du Linie fährst sind es immer die selben Häfen. Und ob der Fahrplan Landgang hergibt ist auch fraglich.
Bei Projektladung oder in der Trampfahrt ist zumindest diese Chance eher gegeben.

Eine Möglichkeit, der Einsamkeit zu entkommen ist die Arbeit auf einem Passagierschiff. Durch die große Crew gibt es immer jemand, mit dem du dich privat unterhalten kannst und die Chance an Land zu kommen ist größer.

Grüße
Viele Grüße
heavyfuel

...und immer eine Handbreit
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Fritz
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Registriert: So 2. Mär 2008, 13:19

Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von Fritz »

Hallo,

in Stichworten einige Gedanke dazu.

Bin selber gefahren, Maschine (CJ), Frachter, Passagierschiffe (Hanseatic, Hamburg), lange her, 1976 letzte Reise. Danach erneut Studium (Uni) und Tätigkeit an Land. Ich habe also keine besonders aktuellen Informationen oder Kenntnisse.

Schiffbau ist eher ein Konstruktionsjob mit interessanten Einsätzen außerhalb des Büros. Hat Schiffbau in Deutschland eine Perspektive? Ist man vielleicht für seinen Arbeitgeber auch viel im Ausland? Forschung und Entwicklung können aber auch sehr spannend sein.
Neben dieser Schiffbau-Richtung ist natürlich auch allgemeiner Maschinenbau mit Schwerpunktbildung Verbrennungskraftmaschinen oder auch Elektrotechnik mit maritimer Schwerpunktbildung eine Alternative. Ein Schiffbauing baut nicht vorwiegend den Motor fürs Schiff, baut nicht den ganzen Antriebsstrang, nicht die Steuerungstechnik, nicht die Stromversorgung, er baut eher die Hülle.

Ich würde zur See fahren (mir hat das im Nachhinein sehr gut gefallen, möchte es nicht missen, freue mich aber auch darüber,dass ich heute nicht mehr fahren muss). Nautik oder Maschine ist vermutlich nicht so wichtig. Nicht wenige finden nach einigen Berufsjahren ihren Job an Land, bringen dort ihre Erfahrung und ihr Wissen ein. Die Perspektive bis 67 zur See zu fahren ist eher unrealistisch, daher auch die Urlaubsregelung (Dienst, zu Hause) nicht so entscheidend. Lange Fahrenszeit (doch bis zur Rente?) verändert aber auch die Persönlichkeit.

Gruß


Fritz
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