Unter anderem erfuhren wir, dass "Kontio" dort in Bereitschaft als Ölbekämpfungsschiff für die EMSA (European Maritime Safety Agency) für das gesamte Baltikum liegt. Die Reederei "Arctia" plant, auch die anderen Eisbrecher zusätzlich als Ölbekämpfungsschiffe auszurüsten.
Auf jedem Schiff werden im Sommer 6 Wochen lang Wartungsarbeiten durchgeführt, es wird in den üblichn Schichten an Bord gearbeitet und es werden alle Wartungsarbeiten durchgeführt. Jedes Schiff ist dafür im Sommer ganze 4 Wochen "geschlossen", aber nur eines zur selben Zeit.





Wir gingen an Bord, durch einen Gang, nach oben auf die Brücke. Uns wurden die Besonderheiten des Schiffs erklärt, welche ihr natürlich auch hier nachlesen könnt http://en.wikipedia.org/wiki/Atle-class_icebreaker und hier http://www.arctia.fi/en_urho Im Winter wird an Bord zudem außer mit den üblichen elektronischen Seekarten und Eiskarten mit einer Satelliteneiskarte gearbeitet, welche die aktuelle Position aller Schiffe in der Umgebung sowie die Eisverhältnisse zeigt.










Natürlich wurden die diversen Pläne etc. an den Wänden alle fotografiert. Zum genaueren Ansehen dieser war leider keine Zeit, diese rannte nämlich schon bald, nachdem wir an Bord waren.




Weiter ging es, von der Brücke wieder in den Flur. Wir bekamen das Schiffsbüro zu sehen, in dem aller Papierkram erledigt wurde, welcher an Bord so anfiel, Bestellung von Ersatzteilen, Proviant, etc. sowie durfen wir in eine unbewohnte "Extrakammer" gucken, welche für eine Kammer auf einem Arbeitsschiff einen sehr komfortablen Eindruck machte, wenn auch die Farben der 70'er Jahre, zu denen das Schiff gebaut wurde, überall noch dominieren.

Das Schiff ist nach dem ehemaligen finnischen Präsidenten "Urho Kekkonen" bekannt und unter dem Bild desselbigen ist ein Gästebuch für prominente Gäste bereit gehalten (da gehörten wir natürlich NICHT dazu).
Dies hat den Hintergrund, dass der Konferenzraum an Bord des Schiffes auch bei Staatsbesuchen etc. genutzt wurde. Zur heutigen Zeit kann dafür jeder diesen Raum anmieten für Konferenzen, Feierlichkeiten etc., was auch auf der Website der Reederei "Arctia" beworben wird. http://www.arctia.fi/events (aber nur auf Finnisch auf der Seite, in der englischen Version ist hier leider nichts zu lesen), aber übersetzt kommt dabei jedenfalls ungefähr folgendes heraus:
"Konferenz-und Banketträume auf dem Eisbrecher, sowie Führungen und Gerichte für mehr als 15 Personen.
Der Eisbrecher Urho und Sisu besitzt tatsächlich beeindruckende Konferenz-und Banketträume nahe der Innenstadt von Helsinki, Katajanokka.
Besuch Saison: 13.5. - 28.6. und 5.8. - 29.11.
Die 'Köche des Schiffs bieten köstliche Menüs der weltweit eisbedeckten Meere
wie der Arktis bis zum Bottnischen Meerbusen - überall wo unser Schiff arbeitet.
Ein Besuch auf dem Eisbrecher, ist ein unvergessliches Erlebnis!"
Es gibt auch natürlich zwei Saunen, die Messe (eine für Offiziere, eine für die Mannschaft) sowie eine Bibliothek, einen Fitnessraum und einen Swimmingpool natürlich UNTER Deck










Danach ging es in den Maschinenraum, wir waren nur im vordersten Bereich, d. h. in dem Bereich für die vorderen beiden Schiffsschrauben, wo etliche Leute fleissig dabei waren, diverse Dinge zu reparieren/zu warten. Auf dem letzten Bild ist ein Teil der Anlage zu sehen, mit welcher es möglich ist, Wasser von einem Tank auf einer Seite des Schiffs in einen auf der anderen Seite des Schiffs zu pumpen, um das Schiff in Bewegung zu bringen, falls es sich im Eis festgefahren hat.









Weiter ging es, wieder nach oben - und der Konferenzraum, welcher nun mittlerweile nicht mehr belegt war, konnte durch uns besichtigt werden. Moderne Kunst gibt es auch, wie man sieht.



Danach ging es nach draussen, wir konnten noch die große Schleppwinde besichtigen, welche zum Schleppen von Schiffen benutzt wird, und dann war unsere Tour auch schon zu Ende. Es war eine informative Stunde über einen Schiffstyp, den man sonst allenfalls nur von außen oder aus großer Entfernung zu Gesicht bekommt.




Unter anderem haben wir noch erfahren, dass "Voima" verkauft werden soll oder evtl. verschrottet und "Arctia" dafür einen neuen, konventionellen Eisbrecher bauen lässt (also kein Multifunktionsschiff wie "Nordica" etc.).
Viele Grüße,
Cornelia