diese Berichte kommen mit etwas zeitlicher Verspätung, ich hoffe, sie stoßen dennoch auf Interesse.
Nach kurzzeitig gereizter Stimmung aufgrund der allseits bekannten Situation sah ich vom Schreiben dieser Berichte ab.
Da die Gemüter nach meinem Eindruck sich aber wieder beruhigt haben, schreibe ich doch etwas.
Schließlich kann ich es nicht lassen, diese Reisen nachzubereiten und hier zu dokumentieren…

Sollten erneut hitzige Diskussionen aufkommen, werde ich den Reisebericht ohne Wenn und Aber wieder löschen.
Ich bitte daher vorab um Disziplin, vielen Dank.
Ich werde zwei Teile schreiben – der erste Teil stammt von einer Kurzseereise nach Malmö im Juli 2020, der zweite (im zweiten Beitrag) vom letzten September-Wochenende über meinen Geburtstag.
TEIL 1 – Kurzreise nach Malmö, 17.-19.07.20
Nachdem 5 Wochen Reisewarnung und Quarantäne-Vorschrift für Rückkehrer nach Deutschland aus Schweden bestand, wurde aufgrund der sich kontinuierlich entspannenden Lage in Schweden die Reisewarnung für Schweden zum 14.07.20 aufgehoben. Bei der Rückkehr aus Schweden nach Deutschland war Quarantäne nicht mehr vorgeschrieben. Was für eine Erleichterung!
So zögerte ich nicht lange, und baute mir umgehend eine kurze Ausflucht in mein geliebtes Malmö in Südschweden zusammen:
-17.07.: Geifswald-Rostock mit dem Zug; 22:15-05:00 Rostock-Trelleborg mit der Robin Hood (TT-Line)
-18.07.: ein ganzer Tag in Malmö, Übernachtung im STF City Hostel
-19.07.: Rückkehr; 07:30-13:30 Trelleborg-Rostock mit der Huckleberry Finn (TT-Line); kurzer Aufenthalt in Rostock, abends Rückkehr mit dem FlixBus nach Greifswald
17.07. – auf geht’s…
Gegen frühen Abend brachte mich der nächstbeste Zug über Stralsund und Rostock HBF bis zum Seehafen, wo ich, so meine ich, gegen 20:30 etwa ankam.
Da ich im Eifer meiner Buchung ganz vergessen hatte, mir für die Hinfahrt einen Pullman-Sessel zu buchen, holte ich dies im Fährterminal nach.
So kam ich in Genuss meines Wertpapiers, auch Fährticket nach Schweden genannt.
Normalerweise bin ich kein großer Freund von Nachtfahrten, für meine Reisepläne war dies aber nicht anders machbar.
Zum Glück sind im Hochsommer die Tage lang – folglich ließ sich die Ausfahrt 22:15 im Sonnenuntergang bestaunen, und das Einlaufen am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang.
An Bord fühlte ich mich sofort willkommen – als ich an der Rezeption die Zugangskarte für den Raum mit den Pullman-Sessel abholte, meinte eine Mitarbeiterin: „Ach Herr xx, sie kennen sich hier an Bord ja schon aus!“ So ist es!

Erstmalig konnte ich dabei mit eigenen Augen die „Copenhagen“ mit ihrem neuen Flettner-Rotor sehen.
Außerdem legte die „Skåne“ vom Konkurrenten Stena Line zeitglich mit uns ab – bei dem geringen Abstand zueinander hätten wir ihren Passagieren ein Bier reichen können…

Die Ausfahrt in der Abenddämmerung war ein Genuss.




Gegen 23:00 etwa bezog ich meinen Pullman-Sessel im dafür vorgesehen Raum: Gemütlich ist anders, aber ein bisschen Schlaf bekam ich – und wie ich mich kenne: Ich werde nächsten Tag eh so energiegeladen sein, dass ich nicht viel Schlaf brauche. Ich möchte doch jeden Moment meiner Schweden- und Fährtour mitbekommen.
18.07. – Shipspotting in Trelleborg, sowie ein ganzer Tag in Malmö
Auf 04:10 etwa hatte ich meinen Wecker gestellt, von allein wurde ich gegen 04:05 wach – viel und tiefen Schlaf gab’s die Nacht ohnehin nicht, nachts lief ich sogar mal das Deck ab.
Dort ging es übrigens auch hin, nachdem ich aufgewacht war und mir meinen ersten Morgenkaffee geholt hatte.
Der Tag fängt ja toll an – die Anfahrt auf Trelleborg in der morgendlichen Dämmerung war sehr reizvoll.



Beim Einlaufen in Trelleborg erwartete uns bereits die „Gryf“ von Unity Line, die „Skåne“ war in weiterer Entfernung hinter uns zu sehen, und drehte hinter uns, währenddem wir um 05:00 schon eingelaufen waren.
Nach kurzer Wartezeit ging’s von Bord, Ziel erreicht. Ich bin wieder hier, in meinem Revier!
Zunächst ging’s zum Aussichtspunkt „Utkiken“ in Trelleborg, der einen Panoramablick auf den Hafen, die Ostsee und die Fähren bietet.
Der 30-minütige Weg dorthin geht teilweise sehr schön an der Küste entlang, ein paar Angler versammelten sich hier.
Auf dem Radar standen die auslaufende „Robin Hood“ nach Klaipeda, die „Skåne“ nach Rostock und drei einlaufende TT-Line-Fähren („Nils Dacke“, „Peter Pan“, „Tom Sawyer“) – das sollte einen Shipspotter wie mich doch zufrieden stellen.






Nach diesem Shipspotting-Erlebnis, wo ich die morgendliche Sonne und die feine Seeluft einatmete, machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Trelleborgs, um mit dem „Pågatåget“ nach Malmö zu fahren – diese 35-minütige Fahrt nach Malmö ist für mich fast schon eine Art Ritual oder ein nach Hause kommen. Dazu hole ich mir, wie immer, am Bahnhofskiosk der Kette „Pressbyrån“ eine Zimtschnecke und Kaffee. Dabei genieße ich die Zugfahrt.
Angekommen in Malmö, nach dem Check-In im Hostel, schnappte ich mir sofort einen meiner geliebten E-Scooter, um mich auf den Weg an den Öresund zu machen. Ab an die „Sundspromenaden“ in der Nähe des „Scaniaparken“ und „Ribersborgstrand“ – von hier aus bieten sich meine geliebten Blicke auf den Öresund, die Kopenhagener Skyline und die Öresundbrücke – was will man mehr, gerade bei dem Wetter?


Das dachten sich am frühen Morgen wohl auch ein paar Einheimische, die am Wasser entspannten und badeten.
Sonst befand sich Malmö an diesem Samstagmorgen weitestgehend noch im Schlaf – gut so, denn so war es angenehm leer, und ich konnte in angenehmer Ruhe mir im „Espresso House“ meine Kannelbullar mit Kaffee schmecken lassen – so etwas brauche ich in Schweden einfach.
Schließlich lief ich die Promenade am Wasser entlang, um gegen 10:00 dem Auslaufen der „Finntrader“ beizuwohnen. Die gegen 11:30 einlaufende „Finnpartner“ passte ich aber auch noch ab.


Hiernach genoss ich das sommerliche Malmö – ich stattete dem „Malmöhuset“ im Schlosspark zumindest von außen einen Besuch ab, außerdem genoss ich den Blick auf die schönen Kanäle, die Malmö durchziehen. Immer wieder aber zog es mich am Ende zum Öresund, dort konnte ich stundenlang bis in den Abend verweilen.



Zwischenzeitlich sah ich noch ein paar Wakeboard-Fahrern an der Wasserski-Anlage zu, ebenso wie anderen Wassersportlern, die diesen warmen Sommertag zum Segeln, Jetski-Fahrern und co. nutzten.


Gegen 13:30 beobachtete ich noch das Auslaufen der „Finnpartner“ nach Travemünde, ansonsten spannte ich den wohl halben Tag auf der riesigen Wiesenfläche am Öresund aus – ein schattiges Plätzchen unter einem Baum konnte ich finden.



Zum Glück vergaß ich die Zeit nicht komplett, denn 19:00 passierte die „Europalink“ die Öresundbrücke, 20:00 sollte sie in Malmö festmachen.
So konnte ich gegen 19:40 ihr Einlaufen im Hafen bestaunen.


Danach drehte ich wieder meine Runden im „Scaniaparken“ und der Promenade – hier wurde ersichtlich, wie toll Malmö im Sommer ist: die riesigen Rasenflächen laden zum Grillen, Entspannen und geselligem Zusammensein ein, was einige Leute auch taten.


Ich genoss die abendlichen Ausblicke auf die See, machte mich gegen Abend aber auf den Weg ins Hostel, und schoss ein paar Fotos der abendlichen Innenstadt.



Zu spät ins Bett sollte ich heute nicht gehen, schließlich stand für morgen wieder das Aufstehen gegen 05:00 an.
19.07. – Rückkehr
05:00 aufstehen, um 05:53 den Zug von der Station „Triangeln“ ganz in der Nähe des Hostels zu nehmen – Ziel: Trelleborg. Von dort aus startete um 07:30 die „Huckleberry Finn“ zurück nach Rostock, wo wir 13:30 ankamen. Die sonnigen Bedingungen versprachen eine genüssliche Überfahrt.
Auf diese freute ich mich sehr, zumal ich die beiden ältesten Einheiten von TT-Line eh sehr gern mag. Mögen sie bitte eine Zeit lang noch der Reederei erhalten bleiben!


Zunächst frühstückte ich in der Caféteria, danach suchte mir auf den großzügigen Decks einen schönen Platz, um die Fahrt zu genießen – natürlich machte ich allerhand Rundgänge über die Decks, um z. B. die „Peter Pan“ zu fotografieren – sie begegnete uns kurz vor Trellborg.

Allmählich kamen die Kreidefelsen von Møn zum Vorschein, sie sind immer wieder ein schönes Fotomotiv.
Um mir die ohnehin sehr genussvolle Überfahrt zu versüßen, holte ich mir an Bord des Schiffes noch eine schwedische „Fika“ – ein Kaffeegedeck mit Zimtschnecke, Haferkeksen, Pfefferminzbonbons und einer Tasse Kaffee – wieder so ein Ritual auf meinen Schweden-Schiffsreisen, das nicht fehlen darf!


Allmählich erreichten wir de deutsche Ostseeküste, u. A. mit Blick auf Ahrenshoop – von hier aus schaute ich letzte Woche noch sehnsüchtig auf die Fähren von und nach Schweden. Nun bin ich selbst wieder auf einer!
Kurz vor Rostock konnte ich die Gedser-Fähren ausmachen, die sich begegneten, sowie die „Skåne“, die sich auf den Weg nach Trelleborg machte. Zum Sonntagsfahrplan fährt sie erst mittags ab Rostock ab.


Daraufhin liefen wir in Warnemünde ein, die Strandtouristen genossen diesen warmen Sommertag genauso wie wir Fährpassagiere.



Die Einfahrt über den Seekanal bis zum Seehafen Rostock ist immer wieder schön, einziger Wehrmutstopfen: Der Schriftzug „Wish you were here“ am Warnemünder Cruise Center, den ich vollends teile. Für die Kreuzfahrtbranche könnte dieses Jahr wohl nicht schwärzer sein.
Auch ich als Kreuzfahrtliebhaber war von einer Kreuzfahrt-Stornierung dieses Jahr betroffen.
So Leid es mir für all die Reedereien tut, dass dieses Jahr ein Betrieb kaum möglich ist – ich stehe dieser Branche dennoch allmählich kritisch gegenüber, nicht alle Entwicklungen sehe ich dort als positiv an.
Vor dem Baudock der Rostocker „Neptun Werft“ liegen die aufgelegte „Bremen“, im Bau befindliche Flusskreuzfahrtschiffe für die Reederei „Viking River Crusies“ sind dort aber auch zu sehen.


Gegen 13:30 legten wir in Rostock an, die Einreise nach Deutschland verlief reibungslos.
Einen Iraker, der in Schweden aufgewachsen ist und lebt, lernte ich an Bord kennen.
Er fragte mich auf Schwedisch nach den nächsten geeigneten Verbindungen zum HBF Rostock, und nach deutschlandweiten Zugverbindungen. Auf Schwedisch konnte ich ihm erklären, wie wir zum Bahnhof kommen.
Im Rostocker HBF konnte ich ihm behilflich sein, eine Zugverbindung ins Saarland zu buchen – auf Schwedisch führte ich ihn über den Bahnhof, trank mit ihm dort einen Kaffee und zeigte ihm seinen Bahnsteig. Leider hat sich der Kontakt zwischen uns im Sande verlaufen.
Sehen wir das Positive: Ich war richtig froh, wie gut nach zwei Monaten meine Schwedisch-Kenntnisse schon waren, die Motivation, diese zu vertiefen, ist also definitiv da.
Abends, gegen 18:30 brachte mich der FlixBus nach Greifswald zurück, Ankunft dort war um 19:40. Zufrieden über meine kleine Auszeit in Schweden mit viel Shipspotting, trat ich die Rückreise an.
Zu Hause angekommen, lud die Bilder auf den Laptop, und teilte meine Shipspotting-Ausbeute gleich mit Gleichgesinnten.
Die Vorfreude auf die zwei Wochen Schweden-Sommerurlaub in knapp zwei Wochen wurde definitiv gesteigert.
Der erste Teil des Berichtes ist hiermit zu Ende.
Im nächsten Beitrag folgt der Reisebericht über meinen Geburtstags-Trip.