Die Reise ging vom 16.-20 August mit Finnlines von Travemünde nach Helsinki, wo wir 3 Übernachtungen hatten, dies relativ günstig, im luxuriösen Seurahuone-Hotel, dank eines Paketangebots einer Lübecker Reiseagentur.
Wir fuhren am 15. August abends mit der Bahn nach Travemünde, checkten um ca. 22.00 ein, gingen um ca. 23.00 an Bord der "Finnstar", welche um 03.00 ablegte. Somit war es natürlich nicht möglich, die Abfahrt zu genießen aber immerhin, man wacht auf und hat einen ganzen schönen Seetag vor sich.
Die "Finnstar" ist innen und auch sonst völlig gleich wie die anderen Schiffe der Klasse, zumindest die "Finnmaid" und "Finnlady". Eigentlich schade, so hat man das Gefühl, immer mit demselben Schiff zu fahren. Es gibt nur ein Restaurant an Bord, sowie ein Cafe und einen Getränkeautomaten. Wir hatten Vollpension gebucht, d. h. es gab Brunch und Abendessen. Ein Grund um Auszuschlafen und das Frühstück so lange auszudehnen, dass es auch bis zum Abendessen reicht. Das Buffet kann sich sehen lassen, ist reichhaltig und ich würde es als gehobene finnische Hausmannskost beschreiben. Softdrinks und Kaffee sind inklusive, vor allem Fisch und Garnelen gab es in sehr vielen Variationen.
Im Gegensatz zu den älteren Finnlines-Schiffen gibt es an Bord der Star-Klasse jede Menge Platz an Deck, d. h. auch bei relativ ausgebuchtem Schiff findet jeder einen ruhigen Platz, die Kinder fanden das toll zum Fangen spielen und der Seewind trug das Geschrei von wegen aufgeschlagene Knie auch ganz schnell in die andere Richtung davon. Es gab genügend Liegestühle sowie feste Bänke mit Tischen, so dass immer irgendwo Platz war.
Abends in der Bar Navigare haben wir uns jeweils ein Gläschen Lakritzeschnaps gegönnt "Salmiakki kossu" nennen die das, mehr war auch nicht drin und das nicht, weil das Zeug so stark wäre sondern weil einem sonst von dem Preis schwindlig würde. Wir hatten schon gesagt, das nächste Mal eigene Trinkerei mitbringen, dann tut es nicht so weh im Geldbeutel, obwohl die Preise im Vergleich zu an Land an Bord wirklich noch moderat sind.










Ankunft am Morgen war gegen 09.00, nachdem wir ausgiebig und in aller Ruhe gefrühstückt hatten. Als Fusspassagier wurde man mit dem Finnlines-Bus von Bord gebracht, auf die selbe Weise kamen wir übrigens in Travemünde auch an Bord.
Helsinki hat ein gut ausgebautes Bus- und Metro-Netz, so sind wir mit Bus und Metro Richtung Bahnhof gefahren, unser Hotel lag gleich gegenüber auf der anderen Seite. Eine Unterkunft in ruhiger Lage am Wasser wäre uns lieber gewesen, leider war da nichts zu machen. Die 3 Hotelübernachtungen kosteten uns 50 Euro pro Nacht, inklusive Frühstück, da konnte selbst das Eurohostel nicht mithalten.
Das Hotel Seurahuone ist das erste Hotel Finnlands, es ist in einem wunderschönen Jugendstil gehalten und macht auf den ersten Blick einen luxuriösen Eindruck. Im Zimmer selber sah es allerdings dann schon sehr verwohnt aus, war aber sauber. Leider hatten wir echt Pech mit den Zimmern, im ersten ging die Klospülung kaputt, im zweiten die Lüftung im Bad und es stank im ganzen Raum fürchterlich nach WC, sowie fiel die Gardinenstange bald herunter. Im dritten Zimmer hatten wir dann Glück und alles passte.
Mit Ruhe war aber leider nichts, zumindest sobald man das Fenster öffnete. Stetiger Bus- Tram- und Taxiverkehr rund um die Uhr, dafür konnte man stundenlang am Fenster hängen und dem Treiben auf dem Bahnhofsvorplatz zuschauen.
Wir hatten eigentlich erwartet, dass das Hotel, für den Anspruch den es hat (regulärer Buchungspreis 160 Euro pro Übernachtung) doch immerhin seine sanitären Installationen im Griff haben sollte. Die Dame an der Rezeption meinte, es ist nichts neues, das Gebäude ist sehr alt.. Da machte nur der Jugendstil-Charme einiges wieder wett












Wir hatten nun 3 Tage für uns, in denen wir Helsinki und Umgebung besichtigen konnten. Einerseits war das nicht so viel Zeit, andererseits konnten wir uns doch einiges vornehmen, aber auch einige Ruhezeiten einplanen (man will ja nicht nur herumhetzen im Urlaub).
Auf dem Programm standen zuerst auf jeden Fall der Marktplatz am Hafen, wo u.a. Kartoffeln etc. vom Boot aus verkauft wurden, sowie allerlei Krimskrams, Fisch, Obst und Gemüse. Das Obst haben wir uns aber wohlweislich verkniffen. Heidelbeeren kosten 500 g ca. 6 Euro, bei Erdbeeren, Himbeeren etc. sieht es nicht viel besser aus. Zuerst hatten wir uns geärgert über die Preise, beim genaueren Hinsehen bemerkten wir aber, dass dieses alles importiert waren. Die Heidelbeeren u.a. aus Deutschland. Da sind wir für den süssen Geschmack doch lieber auf Vanilleeiskrem ausgewichen.
Zuerst hatten wir eine Fahrt mit dem 100 jährigen Passagierschiff J.L. Runeberg von Helsinki nach Porvoo geplant, haben dies aber zugunsten Suomenlinna dann aber bleiben lassen, was auch finanzielle Gründe hatte, zudem das Wetter etwas unbeständig war. Wir hatten uns eine Tageskarte für den gesamten öffentlichen Nahverkehr gekauft und die Fähre nach Suomenlinna ist mit eingeschlossen.
Die Fähre welche wir benutzten "Suokki" war aber auch nicht gerade ein Neubau, sondern von VALMET, Bj. 1952.
Wir hatten einen ganzen Nachmittag lang Zeit, die alten Festungsanlagen und alten militärischen Gebäude der Insel zu besichtigen und die Natur dort zu genießen und die Stimmung am Wasser.














Am Montag hatten wir für 15.00 Nachmittag eine Besichtigung des Eisbrechers "Urho" organisiert, der Dank hierfür geht an Frau Pia Broumand und den 1. Offizier des Schiffs Herrn Tapio Tammento. Hierfür gibts aber einen gesonderten Bericht, sonst wird dieser hier zu lang

Vorher fuhren wir aber nochmals zum Hafen in Hietalahti, von wo aus die Fähren nach Tallinn und St. Petersburg verkehren und die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen.
Wir waren am Tag zuvor schon da, aber nur kurz und u.a. war auch die ehemalige "Pride of Bilbao", ex. "Olympia" da, welche nun für St. Peter Lines nach St. Petersburg als "Princess Anastasia" fährt. Ich habe mich riesig gefreut, diese ehemalige Viking-Line Fähre wieder zu sehen an ihrem ursprünglichen Ort. Am nächsten Tag war dafür die ehemalige "Finlandia" der Silja Line da, welche ich noch als "Queen of Scandinavia" für DFDS kannte.






Ein Abstecher in den Segelhafen von Helsinki stand auch auf dem Programm, nicht alle Schiffe waren alt.. manche sahen nur so aus, trotzdem war es ein schöner Anblick, einen ganzen Hafen voller traditioneller Segelschiffe zu sehen.





Am 20. August gegen späten Nachmittag ging es dann wieder zurück, diesmal an Bord der "Finnmaid". Wir bekamen eine Kabine auf Deck 7, welche leider völlig verdreckt war, mit Spritzern von etwas Undefinierbarem an der Wand sowie Gebell von benachbarten Hunden. Eine nette Anfrage an der Info nach einer anderen Kabine brachte Abhilfe und diese war dann auch in Ordnung. Schon im Januar fiel uns auf, dass Finnlines wohl... am Reinigungspersonal spart, bzw. die Reinigungsfirma einen auf Schnellschnell macht, statt die Kabinen gründlich zu reinigen. So etwas kannte ich von früher eigentlich nicht, zumal dort die Schiffe noch teilweise eigenes Reinigungspersonal an Bord hatten.
Die Reise war zwar eine ganze Woche lang, die Zeit flog jedoch dahin und wir hatten auch sehr viel Glück mit dem Wetter. Wir kamen abends um 09.00 an, konnten aber erst nach 22.00 von Bord gehen. Wir hatten vorher eine Übernachtung im Hotel Stadt Lübeck gebucht, für Fälle einer Anreise außerhalb der Rezeptionszeiten gibt es einen Code für die Schlüsselbox. So sind wir mit dem Bus direkt zum Hotel in Bahnhofsnähe gefahren und am nächsten Tag ging es auch schon wieder zurück Richtung Drochtersen.
Ich hoffe, ihr habt den Reisebericht gerne gelesen und ich habe hoffentlich auch nichts Wichtiges weggelassen. Falls doch, macht mich einfach drauf aufmerksam, es wird dann nachgereicht
















Die nächste Reise kommt bestimmt, auf dem Heimweg haben wir spekuliert, dass man ja auch mal im Februar nach St. Petersburg fahren könnte.. für Eis ist dann sicherlich nicht nur am Buffet gesorgt



