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Februar 2026: Eisfahrten durch die Pommersche Bucht

Verfasst: Fr 20. Feb 2026, 21:43
von Johannes7
Nabend zusammen,

der Blick auf die Eiskarten der deutschen Ostseeküsten ließ in mir die Idee aufkommen, zwei Eisfahrten zu unternehmen.
Ich meine, wann hatte man in der näheren Vergangenheit die Möglichkeit dazu?

So wurden wieder Fahrtzeiten abgeglichen und Fähren gebucht.
Ursprünglich sollte die Rückfahrt ab Ystad mit der VARSOVIA erfolgen, sodass ich den ganzen Folgetag an Land hätte nutzen können.
Doch wegen zu viel Eisgang wurden einpaar Abfahrten gestrichen, was zur Folge hatte, dass ich spontan umbuchen musste.

Der neue Rückreiseplan sollte rückblickend betrachtet sogar wirklich besser gewesen sein.
Nun aber los!

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~ ~ ~ Tag 1/2 ~ ~ ~

In aller Herrgottsfrühe ging es mit dem Zug ab Berlin mit Umstieg in Angermünde ...

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… Pasewalk, …

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… wo augenscheinlich die Zeit stehen geblieben ist, ...

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… bis nach Stettin. Hier hatte ich planmäßig circa eine Stunde Zeit, …

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… bis es mit dem nächsten Zug …

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… nach Swinemünde ging. Der Hafenbahnhof „Port“ befindet sich direkt gegenüber des Fährgebäudes.

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Nach der Anmeldung bei Unity Line wurde ich im Wartebereich auf dieses bereits historische Bild aufmerksam.

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Zügig erfolgte die Pass- und Fahrscheinkontrolle und ohne lange warten zu müssen, …

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… schritt ich durch den Gang, der gefühlt in die Ewigkeit reichte, bis zum Einstieg der POLONIA.

~ ~ ~ Strecke: Świnoujście – Ystad ~ ~ ~
~ ~ ~ über: direkt ~ ~ ~
~ ~ ~ Schiff: POLONIA (1995) ~ ~ ~


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Eine Aussenkabine durfte es diesmal sein.

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Pünktlich wurde abgelegt.

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Blick auf die Schlepper-Parade zusammen mit der EPSILON am linken Swineufer.

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So durfte ich gleich zwei …

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… Visentini-Dampfer digitalisieren.

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Am rechten Swineufer kam der Leuchtturm von 1857 in Sicht [https://www.swinemuende.eu/die-stadt/der-leuchtturm].

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So begann sich die POLONIA ihren Weg durchs Eis …

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… zu bahnen.

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Ich muss doch wirklich anmerken, dass ich das so und in dieser Form, noch nie erleben durfte.

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Wir hatten die ersten rund 5 Seemeilen (9 Kilometer) geschafft.

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Weiter draussen lag die WICKO (IMO: 9393474), die später über Göteborg nach Lissabon gehen sollte.

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Mit der Zeit …

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… kamen wir frei. Nun war nahezu alles gesehen.

So war Zeit um sich etwas auf dem Schiff umzusehen. Nach einem Besuch des Bordshops gab es zunächst eine Mahlzeit.
Ich glaube, dass meine erste Reise mit der POLONIA 2014 gewesen sein muss. Allerdings waren es bis zu dieser Reise immer nur Nachtfahrten.

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Die erste Hälfte des Tages forderte ihren Tribut. Nach einem Blick nach Rügen legte ich mich erstmal zu Ruhe.

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Ystad kam pünktlich in Sicht!

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Über die Gangway und die Fußgängerbrücke ging es flinken Fußes zum Bahnhof.
In einem Zeitfenster von rund 30 Minuten ließ sich das bewerkstelligen und der Bahnhof lag halt in guter Sichtweite.
Dort löste ich mir noch rasch einen Fahrschein (nur Kartenzahlung) nach Trelleborg über Malmö.

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Ein letzter, flüchtiger Blick zwischen den Triebwagen zur POLONIA durfte nicht fehlen.

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In Malmö hatte ich rund eine halbe Stunde Zeit, die für ein Abendessen genutzt wurde.

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Ankunft in Trelleborg. Der Tag lag mir auf den Schultern.

Das zuvor gebuchte Hotelzimmer befand sich im alten Speicher, in dem früher die Abfertigung durch TT-Line und Scandlines (und wieder Stena) erfolgte.
Also genauer gesagt: in direkter Nähe des Hauptbahnhofs.

~ ~ ~ Tag 2/2 ~ ~ ~

Der Wecker klingelte wieder früh. Was tut man nicht alles für die Begeisterung, doch ich wollte es so.

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Blick auf dem Hotelzimmer. Die Fähre für die Weiterreise befand sich bereits in Sichtweite.

Rechtzeitig meldete ich mich im Hauptbahnhof am Fahrscheinautomaten der TT-Line an und zeitnahe fuhr mich ein Hafenarbeiter zum Schiff.
Also wie all die Jahre zuvor auch.

~ ~ ~ Strecke: Trelleborg – Świnoujście ~ ~ ~
~ ~ ~ über: direkt ~ ~ ~
~ ~ ~ Schiff: NILS DACKE (1995) ~ ~ ~


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Man muss beim Buchen schon wissen, welche Aussicht man in etwa haben möchte.

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Wieder legten wir pünktlich ab.

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Traditionell gehört es für mich dazu, das alte Leuchtfeuer von Trelleborg mit abzulichten.

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Nach dem Frühstück (was diesmal leider nicht so überzeugt hat) zog ich mich in meine Kabine zurück.

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Nach rund 4 Stunden waren wir bereits nahe Rügen. Jedenfalls sagten es die Möwen.

Schaut links des Flaggenmastes und auf gleicher Höhe weiter links oder links unten über einem der Spanten.

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Mit der Zeit hatten wir die Kreideküste, deren Umriss sich nur schwer vom Horizont abzeichnete, passiert.

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Im Laufe der Zeit lockerte es nur ganz leicht auf. Das Eis musste bald kommen.

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Dann kam es! Das hier ist ein Screenshot vom Handyvideo (16 Minuten), weil ich den Eintritt ins Eis …

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… doch lieber so sehen wollte. Zwischenzeitlich stand das Handy im Fenster.

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Von diesen folgenden Anblicken war ich angetan.

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Die KAROLI (IMO: 9180841) war von Stettin kommend auf dem Weg nach Cork (IE), Warrenpoint (GB) und Oslo.

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Ebenfalls aus Stettin kommend bekam ich die HENRIKE (IMO: 9218222) mit den Zielen Aarhus (DK) und Rostock.

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Die Dritte im Bunde sollte die YAMAN (IMO: 9504944) von Stettin nach Sankt Petersburg und Gdansk gehend sein.

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Ja, das war tatsächlich eine netter Anblick, so leer und dazu noch im Eis.

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Auch die POLONIA schob sich nach Ystad.

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Die Mühlenbake [https://www.usedom-insider.de/leuchtturm-muehlenbake/] wird seit 1873 schon so einigen Eiswintern getrotzt haben.

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Während die Gastflagge Polens am Mast flatterte, …

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… ging es die Swine zu Berg.

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Wie lange wohl noch die Schornsteinmarke der Euroafrica Shipping Line in Swinemünde zu sehen sein wird?

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Nahezu pünktlich schob sich die NILS DACKE auf ihren Liegeplatz.

Die Ausschiffung erfolgte zunächst geleitet durch ein Besatzungsmitglied über das Fahrzeugdeck und über einen Treppenaufgang,
der schließlich auf die bekannte Fußgängerbrücke führte.

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Eigentlich wollte ich ab hier mit dem Zug über Stettin und Pasewalk die Rückreise antreten.

Ach ja, diese Stelle am Bahnhof Swinoujscie Port kann für "Verkehrsgeschichts-Freunde" von Interesse sein.
Denn hier gingen bis zum Ende des zweiten Weltkriegs noch Gleise weiter, die neben dem heutigen Liegeplatz der NILS DACKE endeten.
Dort bestand am diesseitigen Ufer der Swine ein Trajekt, wie er einst zwischen Stralsund und Altefähr oder zwischen Wolgast und Usedom existierte.
Auf einer gleich folgenden Karte könnt Ihr durch Bewegen des Schiebeknopfs (oben) die Heutige mit einer historischen Karte überblenden.
-> https://susudata.de/messtisch/index.htm ... rker=empty

Vom linksseitigen Ufer führten einst Gleise bis zum alten Swinemünder Hauptbahnhof und weiter am damaligen Stadtrand entlang über Swinemünde Bad (nördlich steht heute der neue UBB-Bahnhof Swinoujscie Centrum) in Richtung Ahlbeck und über den Süden der Insel nach Ducherow.
-> https://www.ubb-online.com/blog/am-1-ju ... ringsdorf/, https://www.eisenbahn-mv.de/bhf/s/bhf803.html.

Weiter geht die Reise durch die Gegenwart.

Leider fiel ab Stettin der benötigte Zug aus, was zur Folge hatte, dass ich die UBB ab der Usedomer Seite nutzen musste.
So schlidderte ich erstmal bis zur Swinefähre, …

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… die mich hinüber bringen sollte.

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Das Adler-Winterlager befand ich auf dem Weg.

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Schau an! Da trägt sie noch ihren alten Namen.

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Schließlich ging es ab Swinoujscie Centrum (südlich befand sich einst der Bahnhof Swinemünde Bad) flink über Ahlbeck Grenze …

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… und Züssow nach Berlin.

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Gesamtbetrachtet muss ich sagen, dass sich die Reise durchaus gelohnt hat.
Wer weiß, ob wir uns erneut über zehn Jahren für solch einen Winter gedulden müssen.

Viele Grüße,
Johannes