Die Außenkabine für eine Person kostet 178€ (variiert nach Saison, Wochentag und Nachfrage), dazu kommen Frühstück (14€), Treibstoffzulage (10€) und eine unsinnige Buchungsgebühr von 10€. Dazu Parkplatz für 7€/Nacht, wobei man sich das sparen kann, es gibt ums Terminal genug Möglichkeiten um "wild zu parken", was ich vorher nicht wusste - so ist das Auto aber auf einem eingezäunten Gelände abgestellt.
Der Check-In ab 15 Uhr geht schnell, man erhält seine Bordkarte und es geht durch die Passkontrolle. Bei meinen bisherigen Fahrten nach Skandinavien wollte nie einer den Personalausweis sehen, hier war es strenger, auch beim Check-In musste ich ihn vorzeigen. Eine Stunde vor Abfahrt geht es an Bord, die PRINCESS SEAWAYS ist mein Schiff. Sie wurde 1986 gebaut und 2003 sowie 2006 renoviert. Die Kabine liegt auf Deck 5 im vorderen Bereich, ist wie üblich klein und spartanisch ausgestattet. Kein TV, das Bad nicht unbedingt sauber und alles etwas heruntergekommen. Naja, was solls, ein zweites Handtuch hole ich mir aus dem ungenutzten Oberbett. Zurechtfinden auf dem Schiff fällt nach einiger Zeit dann leicht. Auf Deck 7 gibt es WLAN, das praktischerweise auch draußen am Heck des Schiffs am Fenster zu Deck 7 noch funktioniert.

Kurz vor 17.30h geht es auch schon los. Das Schiff passiert die Fort-Insel und die Hafenausfahrt und es geht hinaus auf die Nordsee, wo ein starker Gegenwind bläst.

Nach kurzem Regenschauer reißt der Himmel auf. Am Heck ist man recht gut geschützt, sonst ist der Wind doch recht störend. So geht es durch den Abend, am Horizont sind immer wieder Bohrinseln zu sehen und nach 22 Uhr ist es dunkel.

Ein grandioser Sternenhimmel präsentiert sich nun über dem Schiff, vom dunklen Deck 10 am Heck gut zu bewundern.
Am nächsten Morgen zeigt sich eine farblich intensive Morgendämmerung und nach Sonnenaufgang geht es kurz vor 8 Uhr zum Frühstück. Das Buffet ist reichhaltig, man wird satt, frischer Kaffee wird serviert. Gestärkt geht es nach draußen um die Ankunft zu verfolgen. Die englische Küste ist schon eine Weile zu sehen, sonnenbeschienen und dann kommt die Einfahrt in den Fluss Tyne, vorbei am Leuchtturm und Vororten.


Der Wind bläst noch immer recht frisch. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel legt das Schiff kurz nach 10 Uhr MESZ (9h Lokalzeit) an. Es dauert eine Weile bis alle vom Schiff kommen und sich durch die Einreisekontrolle zwängen. Jeder wird persönlich mit Pass kontrolliert. Vor dem Gebäude warten zwei Doppeldeckerbusse, um die Fußpassagiere ins Stadtzentrum zu bringen. Der Transfer ist inklusive, man zeigt nur seine Buchungsbestätigung beim Fahrer und erhält sein kostenloses Ticket. Dann geht’s durch die Vororte, der Linksverkehr, speziell an mehrspurigen Kreisverkehren, ist erstmal selbst als Beobachter sehr unübersichtlich. Nach etwa 20 Min. Busfahrt ist Newcastle Hbf. erreicht. Nun kann jeder auf eigene Faust die Stadt entdecken. Die Sonne strahlt und ich frage mich, warum das englische Wetter so einen schlechten Ruf hat… Der Wind stört nur manchmal noch. Die Innenstadt ist gut zu Fuß zu erkunden, auch das Stadion St. James Park ist nicht weit.

Imposant die 7 Brücken über den Fluss Tyne, die sich in einem kleinen Bereich aneinanderreihen. Ich glaube ich bin auch über alle drübergelaufen, außer da wo nur Eisenbahnen verkehren können.



Das Castle ist eine uralte Burg, Kirchen und das Monument sind sehenswert, es gibt auch genügend Shopping-Malls und bei dem schönen Wetter gibt es allerhand zu sehen, aber der Linksverkehr ist mir weiter suspekt. An den Bushaltstellen stehen die Leute brav in einer Schlange.





So vergeht der Tag und am Nachmittag geht es wieder zur Central Station.
Entgegen der Info auf der Website fährt der Shuttle-Bus nicht um 15.15 und 15.45 Uhr ab, sondern um 14.45 und 15.45 - somit hieß es warten und nach Ankunft am Terminal ging es so wenigstens schnell durch die Passkontrollen und an Bord. Kurz darauf legte die Fähre um 17 Uhr auch schon ab. Bei strahlendem Sonnenschein zog das Schiff den Fluss entlang und passierte die Hafenausfahrt. Nun kehrte sich die Windsituation um, der Wind von hinten und der Fahrtwind von vorn hoben sich auf und an Bord herrschte während der Rückfahrt mehr oder weniger Windstille, es war sehr angenehm so.

An Steuerbordseite zog die englische Küste vorbei. Die Sonne strahlte und ging gegen 20 Uhr unter. Die Dämmerung brach an und so ging es auf die Nordsee.



Am späten Abend präsentierte sich wieder ein faszinierender Sternenhimmel, dazu war es mild und kein Wind. So zog die PRINCESS SEAWAYS durch die Nacht. Bei dem leichten Schaukeln und dem monotonen Motorgeräusch ließ es sich gut schlafen. Der nächste Morgen bescherte einen schönen Sonnenaufgang, gefolgt von einem stärkenden Frühstück. Diesmal war der Saal deutlich voller, die Briten waren früh auf.



Bevor die Küste in Sicht kam, wurde noch ein großes Feld auf Reede liegender Schiffe passiert.

Kurz vor der Hafeneinfahrt verschlechterte sich das Wetter, doch es blieb trocken und kurz nach 9.30 Uhr legte die Fähre in IJmuiden wieder an. Nun hieß es die Kabine zu verlassen und sich wieder bei der Passkontrolle anzustellen. Nachdem das erledigt war, ging es zum Auto und weiter gen Heimat.
Auf jeden Fall eine super Schiffsreise bei tollem Wetter und Newcastle hielt auch mehr, als ich zuvor erwartet hatte.
Die PRINCESS SEAWAYS fährt unter dänischer Flagge. Bei der Route ist Englisch die Bordsprache, es wird aber auch holländisch und deutsch gesprochen und die Durchsagen erfolgen in den drei Sprachen. Bordwährung ist der Euro und es gilt immer Kontinentalzeit (MESZ/MEZ). In den Restaurants arbeiten zum Großteil Osteuropäer oder Asiaten. Reisende an Bord kommen zum Großteil, logisch, aus Holland oder GB, Deutschland und ein großer Anteil aus Polen. Viele Polen arbeiten mitterweile in UK, so dass es sich hier um Heimatbesucher handeln dürfte. Die Minicruise machen zum größten Teil Niederländer und Deutsche, bzw. auf der Gegenroute Briten, die auf der Rückfahrt zahlreich zu sehen waren. Für diese gibt es eben dann eine Stadttour in Amsterdam.
Danke fürs Lesen, Video folgt in den kommenden Tagen… Ist zu viel Rohmaterial
