Sedov World-Tour Etappe Brest-Casablanca
Verfasst: Mo 15. Apr 2013, 14:10
Im Sommer 2012 habe ich auf dem größten aktiven Traditionsschiff, der Viermastbark SEDOV, den Törn von Brest nach Casablanca mitgemacht.
Meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen, es war das Schönste, was ich je erlebt habe.
Es begann schon bei der Einschiffung in Brest, wo die SEDOV neben der KRUZENSHTERN festgemacht hatte. Zwischen den Schiffen lag nur ein kleiner Ponton, so dass man sich auf einen Kai des beginnenden 20. Jahrhunderts fühlen konnte, wenn man erst einmal zwischen diesen gigantischen historischen Schiffen stand.
Ich wurde sehr freundlich an der Gangway empfangen und ein hilfsbereiter Kadett trug mit mir meine etwas zu große Reisetasche die Fallreeptreppe hoch. Obwohl ich vorher schon 2 mal an Bord gewesen war, begeisterte mich die unvergleichliche Atmosphäre dieses Windjammers von neuem. Die Traineekabinen mit Etagenbetten waren zwar relativ spartanisch, aber sauber und sehr zweckmäßig eingerichtet, v.a. mein Bett war äußerst bequem!Auch das Essen, das man in der Messe zusammen mit der Mannschaft einnnahm, war sehr gut.
Am nächsten Tag ging es bei der Auslaufparade los, nachdem die anderen Segler, angeführt von der KRUZENSHTERN, den Hafen verlassen hatten.
Nach zwei Tagen unter Motor und Stagsegeln wegen widrigen Windverhältnissen war der große Moment gekommen: Die Mannschaft enterte auf und setzte die gigantischen Rahsegel. Es war ein erhebender Moment, fast wie wenn ein riesiger weißer Seevogel seine Schwingen entfaltet, als Tausende von Quadratmeter Segeltuch sich vor meinen Augen mit Wind füllten und das Schiff durch das tiefblaue Wasser preschte.
Das Klüvernetz war mein Lieblingsplatz, unter mir schäumte die Bugwelle, und über mir leuchtete der Segelturm des Fockmastes wie weiße Firnfelder im Gebirge. Wenn nicht immer wieder moderne Frachter vorbeigekommen wären, hätte man glauben können, man wäre auf einen historischen Frachtsegelr zur großen Windjammerzeit versetzt.
Grigory, der 2. Offizier, war für die Trainees zuständig und erläuterte uns die Sicherheitsregeln und teilte uns auch eingige Arbeiten zu, wie Ruderwache an einem der letzten historischen Ruderräder, das von vier Mann bewegt werden muss und einen erheblichen Kraftaufwand erfordert, oder die z.B. das Abschmirgeln der Handläufe am Brückendeck. Ich durfte einmal auch das Namensschild polieren.
Mit 2 Karabinerhaken gesichert, konnten wir auch ins Rigg aufentern, ich habe dies insgesamt viermal gemacht, es war ein grandioses Gefühl, inmitten der riesigen Segelfläche zu stehen.
Auch habe ich mich an den Segelmanövern beteiligt. Das absolute Highlight hierbei war ein Wendemanöver etwa auf der Höhe von Südspanien, wo die historischen Jarvis-Brasswinden betätigt wurden.
2 Tage vor Ankunft ließ der Wind nach und gegen Mittag lagen wir in der Flaute. In der sengenden afrikanischen Sonne leuchteten die Farben sehr intensiv, es war fast wie auf einem alten Gemälde.
Wir durften auch an der feierlichen Zeugnisübergabe und der Abschiedsparty für die Kadetten teilnehmen.Jeder von uns Trainees bekam danach einen Bildband über die SEDOV mit einer persönlichen Widmung des Kapitäns, und eine Meilenbestätigung überreicht.
Meine schönste Ruderwache war am letzten Abend vor der Ankunft in Casablanca, als ich unter dem Nachthimmel mit tausenden von Sternen das Schiff mit drei Kadetten zusammen steuerte, die schon von dem nahen Landgang schwärmten.
Bei diesigem Wetter liefen wir in den Hafen von Casablanca ein, der von der wolkenkratzergleich in die Höhe ragenden Hassan II-Moschee überragt wurde.
Mit wehmütigem Gefühl verließ ich dieses wunderbare Schiff, das fast wie ein zweites Zuhause für mich geworden war.
Ich weiß eines: Ich werde unbedingt wiederkommen!
Meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen, es war das Schönste, was ich je erlebt habe.
Es begann schon bei der Einschiffung in Brest, wo die SEDOV neben der KRUZENSHTERN festgemacht hatte. Zwischen den Schiffen lag nur ein kleiner Ponton, so dass man sich auf einen Kai des beginnenden 20. Jahrhunderts fühlen konnte, wenn man erst einmal zwischen diesen gigantischen historischen Schiffen stand.
Ich wurde sehr freundlich an der Gangway empfangen und ein hilfsbereiter Kadett trug mit mir meine etwas zu große Reisetasche die Fallreeptreppe hoch. Obwohl ich vorher schon 2 mal an Bord gewesen war, begeisterte mich die unvergleichliche Atmosphäre dieses Windjammers von neuem. Die Traineekabinen mit Etagenbetten waren zwar relativ spartanisch, aber sauber und sehr zweckmäßig eingerichtet, v.a. mein Bett war äußerst bequem!Auch das Essen, das man in der Messe zusammen mit der Mannschaft einnnahm, war sehr gut.
Am nächsten Tag ging es bei der Auslaufparade los, nachdem die anderen Segler, angeführt von der KRUZENSHTERN, den Hafen verlassen hatten.
Nach zwei Tagen unter Motor und Stagsegeln wegen widrigen Windverhältnissen war der große Moment gekommen: Die Mannschaft enterte auf und setzte die gigantischen Rahsegel. Es war ein erhebender Moment, fast wie wenn ein riesiger weißer Seevogel seine Schwingen entfaltet, als Tausende von Quadratmeter Segeltuch sich vor meinen Augen mit Wind füllten und das Schiff durch das tiefblaue Wasser preschte.
Das Klüvernetz war mein Lieblingsplatz, unter mir schäumte die Bugwelle, und über mir leuchtete der Segelturm des Fockmastes wie weiße Firnfelder im Gebirge. Wenn nicht immer wieder moderne Frachter vorbeigekommen wären, hätte man glauben können, man wäre auf einen historischen Frachtsegelr zur großen Windjammerzeit versetzt.
Grigory, der 2. Offizier, war für die Trainees zuständig und erläuterte uns die Sicherheitsregeln und teilte uns auch eingige Arbeiten zu, wie Ruderwache an einem der letzten historischen Ruderräder, das von vier Mann bewegt werden muss und einen erheblichen Kraftaufwand erfordert, oder die z.B. das Abschmirgeln der Handläufe am Brückendeck. Ich durfte einmal auch das Namensschild polieren.
Mit 2 Karabinerhaken gesichert, konnten wir auch ins Rigg aufentern, ich habe dies insgesamt viermal gemacht, es war ein grandioses Gefühl, inmitten der riesigen Segelfläche zu stehen.
Auch habe ich mich an den Segelmanövern beteiligt. Das absolute Highlight hierbei war ein Wendemanöver etwa auf der Höhe von Südspanien, wo die historischen Jarvis-Brasswinden betätigt wurden.
2 Tage vor Ankunft ließ der Wind nach und gegen Mittag lagen wir in der Flaute. In der sengenden afrikanischen Sonne leuchteten die Farben sehr intensiv, es war fast wie auf einem alten Gemälde.
Wir durften auch an der feierlichen Zeugnisübergabe und der Abschiedsparty für die Kadetten teilnehmen.Jeder von uns Trainees bekam danach einen Bildband über die SEDOV mit einer persönlichen Widmung des Kapitäns, und eine Meilenbestätigung überreicht.
Meine schönste Ruderwache war am letzten Abend vor der Ankunft in Casablanca, als ich unter dem Nachthimmel mit tausenden von Sternen das Schiff mit drei Kadetten zusammen steuerte, die schon von dem nahen Landgang schwärmten.
Bei diesigem Wetter liefen wir in den Hafen von Casablanca ein, der von der wolkenkratzergleich in die Höhe ragenden Hassan II-Moschee überragt wurde.
Mit wehmütigem Gefühl verließ ich dieses wunderbare Schiff, das fast wie ein zweites Zuhause für mich geworden war.
Ich weiß eines: Ich werde unbedingt wiederkommen!