08/2014: Mit dem EuroNight über die Königslinie

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Johannes7
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08/2014: Mit dem EuroNight über die Königslinie

Beitrag von Johannes7 » Mo 22. Dez 2014, 19:14

Hallo zusammen,


kommen wir zu einem weiteren Kurzreisebericht.
Die letzte Tagesfahrt mit dem Zug nach Malmö hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
So entschied ich mich für das volle Programm.
Einige werden sich wundern, was an einer Nachtzugfahrt so toll sein soll. Zu sehen gab es trotzdem was!

Der Ausflug begann an einem Freitag Abend am Hauptbahnhof von Berlin auf Gleis 5.

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Der Scandinavia-Night-Express (EN302) wurde aber eine halbe Stunde vor der geplanten Abfahrt bereitgestellt.
Das war nötig, weil der Leerzug aus Berlin-Lichtenberg kam und die Lok umgesetzt werden musste.

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Bis Sassnitz Fährhafen wurde unser Zug von der 109-3 gezogen. Etwas Eisenbahnnostalgie kam auf.
Es ist eine der wenigen Loks der ex. Reichsbahn BR211, die noch einsatzfähig ist. Sie ist Bj. 1975.

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Pünktlich setzte sich der Zug in Bewegung. Nun lagen wieder 3 Stunden Fahrtzeit vor uns.
Das war genug Zeit, um mit den zwei weiteren Mitreisenden in dem 6er-Abteil ins Gespräch zukommen.
Sie wollten nach Hamburg und hatten sich kurzfristig für einen Abstecher über Malmö entschieden.

Während der Zeit konnte man sich im Zug umsehen. Die Auslastung schien recht gut zu sein.
Es waren meist junge Reisende, Familien mit Kindern (und vielleicht auch Eisenbahnfreunde).

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Kurzzeitig mussten wir wieder am Bahnhof Stralsund Rügendamm halten, weil wieder das Gleis belegt war.
Selbiges hat sich kurz vor Lietzow am kleinen Jassmunder Bodden wiederholt.
Wir blieben mitten auf der Trasse vor einem roten Signal stehen – mitten in der Finsternis,
umgeben von Totenstille und frischer, kühler Luft. So stand man am geöffneten Fenster im Gang und genoss diesen Moment.
Nach wenigen Minuten bekamen wir grün und setzten die Fahrt bis zum Hafen fort.

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Mit einer minimalen Verspätung kamen wir um 22.35 Uhr in Sassnitz Fährhafen an.

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Die Rangierlok war bereits hinter uns und wurde angekoppelt.

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Vor der Rampe blieben wir für mehrere Minuten stehen.

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Schließlich ging es weiter. Donnernd rollten wir langsam über die Schienenstöße zwischen Rampe und Schiff.

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Zunächst ging es hinauf aufs Passagierdeck.
Es war ziemlich voll – man kam sich vor wie auf einem voll besetzten Ausflugsschiff.

Einige Passagiere fragten nach Kabinen.
Als sie zu hören bekamen, dass keine mehr verkauft würden, verließen sie nach einigen verdutzten Gesten leicht angesäuert die Info.

An der Info hieß es, dass die Zugreisenden während der Überfahrt im Zug übernachten dürften,
das Eisenbahndeck bliebe gesondert bei diesen Abfahrten (nur mit Nachtzug) geöffnet.
Auf dem Flyer des Zugbetreibers wurde darauf aber auch hingewiesen.

Also wieder hinab auf Deck 3. Im Abteil war es relativ still denn die Mitreisenden waren noch auf dem Passagierdeck unterwegs.
Unsere planmäßige Ankunft in Trelleborg war 03:30 Uhr, dem entsprechend wurde auch der Wecker gestellt.

Während der Überfahrt konnte man erstaunlich gut schlafen. Es war sehr ruhig im Abteil.

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Samstag früh, kurz nach der Ankunft. Das Fahrzeugdeck hat sich geleert. Nur unser EuroNight stand da.

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Es stellte sich heraus, dass es im Hafen Trelleborg keine Nachtschichten gebe.
Laut einem Crewmitglied sollten wir gegen 07:00 Uhr von der Fähre rangiert werden.
Also legte man sich erneut zu Ruhe – zunächst bis kurz vor 7.

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Gähnende Leere am frühen Morgen auf Deck 3.

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Im Morgengrauen sah man sich nochmal kurz auf der „Sassnitz“ um.

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Aus Rostock lief die „M-V“ ein.

Das Zweiwegefahrzeug wurde vor der Fähre aufgegleist und schleunigst stieg man die Treppen zum Eisenbahndeck hinab.

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Schließlich wurden wir kurz nach 7 Uhr von der Fähre geholt.

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Wir wurden über den Güterbahnhof bis hin zum Personenbahnsteig rangiert wo die Lok angekoppelt wurde.
In der Zwischenzeit konnte ich noch schnell die langersehnten Aufnahmen machen, die ich sonst nur in anderen Foren gesehen habe.
Unsere Fahrt wurde ca.07:30 Uhr vorgesetzt.

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Im Oktober 1995 …

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… und im August 2014! :-)

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Vor uns lag nun die letzte Etappe bis Malmö, eine ca. 35minütige Fahrt durch die Skane.

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Auf dem Gang am Fenster stehend kam man wieder mit einigen anderen deutschen Reisenden ins Gespräch.
Sie fuhren weiter in Richtung Göteborg. Langsam kam Malmö in Sicht.

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Unser Zug ratterte über das Gleisvorfeld hinein in den schönen Kopfbahnhof.

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Zeitreise!

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Nein, das ist wirklich der schöner Bereich des Bahnhofs.

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Ein alter Flussdampfer wird hier als Discoschiff genutzt.

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Blick zum Västra Hamn.

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Die „Empress“ lag am Kreuzfahrtkai.

Noch war der Tag jung und mal entschloss sich für eine Öresundrundtour.
Das Ticket war schnell am Schalter gekauft und ermöglichte eine Fahrt rund um den Öresund in eine Richtung mit beliebig vielen Ausstiegen.
Eine Fährüberfahrt auf der Linie Helsingborg-Helsingör war mit inbegriffen.

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Helsingör wurde ohne Kamera erkundet. Man war frei in der Entscheidung wann man weiter nach Kopenhagen fahren wollte.

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In Kopenhagen lag eine der Oslo-Fähren.

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Genau wie die „Corona Seaways“. Leider ist die „Kaunas“ am bereits am Vortag nach Sassnitz ausgelaufen.

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Weiter ging es zum Kongens Nytorf. Rechts sehen wir das Staatstheater.

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Der Nyhavn.

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Zu einer Charterfahrt legte die „Björnsholm“ ab.

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Hier und dort finden sich immer maritime Motive.

Mit der Zeit wurde die Zugfahrt über die Öresundbrücke ins Auge gefasst.

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Und so rauschten wir über jene Brücke. Am Horizont konnte Finnlines ausgemacht werden.

Die restliche Zeit wurde wieder am Västra Hamn verbracht.

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Gut, dass ich früher gefahren bin, denn über Kopenhagen tobte urplötzlich ein Feuersturm!

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Um 22:35 Uhr sollten wir planmäßig abfahren.

Im Bahnhof kam man wieder mit anderen Reisenden (Interrailern) ins Gespräch. Auf englisch unterhielt man sich.
Sie waren auf dem Weg von Stockholm über Berlin nach Stuttgart zu einem Festival.
Kurz wurden noch einige deutsche Grußformeln usw. geklärt :-D !

Wenig später traf man sie im gleichen Abteil wieder.

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Pünktlich fuhren wir in Richtung Heimat ab. In meinem Abteil saß auch ein Deutscher, der Verkehrswesen bei der DB studiert.
So verging die ohne hin kurze Fahrt bis zur Fähre wie im Fluge. An spannenden Themen in Sachen Transport/Zugverkehr fehlte es nicht.

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Wir hielten wieder am Bahnsteig Trelleborg F …

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… und wurden kurz darauf …

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… auf die „Trelleborg“ rangiert.

Es könnte die letzte Möglichkeit gewesen sein, diese Fähre als Zugreisender zu nutzen.

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Zunächst ging es wieder hinauf aufs Passagierdeck.
An der Info wurde nach einem Schiffsstempel gefragt, welcher glücklicher Wiese auch vorhanden war.

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Das musste unbedingt sein! Als Beweis dafür, dass dieser Zug über die Königslinie ging.

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Und so ging es über die Ostsee, hinein in die Finsternis gen Sassnitz.

Auch während dieser Überfahrt durften die Zugreisenden in ihren Abteilen bleiben oder sich im Passagierbereich aufhalten.
Es war auch wieder relativ ruhig im Abteil, so ruhig, dass man doch glatt das Rangieren in Sassnitz verpennt hat.

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Am Sonntag setzten wir gegen 04:30 Uhr unsere Fahrt nach Berlin fort. Eine Totenstille herrschte in Mukran.
Nur das Hochtouren der Lüfter unserer Lok waren zu hören, als sich kurz danach unser Zug pünktlich in Bewegung setzte.
Man konnte erstaunlich gut schlafen – auch wenn es nur wenige Stunden waren.

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Während wir durch Vorpommern und Brandenburg fuhren, ließ man sich den kühlen und frischen Fahrtwind um die Nase wehen.
Berlin war noch eine Stunde entfernt.

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Ausgeruht kam man in der Hauptstadt an.

Dieser Ausflug war wieder ein kleines Abenteuer! Ich werde diese Tour noch einmal machen wollen.

Morgen kommt der letzte Bericht für dieses Jahr ;) !

Beste Grüße
Hannes

Sassnitzer
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Re: 08/2014: Mit dem EuroNight über die Königslinie

Beitrag von Sassnitzer » Mo 22. Dez 2014, 20:07

Hallo Hannes, also wie du das immer machst mit den Rundfahrten, ich würde schon an den Fahrplänen scheitern. Danke und viele Grüße.
Viele Grüße

Sassnitzer

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