Nun gibt es wieder mal einen Reisebericht aus Skandinavien, nachdem die Reisen dorthin wieder deutlich einfacher geworden sind.
Einführung
Nachdem in diesem Forum aus bekannten Gründen lange Flaute zu Auslands-Reiseberichten herrschte, möchte ich hiermit wieder anfangen.
Das letzte halbe Jahr machte Auslandsreisen sehr schwierig. Zwar hatte Schweden immer sehr leichte Einreisebestimmungen, aber das Land wurde von den deutschen Behörden zwischen Anfang März und Anfang Juni als Hochinzidenzgebiet eingestuft, was bei der Rückkehr nach Deutschland mind. 5 Tage Quarantäne bedeutete.
Meine ursprünglichen Planungen, zu Ostern oder den Feiertagen im Mai nach Malmö und Umgebung zu fahren, musste ich verschieben.
Die ungewiss lange Wartezeit und die Sehnsucht in meine zweite Heimat, das südliche Schweden, machten mir das Frühjahr mehr als schwer.
Dänemark als Alternative kam nicht in Frage, da bis ins Frühjahr hinein die Grenzen recht dicht waren. Als deutscher kommt man dort ohne Quarantäne seit 05.06. wieder hin.
Am 06.06. war Schweden zum Glück kein Hochinzidenzgebiet mehr, sondern einfaches Risikogebiet. Zur Rückkehr nach Deutschland reicht seitdem ein max. 48h alter Negativtest, der mit sofortiger Wirkung die Quarantäne aufhebt.
Ich fackelte nicht lange und buchte mir vom 10.-13.06. eine Tour in mein geliebtes Malmö, die Umgebung sollte auch besucht werden.
Anmerkung: ich bin gemäß jedweder geltenden Reiseverordnungen gereist. Ich bitte bezüglich der Reaktionen auf diesen Bericht um Disziplin. Ich sehe mich andernfalls gezwungen, ihn zu löschen, was ich sehr ungern tu.
Folgender Reiseplan entstand:
-10.06.: Rostock-Trelleborg, Tom Sawyer (TT-Line): 09-14:30, anschließend Aufenthalt in Malmö
-11.06.: Die Strände von Skanör und Falsterbo, sowie Malmö
-12.06.: Ystad und Umgebung inkl. Nybrostrand
-13.06.: Heimkehr Trelleborg-Rostock, Skåne (Stena Line): 11-17:15
10.06.2021 – welch ein Wiedersehen!
02:55 – der Wecker klingelt. Ja, 02:55. Die unattraktiven Bahnverbindungen von Greifswald zum Seehafen Fähre in Rostock erforderten das, dank mehrmaligem umsteigen und dem Einplanen von Puffer vor Boarding.
Macht nichts. 04:21 ging der Zug über Stralsund und dem HBF Rostock bis zum Seehafen, gegen 06:30 war ich dort und frühstückte im Fährterminal.
Danach checkte ich ein, mit der Info, dass das Schiff sich verspäte. 09:00 sollte die Tom Sawyer ablegen, 10:30 wurde es letztendlich.
Witzigerweise wurde ich als Fußpassagier zusammen mit der Crew eingeschifft, heute war großer Crewwechsel, alle anderen Passagiere folgten wesentlich später. Sollte mir recht sein, so hatte ich das Schiff lang für mich allein.
Ich bezog meine Innenkabine, als sie fertig war: eigentlich hätte ich die Robin Hood bekommen sollen, bei der ich einen Liegesessel gebucht hatte. Kurzfristig wurde sie durch die Tom Sawyer ersetzt. Da sie keine Sessel hat, sondern nur Kabinen, bekam ich um gleichen Preis eine Innenkabine. Was will man mehr? Dort konnte ich mein Gepäck abstellen.


Gegen 10:35 etwa legten wir ab, die Ankunft verzögerte sich auf 15:45 etwa.
Das Kaiserwetter und die schöne Ausfahrt aus Rostock bescherten mir letztlich ein breites Grinsen auf den Lippen – es geht wirklich wieder nach Schweden!




Die sonnige Überfahrt genoss ich in vollen Zügen, viele andere Passagiere auch. Das Schiff war recht voll gebucht, viele Passagiere wollen einfach nur wieder raus und los!



Gegen Nachmittag sah ich schon die schwedische Küste, wir waren bald da.



Gegen 15:40 legten wir an, leichte Aufregung machte sich breit: wird mein negativer Test auf Englisch auch ja anerkannt? Bis aktuell 30.06. ist für die Einreise nach Schweden ein negativer Test in englischer Sprache nötig. Er darf max. 48h alt sein.
Der Hafenbus brachte mich vom Schiff zum Terminal. Der Zollbeamte fragte mich lediglich, ob ich etwas zu deklarieren habe, ohne den Testnachweis zu kontrollieren, den ich griffbereit hatte.
Nun denn… innehalten, realisieren: ich bin WIRKLICH wieder in meinem geliebten Südschweden! Ich beeilte mich, den nächsten Zug nach Malmö um 16:07 zu bekommen, denn in Malmö erwartete mich mein Göteborger Freund Hannes, mit dem ich bis Freitagabend die Umgebung von Malmö unsicher machte.
Wir kennen uns aus einer Facebook-Gruppe und nun persönlich.
Bei der Zugfahrt nach Malmö konnte ich mir mein Grinsen nicht verkneifen, als die weitläufige Landschaft von Skåne an mir vorbeizog…

Hannes erwartete mich gegen 16:40 in Malmö C, nächster Halt: die Schließfächer, um mein Gepäck einzuschließen, anschließend ab zur Promenade am Öresund und den Ausblick genießen. Was habe ich es vermisst!
Hier verweilten wir bis zum Abend, es war einfach unwirklich…





Spontan buchten wir uns ein Hotel, konkret das Best Western Royal, ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes. Hannes konnte spontan bis Freitag bleiben, so kürzte ich meine ursprünglich geplante Hostelbuchung um eine Nacht und blieb vom 11.-13.06. dort, vom 10.-11.06. stiegen wir im Best Western ab.
Ein wunderbares Hotelzimmer mit allen Annehmlichkeiten erwartete uns.
Den tollen Sommerabend verbrachten wir bis zum Sonnenuntergang am Öresund, wobei wir die auslaufende Europalink gegen 22:00 bestaunten.







Den gelungenen Tag beendeten wir im Hotel…
11.06.2021 – Strände, wie sie im Buche stehen
Wir machen eine Zeitreise in die Vergangenheit…

Im Hotel gab es ein Frühstücksbuffet mit allem, was man sich wünscht, das soll es in Deutschland auch mal gegeben haben…


Nach dem Frühstück ging’s wieder zum Öresund – die Finntrader lief aus, Finnpartner kam rein.
Gegen Mittag nahmen wir den nächsten Bus von Malmö C bis Skanör auf der malerischen Halbinsel Falsterbo.
Sie liegt etwas südlich der Öresundbrücke und zeichnet sich durch tolle Strände aus.
Der nördliche Teil zeichnet sich durch karibisches, klares Wasser aus, der mittlere und südliche Teil durch höhere Dünen und das bekannte Häuschen der Strandwache. Die hölzernen Strandhäuser sind allgegenwärtig…










Dass wir diesen Strandtag genossen, sollte auf der Hand liegen.
Zum späten Nachmittag fuhren wir zurück nach Malmö C, Hannes‘ Zug zurück nach Göteborg startete gegen 19:00.
Anschließend begab ich mich zu meinem Hostel „Rut och Ragnar“, wo ich allein vom 11.-13.06. abstieg. Dazu nahm ich den Bus, da das Hostel sehr stadteinwärts liegt.
Nach einem kurzen Einchecken ging es abends wieder an den Öresund, um den dortigen tollen Abend zu genießen.






12.06.2021 – Ab in den Süden…

Was mache ich heute? Erst einmal mein eingekauftes Frühstück im Hostel einnehmen, da selbiges keines anbietet.
Die Gemeinschaftsküche bot aber genug Platz, um sich dort niederzulassen.
Anschließend ging ich erst einmal zum Testzentrum in Malmö am Hauptbahnhof, da ich für morgen früh einen Testtermin für die Rückkehr nach Deutschland gebucht hatte. Es stellte sich heraus, dass das Testzentrum zu meiner gebuchten Zeit nicht auf war, warum auch immer. Egal, dann habe ich ihn gleich dort gemacht und das negative Testzertifikat bekommen. Auch gut.
Nächste Station: Ystad und die umliegenden Strände: Gegen 10:30 etwa ging der nächste Zug, Ankunft gegen 11:25.
Zunächst wurde am Hafen die einlaufende „Express 1“ von Bornholmslinjen fotografiert.

Nächstes Ziel: ein Küstenwanderweg an der Küste, der mich am „Sandskogen“ (zu Deutsch: „Sandwald“) entlangführte: einladende Strände, Holzhäuser und ein Wald bildeten eine schöne Kulisse.




Mein Appetit nach schwedischen Spezialitäten meldete sich, ein wunderbares Café erwartet mich just in diesem Moment: Das „Fritidsbaren“ sei wohl familiengeführt und bietet in einer schönen Lage tolle schwedische Spezialitäten: nebst Köttbullar musste ich natürlich Kladkaka probieren!


Nun wollte ich doch etwas weiter die Gegend erkunden und nahm gegen 14:13 den nächsten Bus zum „Nybrostranden“, der etwa 5 Minuten fuhr. Die absolut richtige Entscheidung, wie sich herausstellte: weitläufige Strände mit viel Wiesenfläche, dem Blick auf die Ostsee und einigen Holzhäusern bildeten eine tolle Kulisse. Wer hier ein Haus hat, hat es geschafft…









Die Strandwanderung bei dem heutigen starken Wind entpuppte sich als Genuss.
Trotzdem trat ich gegen späten Nachmittag die Rückkehr nach Ystad mit dem Bus an.
Zunächst suchte ich das dortige Testzentrum auf, um mich nochmal testen zu lassen. Ich wollte wirklich ein handfestes Zertifikat mit allen wichtigen Angaben zu haben, um bei Rückkehr nach Deutschland nicht in Quarantäne zu müssen. Mission war erfolgreich!
In Ystad selbst erschloss ich den Yachthafen und den stadteigenen kleinen Strand und Badeplatz.



Abends fotografierte ich die einlaufende „Skane Jet“ und „Cracovia“, bevor ich den nächsten Zug gegen 19:30 nach Malmö nahm. Die Zugreise an der Küste entlang ist einfach schön!



Abends in Malmö war es nicht weniger windig, ich liebe das aber. Es hat so etwas nordisches, raues. Um das zu genießen, ist ein Abend am Öresund genau das richtige…






Abends zurück im Hostel führte ich die Einreiseanmeldung nach Deutschland durch, die für die dortige Einreise verlangt wird. Im Zuge dessen lud ich gleich erfolgreich mein negatives Testergebnis hoch – so war alles in sicheren Händen und ich konnte beruhigt schlafen…
13.06.2021 – Rückkehr, oder: nach der Tour ist vor der Tour!
Mit leichter Wehmut wachte ich auf, stand doch heute die Rückreise nach Deutschland an, aber: weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war! Da schön gar kein Ausdruck ist, konnte ich doch über das ganze Gesicht grinsen…
Ferner: die erfreuliche Entwicklung der Situation in Schweden mit sinkenden Fallzahlen deutet darauf hin, dass Schweden noch im Juni kein Risikogebiet mehr ist.
Hinzu kommt folgendes: Ab 01.07. gelten Reisewarnung und Quarantäne bei Rückkehr nach Deutschland nur noch für Gebiete mit einer Inzidenz von 200 oder mehr, sowie Virusvariantengebiete. Beides ist für Schweden und Skandinavien allgemein nicht ersichtlich. So zeichnet sich endlich der Trend ab, den ich mir gewünscht habe!
Zurück zur Sache: Ich bahnte mir den Weg vom Hostel zur Station „Triangeln“, wo mich gegen 08:50 der nächste Zug nach Trelleborg brachte. Ankunft gegen 09:19. Im „Pressbyrån“-Kiosk gab es zum Abschied noch die obligatorische Zimtschnecke mit Kaffee, bevor ich zum Check-in ging.
Ich kam mit einigen Leuten ins Gespräch und wir tauschten Kontaktdaten aus. Gegen 10:30 brachte uns der Hafenbus zur „Skåne“ von Stena Line, die überpünktlich, gegen 10:55, nach Rostock ablegte.
Zwar ich 2019 von dem Schiff und dessen Zustand nicht so überzeugt, umso besser gefiel sie mir jetzt: die Renovierung der Innenräume hat dem Schiff sehr gutgetan, sämtliche Innenräume sehen nun modern und gepflegt aus. Die Caféteria am Bug hat einen tollen Panoramablick nach außen.
Lediglich der Platz auf den Sonnendecks könnte etwas mehr sein, gerade bei einem so großen Schiff.



So wie gestern war es auch heute sehr windig, was für mich die Überfahrt zum Genuss machte.




Die sonnige Einfahrt nach Rostock-Warnemünde ist immer wieder sehenswert, viele Touristen genossen das einladende Strandwetter.

Die Einreise nach Deutschland verlief unkompliziert, Passkontrolle, sonst nichts.
Schlussendlich trat ich die Rückkehr nach Greifswald mit dem Zug an und konnte auf einen fantastischen Kurztrip nach Südschweden zurückblicken.
Vielen Dank fürs Lesen!