hier folgt ein Reisebericht aus zwei kürzeren Abstechern nach Südschweden, den ich in zwei Teilen verfasse.
Die erste Tour ging vom 30.06.-04.07.21 und konzentrierte sich auf einige Ziele in Skåne.
Tour Nummer 2 ging vom 07.-11.07.21 bis nach Stockholm mit dem Nachtzug und der Viking Cinderella.
Teil 1 – eine Tour durch Südschweden
Die Zeit des Verzichtes auf Schweden-Reisen ist zum Glück vorbei, sodass ich gleich wieder einen Trip dorthin plante. Das muss ausgenutzt werden.
Schließlich ist Skåne mit Malmö und Umgebung für mich schon meine zweite Heimat.
Folgender Reiseplan entstand:
-30.06.21: Rostock-Trelleborg, Stena Line, Mecklenburg-Vorpommern, 22:30-05:40 (Folgetag)
-01.07.21: Aufenthalt in Malmö, Lomma und Ljunghusen
-02.07.21: Aufenthalt in Simrishamn, Ystad und Umgebung
-03.07.21: Abstecher bis Helsingborg, Vikens Havsbad und Umgebung
-04.07.21: Rückkehr Trelleborg-Rostock, TT-Line, Tom Sawyer, 07:30-13:30

30.06.21 – ein Abend in Rostock und nächtliche Überfahrt
Glücklicherweise hat mir ein sehr guter Freund sein Auto geliehen, um mit dem Auto nach Rostock zum Seehafen zu fahren, sodass ich mir jedwede Zugtickets sparen konnte.
Gegen frühen Abend kam ich in Rostock an der Apotheke an, um den obligatorischen Test für die Einreise nach Schweden durchführen zu lassen.
Anschließend spazierte ich noch etwas am Stadthafen entlang und erstand mir noch etwas zu essen.


Gegen 21:00 machte ich mich auf den Weg zum Seehafen Rostock, um auf die „Mecklenburg-Vorpommern“ von Stena Line einzuchecken.
Etwa 30 min. vor Abfahrt brachte mich der Bus zur Fähre, bezog meinen Ruhesessel und erstand mir in der Caféteria etwas zu essen. Während des starken Regens hatte es nicht viel Sinn, sich draußen aufzuhalten.
Mit fast einer Stunde Verspätung legten wir ab, der Regen nahm etwas ab, sodass ich das Auslaufen an Deck bestaunen konnte.


So wie wir auf offener See waren, bezog ich meinen Schlafsessel, schlüpfte in meinen Schlafsack und verbrachte dort die Nacht.
01.07.21 – erster Tag in Malmö, Lomma und Ljunghusen
Nachts, gegen 03:15 wachte ich auf und machte eine kleine Tour an Deck, was bei der leicht aufgewühlten See durchaus seinen Reiz hatte.
Anschließend legte ich mich nochmal hin, bevor ich 04:15 unangenehm von einem unfreundlichen Besatzungsmitglied geweckt wurde, ich möge mit meinem Schlafsack bitte den Platz räumen. Weitere Details erspare ich mir.
Egal, etwa diese Zeit wollte ich eh aufstehen, um die Anfahrt nach Trelleborg zu erleben. Selbige war bei fortlaufend bewegter See sehr sehenswert.


Trotz fast 50 Minuten Verspätung liefen wir fast pünktlich ein, 05:45 waren wir an der Pier.
Wie üblich, brachte uns der Hafenbus vom Schiff zum Terminal.
Schließlich steuerte ich zunächst das „Clarion Collection Hotel Magasinet“ im Hafenhaus an, um dort ein Frühstück zu buchen und mich vom reichhaltigen Buffet zu bedienen. So konnte ich den Tag sehr gut starten.
Danach fuhr ich mit dem „Pågatåget“, wie üblich, zum Malmöer Hauptbahnhof, schloss meine Tasche ein und spazierte früh am Öresund entlang und genoss das herbstliche Wetter, mitten im Juli. Mir gefällt das sehr.


Das Auslaufen der Finntrader und das Einlaufen eines Autotransporters wollten noch bestaunt werden.


Nächste Etappe: Eine Fahrt nach Lomma, einem Strandbad etwas nördlich von Malmö. In 20 Minuten mit dem Bus war ich dort.
Von der Haltestelle aus ging ich entlang des nett angelegten Hafenbereiches am Fluss „Höje å“ in Richtung Strand und wanderte selbigen ab. Ein schöner Blick auf die Ostsee, Malmö und die Öresundbrücke ergab sich.



Auf dem Rückweg kehrte ich im Café „Kajgatan 34“ ein, eine kleine Mittags- und Kaffeepause musste sein.


Nachdem ich den Fluss „Höje å“ überquerte, um die gegenüberliegende Hafenseite des Flusses zu erkunden. Am Yacht- und Segelhafen ergaben sich schöne Motive, die durch schwedische Holzhäuser untermalt wurden.



Die Segler in den Optis beobachtete ich gerne, sie hatten mit dem Öresund ein tolles Segelrevier. Als Kind segelte ich im Verein selbst in solchen Booten.
Nachmittags machte ich mich auf den Weg zurück nach Malmö. Da es zunächst etwas regnete, nutze ich die Zeit, um im Hostel „Rut och Ragnar“ einzuchecken und dort mein Gepäck abzustellen.
Nachdem ich meine Tasche dort abstellte, nahm ich den Bus in Richtung Südwesten zur Halbinsel Skanör und Falsterbo.
Ausgestiegen wurde diesmal eher, und zwar in Ljunghusen. Wie in Skanör und Falsterbo gibt es dort auf der Südseite einen schönen Strand mit idyllischen Holzhäuschen. Den Seeblick genoss ich sehr.





Gegen Abend zur Rückkehr setze der Regen wieder ein – macht nichts, wenn ich mich eh im Bus auf dem Rückweg nach Malmö befand.
Abends verbrachte ich wieder Zeit am Öresund – ich halte mich hier jedes Mal gern auf.


02.07.21 – zwischen Simrishamn und Abbekås
Die Gegend „Österlen“ im Südosten von Skåne wollte ich aufgrund ihrer anmutigen Natur noch einmal genauer kennen lernen. Schließlich hat mein dortiger Aufenthalt im letzten Jahr mit dem Besuch von „Ales Stenar“ und „Sandhammaren“ Lust auf mehr gemacht.
Einen Tagestrip von Malmö dorthin zu planen ist ohne Auto nicht ganz einfach, aber versuchen wir es.
Die einzige größere Stadt dort ist Simrishamn. Ich nahm gleich einen frühen Zug dorthin.
Nach etwas über einer Stunde Zugfahrt kam ich dort an und machte mich gleich auf den Weg zum Hafen, der nett anzusehen war.

Nächster Halt: Tobisviks Strand und Camping, wo mich ein kleiner Küstenwanderweg hinführte.






Eigentlich wollte ich von der Umgebung noch mehr sehen. Da die Natur von Österlen zwar sehr schön ist, aber die Verkehrsanbindungen schwierig sind, gab es wenig brauchbare ÖPNV-Verbindungen.
So machte ich mich auf den Rückweg nach Ystad und stellte fest: um die Region Österlen gezielt zu erkunden, sollte man dort mehrere Tage mit Übernachtung einplanen und die Gegend möglichst mit dem Fahrrad oder Auto erkunden.
In Ystad gegen 13:30 angekommen, machte ich mich auf den Weg zum Hafen für etwas Shipspotting. Die Skania lief aus.



16:30 wollte ich wieder hier sein, um die „Baltivia“ zu fotografieren, die mir vor der Linse noch fehlte.
So lange wollte ich etwas Nähergelegenes in der Umgebung erkunden. Der nächste Halt war also die Ortschaft Svarte, etwa 10 Minuten mit dem Zug entfernt. Hier fand sich ein kleiner netter Strand.




Nach einem kürzeren Aufenthalt ging’s wieder nach Ystad. Die im Hafen liegende Jan Sniadecki wurde fotografiert, ebenso wie die gegen 16:30 auslaufende Baltivia.


Schon von meinem letzten Aufenthalt vor knapp drei Wochen wusste ich, dass die Umgebung von Ystad einiges zu bieten hat. So machte ich mich auf den Weg mit dem Zug zur Ortschaft Abbekås.
Sie liegt an der Südküste Schwedens, neben Mossbystrand gelegen.
Ein schöner Küstenwanderweg am Strand bis zum Yachthafen erwartete mich. Hier fanden sich auf den Wiesenflächen die eine oder andere Liege sowie Sitzgruppe zum Grillen. Einfach schön, hier einen entspannten Abend zu verbringen.






Weiter lief ich an der Küste an einem idyllischen Wanderweg entlang, den ich durch seine Mischung aus Strand, Wiese und Wald sehr ansprechend fand. Hier hätte ich stundenlang entlang wandern können.
Dennoch stieg ich an der nächsten Haltestelle in den Bus zurück nach Ystad. Bei der Fahrt dorthin wurde mir klar: An der Küste gibt es noch so viele schöne Ecken, die noch erkundet werden wollen!!



Abends gab es noch etwas Shipspotting, bevor die Rückkehr nach Malmö angetreten wurde.


In Malmö angekommen, wurde der Abend im Hafenberiech und am Öresund noch genossen. Das Auslaufen der Europalink wurde dabei bestaunt und die Abendstimmung an der Promenade genossen. Davon bekomme ich einfach nie genug.





Abends auf dem Rückweg zum Hostel gings noch durch die abendlich beleuchtete Innenstadt.


03.07.21 – an der idyllischen Küste zwischen Vikens Havsbad und Helsingborg
Am gestrigen Vorabend spielte ich mit dem Gedanken, einen Tagesausflug nach Bornholm zu machen. Schweden lässt ja Reisende aus DK ohne Restriktion rein, und ich erfülle auch alle Auflagen. Trotzdem entschied ich mich dagegen. Die Fähren sind kurzfristig recht teuer, vor Ort auf Bornholm hält man sich auch nicht zum Nulltarif auf, außerdem ist man nicht zum letzten Mal hier. Man braucht noch etwas für das nächste Mal…

Also ab nach Helsingborg und die Küste am Öresund. Vikens Havsbad und den dazugehörigen Küstenstreifen kannte ich bis dato noch nicht.
Also wurde gegen 09:00 der nächstbeste Zug in Richtung Helsingborg genommen, sowie der nächste Bus weiter bis Vikens Havsbad, direkt am Öresund gelegen.
Die Kulisse mit den Holzhäuschen konnte sich sehen lassen.


Ich erwanderte den schönen Küstenabschnitt entlang und gönnte mir am Yacht- und Fischereihafen von Viken eine kurze Pause. Einfach schön, wie viele authentische Cafés sich in den Ortschaften von Skåne stets finden.

Die Wanderung setze ich anschließend fort und kam an Grå Läge und Domsten mit tollen Aussichten auf die Küste vorbei. Teils erinnerte mich die Landschaft an die Insel Ven, die im Öresund liegt.
Bei Domsten finden sich einige Nistplätze für Vogel, ab und an soll man auch Seehunde sehen können.









Ich hätte noch ewig weiter wandern können, trotzdem entschloss ich mich nach der Ankunft in Domsten, den Bus zurück nach Helsingborg zu nehmen. Schließlich sollte die „Crown Seaways“ von DFDS gegen 15:30 etwa Helsingborg passieren. Nach monatelanger Zwangspause nahm sie heute ihren Liniendienst von Kopenhagen über Frederikshavn nach Oslo wieder auf. Diese Route steht bei mir noch oben auf der Liste.


Am Hafen von Helsingborg verbrachte ich noch etwas Zeit, bevor ich die Rückfahrt antrat.
Eigentlich wollte ich Johannes7 aus dem Forum in Trelleborg in Empfang nehmen, er hätte mit der Nils Dacke 21:15 dort ankommen sollen. Über 3 Stunden Verspätung machten dem einen Strich durch die Rechnung.
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wie ihr später noch sehen werdet…
So entschloss ich mich, in der Nähe von Landskrona die Steilküste und das Naturreservat „Hillehögs dagar“ zu besuchen.
Während ich den Weg dorthin antrat, setzte ein recht starker Regen ein, sodass ich umkehrte. Bilder der weitläufigen Landschaft von Skåne waren trotzdem drin.

Über Helsingborg nahm ich den nächstbesten Zug nach Malmö, um dort einen schönen sommerlichen Abend am Öresund zu verbringen – wie immer…






Alt wurde ich heute nicht, stand doch morgen gegen 07:30 die Rückfahrt von Trelleborg nach Rostock an.
04.07.21 – Rückfahrt vom Regen in den Sommer
Viel zu früh, gegen 04:30 etwa, dürfte der Wecker geklingelt haben. Ein kleines Frühstück, vom Hostel zur Station Triangeln, um dann bis Trelleborg zu fahren, forderten das Einplanen von Zeit.
06:19 kam ich am Fährhafen von Trelleborg an. Ich checkte mich ein, um gegen 07:10 mit dem Hafenbus auf die Tom Sawyer gebracht zu werden.
Ich liebe die beiden ältesten TT-Liner (Tom Sawyer und Huckleberry Finn) einfach, mögen sie der Flotte noch lang erhalten bleiben!
Schweren Herzens verließen wir Schweden im Regenwetter – hier war’s einfach wieder zu schön! Aber ich bin ja nicht lange weg, wie wir später feststellen werden…


Der Regen ließ während der Überfahrt allmählich nach, kurz nach der Passage der Insel Møn klarte das Wetter sogar wieder auf und blauer Himmel zeigte sich.


Die überpünktliche Einfahrt nach Warnemünde gegen 12:50 erfolgte in schön sommerlichem Wetter. Die Strandtouristen genossen den Sommertag und die am P7 liegende AIDAsol empfing ihre einschiffenden Passagiere. Das sind erfreuliche Schritte in die richtige Richtung!!


Viele Freizeitkapitäne waren mit ihren Segel- und Motorbooten unterwegs. Der Kapitän der Tom Sawyer musste selbige beim Anlegen aus dem Weg hupen – das Horn ertönte 3x schön lang.
Gegen 13:10 waren wir bereits fest am Seehafen vertäut, die Einreise nach Deutschland verlief unkompliziert und ich trat den Heimweg an.
Die Region Skåne hat einfach immer wieder viel zu bieten und man kann stets Neues entdecken. Die Region ist nicht ganz so touristisch erschlossen wie so manch andere Gebiete, viele Einheimische habe ich v. A. angetroffen.
Darüber hinaus sind diese Gefilde von Kreuzfahrtschiffen nicht sonderlich stark erschlossen. Das eine oder andere mittelgroße Kreuzfahrtschiff kommt mal nach Malmö, Helsingborg oder Trelleborg, mehr nicht. Die Kapazitäten für größere Schiffe geben die Häfen (noch?) nicht her.
Bei aller Liebe zu Kreuzfahrten: ich hoffe, dass es so bleibt. Mittelgroße Schiffe finde ich dort ok, aber 4000 Passagiere einer Norwegian Getaway müssen nicht alle zu den Stränden von Falsterbo und Skanör, oder nach Ystad und Umgebung pilgern. Gewisse Regionen sollten individuelleren Reisenden vorbehalten bleiben.
Teil zwei folgt direkt im Anschluss.