Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
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Carsten H. Petersen
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Moin ,
Argumente a la "die Hamburg Süd wird schon wissen , was sie tut" sind für mich nicht wirklich stichhaltig , mögen aber vielleicht symptomatisch für unsere obrigkeitshörige Mentalität ( "die da oben werden´s schon richten und uns sagen , was zu tun ist." ) sein , genauso wie es ebenfalls ein Teil unserer Mentalität ist , alles zu zerreden , uns als notorische Bedenkenträger zu gerieren und die Welt in düstersten Farben wagnerianischen Ausmaßes zu malen , was den rest der Welt sicher belustigen mag .
Ich denke , dass auch der Vorstand von Hapag-Lloyd wissen wird , was er tut . Genauso wird auch Herr Offen wissen , was er tut . Obwohl die Hamburg-Süd sicher ein seriöses hanseatisches Haus ist und obwohl man sicher diese Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen getroffen haben mag , scheint man im Firmensitz in der Willy-Brandt-Straße den Begriff "Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern" etwas anders zu interpretieren .
Was die zulässigen Grenzwerte betrifft , bin ich leider -anders als Andere hier im Forum- ein blutiger Laie , so dass ich mein Wissen gerne mehren möchte :
- wer hat die zulässigen Grenzbelastungen aufgrund welcher empirischen und sonstigen Erfahrungen definiert ? Sind diese Belastungsgrenzen weltweit einheitlich ?
Auch in diesem Falle gehen die Meinungen weit auseinander ( ist es jetzt eine Kategorie 4 , eine 5 oder dann doch eine 7 ? , wie groß sollte denn jetzt die Evakuierungszone um das havarierte AKW tatsächlich sein etc. ) , man möge nur mal die völlig unterschiedlichen Statements der japanischen und der US-amerikanischen Spezialisten zum selben Sachverhalt zu Gemüte führen .
Meteorologische Beratungen waren -zumindest in meiner Zeit- durchaus fehlerhaft , dass ich den Wetterbericht nicht unbedingt als Basis für die Entscheidung "pro oder Contra Anlaufen Yokohama oder Tokio" verwenden möchte .
Ich persönlich bin der Meinung , dass man im Falle des geringsten Zweifels Vorsicht walten und tatsächlich betreffende Häfen nicht anlaufen sollte . Auch das zeichnet verantwortungsbewußtes Unternehmertum aus . Ich glaube zwar nicht , dass den Besatzungsmitgliedern der Schiffe , die Yokohama anlaufen , gleich Haare ausfallen und sie an Blutungen und Erbrechen leiden werden . Aber dennoch : die Hamburg-Süd mag wissen , was sie tut , ich ziehe trotzdem die Firmenpolitik der Häuser Hapag-Lloyd und Offen vor .
Carsten
Argumente a la "die Hamburg Süd wird schon wissen , was sie tut" sind für mich nicht wirklich stichhaltig , mögen aber vielleicht symptomatisch für unsere obrigkeitshörige Mentalität ( "die da oben werden´s schon richten und uns sagen , was zu tun ist." ) sein , genauso wie es ebenfalls ein Teil unserer Mentalität ist , alles zu zerreden , uns als notorische Bedenkenträger zu gerieren und die Welt in düstersten Farben wagnerianischen Ausmaßes zu malen , was den rest der Welt sicher belustigen mag .
Ich denke , dass auch der Vorstand von Hapag-Lloyd wissen wird , was er tut . Genauso wird auch Herr Offen wissen , was er tut . Obwohl die Hamburg-Süd sicher ein seriöses hanseatisches Haus ist und obwohl man sicher diese Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen getroffen haben mag , scheint man im Firmensitz in der Willy-Brandt-Straße den Begriff "Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern" etwas anders zu interpretieren .
Was die zulässigen Grenzwerte betrifft , bin ich leider -anders als Andere hier im Forum- ein blutiger Laie , so dass ich mein Wissen gerne mehren möchte :
- wer hat die zulässigen Grenzbelastungen aufgrund welcher empirischen und sonstigen Erfahrungen definiert ? Sind diese Belastungsgrenzen weltweit einheitlich ?
Auch in diesem Falle gehen die Meinungen weit auseinander ( ist es jetzt eine Kategorie 4 , eine 5 oder dann doch eine 7 ? , wie groß sollte denn jetzt die Evakuierungszone um das havarierte AKW tatsächlich sein etc. ) , man möge nur mal die völlig unterschiedlichen Statements der japanischen und der US-amerikanischen Spezialisten zum selben Sachverhalt zu Gemüte führen .
Meteorologische Beratungen waren -zumindest in meiner Zeit- durchaus fehlerhaft , dass ich den Wetterbericht nicht unbedingt als Basis für die Entscheidung "pro oder Contra Anlaufen Yokohama oder Tokio" verwenden möchte .
Ich persönlich bin der Meinung , dass man im Falle des geringsten Zweifels Vorsicht walten und tatsächlich betreffende Häfen nicht anlaufen sollte . Auch das zeichnet verantwortungsbewußtes Unternehmertum aus . Ich glaube zwar nicht , dass den Besatzungsmitgliedern der Schiffe , die Yokohama anlaufen , gleich Haare ausfallen und sie an Blutungen und Erbrechen leiden werden . Aber dennoch : die Hamburg-Süd mag wissen , was sie tut , ich ziehe trotzdem die Firmenpolitik der Häuser Hapag-Lloyd und Offen vor .
Carsten
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Henri
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Gern möchte da jetzt keiner hinfahren allerdings muss es ja irgendwer machen. Man kann ja kaum die gesamte Wirtschaft lahmlegen. Die Japaner ist ja nun schon genug gebeutelt da hilft es ihnen kaum wenn man ihr land meidet wie die Pest. Und über radioaktives Wasser würde ich mir mal keinen Kopf machen weil dafür ist Tokyo doch noch etwas weit weg. Meine größte Sorge wäre die Ladung die an Bord kommt. Da muss man aufpassen das davon nichts verstahlt ist. Klar muss man aufpassen das man Besatzung und Schiff nicht in Gefahr bringt aber das ist meiner Meinung nach noch händelbar. Die vorherrschende Windrichtung lässt sich recht gut vorhersagen und bei einem Containerschiff hat man zur not auch die Möglichkeit sich mit irgendwas um die 20kn zu entfernen was bf 5/6 entspricht.
Außerdem ist die Gefahr nicht Tokyo anzulaufen sondern an Japan Richtung USA vorbeizufahren weil momentan die Wolke ja aufs Meer rausgeht....
Außerdem ist die Gefahr nicht Tokyo anzulaufen sondern an Japan Richtung USA vorbeizufahren weil momentan die Wolke ja aufs Meer rausgeht....
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
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bonito
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Es gibt mindestens zwei Aspekte, welche eine Reederei berücksichten muss. Zum einen ganz klar die Führsorgepflicht gegenüber der Besatztung (wurde ja hier hinreichend behandelt) aber auch gegenüber der Ladung bzw der Ladungseigentümer.
Stellt euch mal vor, ein Ladungsempfänger stellt fest, daß sein Container/seine Ladung radioaktiv belastet ist. Das Theater und ggf der Imageschaden wären gewaltig, von den Kosten ganz zu schweigen. Und das Risiko besteht nun mal, wenn Container in Tokyo geladen werden, denn die Container stehen möglicherweise einige Tage auf dem Terminal oder in der Umgebung und es besteht zumindest die Gefahr, daß genau zu diesem Zeitpunkt der Wind ungünstig steht und die radioaktive Wolke richtung Tokyo treibt. Aber jede Reederei schätzt die Lage eben anders ein.
Mir ist die Entscheidung, derzeit nicht Tokyo anzulaufen jedenfalls lieber und eindeutiger.
Gruß
Stellt euch mal vor, ein Ladungsempfänger stellt fest, daß sein Container/seine Ladung radioaktiv belastet ist. Das Theater und ggf der Imageschaden wären gewaltig, von den Kosten ganz zu schweigen. Und das Risiko besteht nun mal, wenn Container in Tokyo geladen werden, denn die Container stehen möglicherweise einige Tage auf dem Terminal oder in der Umgebung und es besteht zumindest die Gefahr, daß genau zu diesem Zeitpunkt der Wind ungünstig steht und die radioaktive Wolke richtung Tokyo treibt. Aber jede Reederei schätzt die Lage eben anders ein.
Mir ist die Entscheidung, derzeit nicht Tokyo anzulaufen jedenfalls lieber und eindeutiger.
Gruß
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bonito
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Muss nochmal eine Story loswerden, in welcher ich vor mehreren Jahren involviert war :
Ich arbeitete zu der Zeit bei einer ausländischen Reederei in der Europazentrale. Wir hatten einen Container mit Flugzeugschrot von Asien nach Europa. Warum auch immer ließ der Empfänger den Container nach Radioaktivität untersuchen und Bingo, es wurde was gefunden. Es wurden natürlich Besichtiger beauftragt und es wurde festgestellt, daß die Beschichtung von Flugzeugturbinen radioaktiv wäre was aber eigentlich immer so sei (ich bin da kein Experte) und die Radioaktivität geringer wäre als z.B bei einem Container voller Rauchmelder. Egal, der Kunde verweigerte die Annahme, was rechtlich soweit auch in Ordung war. Sämtlich Versuche, diesen Container zurück nach Asien zu bringen schlugen fehl.
Nach mehren Monaten, ich glaub es war über ein Jahr, wurden die Versicherer und Behörden langsam ungeduldig und man schrieb die Ladung zur Entsorgung aus. Und nun ratet mal, wer den Job bekommen hat......
Gruss
Ich arbeitete zu der Zeit bei einer ausländischen Reederei in der Europazentrale. Wir hatten einen Container mit Flugzeugschrot von Asien nach Europa. Warum auch immer ließ der Empfänger den Container nach Radioaktivität untersuchen und Bingo, es wurde was gefunden. Es wurden natürlich Besichtiger beauftragt und es wurde festgestellt, daß die Beschichtung von Flugzeugturbinen radioaktiv wäre was aber eigentlich immer so sei (ich bin da kein Experte) und die Radioaktivität geringer wäre als z.B bei einem Container voller Rauchmelder. Egal, der Kunde verweigerte die Annahme, was rechtlich soweit auch in Ordung war. Sämtlich Versuche, diesen Container zurück nach Asien zu bringen schlugen fehl.
Nach mehren Monaten, ich glaub es war über ein Jahr, wurden die Versicherer und Behörden langsam ungeduldig und man schrieb die Ladung zur Entsorgung aus. Und nun ratet mal, wer den Job bekommen hat......
Gruss
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Jürgen
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Inzwischen gab es den ersten Strahlenvorfall: Bei einem chinesischen Frachter,stellten die Behörden erhöhte Strahlenwerte fest.
Quelle:
http://wirtschaft.t-online.de/reedereie ... index?news
Hohe Strahlung bei zwei Touristen und einem Schiff aus Japan gemessen
http://german.cri.cn/1565/2011/03/25/1s154243.htm
Quelle:
http://wirtschaft.t-online.de/reedereie ... index?news
Hohe Strahlung bei zwei Touristen und einem Schiff aus Japan gemessen
http://german.cri.cn/1565/2011/03/25/1s154243.htm
Lieber den Anker verlieren als das ganze Schiff
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Tim S.
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Das war die MOL PRESENCE.Jürgen hat geschrieben:Inzwischen gab es den ersten Strahlenvorfall: Bei einem chinesischen Frachter,stellten die Behörden erhöhte Strahlenwerte fest.
Quelle:
http://wirtschaft.t-online.de/reedereie ... index?news
Hohe Strahlung bei zwei Touristen und einem Schiff aus Japan gemessen
http://german.cri.cn/1565/2011/03/25/1s154243.htm
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Alexander
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
In dem Fall würde es, wenn der Wind radioaktive Partikel in Richtung Tokio treiben würde, evtl. zu einer äußerlichen Kontamination der Kisten kommen, das ist richtig. Eine solche äußerliche Kontamination (mehr kann es ja nicht sein) lässt sich relativ einfach mittels handelsüblicher Geiger-Müller-Zähler feststellen, d.h. wenn ein Schiff dort Boxen laden würde, müssten diese vor Verladung auf das Schiff erst mal mittel Geiger-Müller-Zähler überprüft werden. Sind sie nicht verstrahlt, kann man sie problemlos verladen. Sind sie dagegen mit radioaktiven Partikeln kontaminiert, muß eine Dekontamination erfolgen. Das ist bei rein äußerlicher Verstrahlung mittels radioaktiver Partikel ein technisch relativ einfacher Vorgang, im Prinzip ein gründliches Abschrubben und -spülen. Danach können diese Boxen dann auch verladen werden, da sie dann sauber sind.bonito hat geschrieben:Und das Risiko besteht nun mal, wenn Container in Tokyo geladen werden, denn die Container stehen möglicherweise einige Tage auf dem Terminal oder in der Umgebung und es besteht zumindest die Gefahr, daß genau zu diesem Zeitpunkt der Wind ungünstig steht und die radioaktive Wolke richtung Tokyo treibt.
Allerdings können die Container auch während der Fahrt kontaminiert werden, da das Schiff (evtl. sogar unbemerkt) durch ein Gebiet fährt, in welchem grade die von Fukoshima rübergewehrte Radioaktivität runterkommt. Das wäre zum einen für die Crew mies, da sie ggf. direkt den radioaktiven Partikeln ausgesetzt wäre, und zum anderen könnten das ganze Schiff und die gesamte Decksladung äußerlich kontaminiert werden. Insofern gehe ich davon aus, daß die in den Häfen, die ein aus Japan kommendes Schiff anläuft, auch Messungen an Schiff und Ladung durchgeführt werden, um dort ggf. eine Dekontamination durchzuführen.
Nur noch mal zur Verdeutlichung: Wenn man von den Gefahren, die von Fukoshima ausgehen, redet, muß man mehrere Hauptgefahren unterscheiden. Da wäre zum einen die direkt vom AKW, d.h. von den beschädigten Reaktorkernen bzw. Abklingbecken ausgehende Primärstrahlung. Diese ist tatsächlich nur in einem gewissen, gar nicht mal so arg großen Zone direkt um die Anlagen herum relevant. Fällt als Gefahr für Leib und Leben der Seeleute also weg, da sie wohl kaum direkt in diese Gefahrenzone gehen. Die zweite Gefahr ist die o.g. Kontamination von Containern, Schiffen, etc. durch den Fallout. Das ist möglich, lässt sich aber, da es sich dabei primär um oberflächliche Verstrahlung handelt, mittels Dekontamination in den Griff kriegen. Und die dritte Gefahr ist die innere Aufnahme durch Essen oder Trinken von kontaminierter Nahrung (lässt sich dadurch verhindern, daß man in den betreffenden Regionen nichts bunkert) bzw. durch Einatment (lässt sich durch eine geschickte Routenwahl einerseits und die Dekontamination evtl. verstrahlter Oberflächen andererseits minimieren, wenn auch nicht ganz abschalten).
Ich hoffe, diese Infos (basierend auf meinem Wissen als ausgebildeter Dekon-Helfer bei einer großen Hilfsorganisation) bringen ein wenig Licht ins Dunkel...
Alexander
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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Garsvik
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Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Inwischen bin ich anderer Meinung als vor Tagen noch.
Irgendetwas in der vom Fallout der Kraftwerke bedrohten Zone offen zu lagern geht einfach gar nicht. Würde mich nicht wundern, wenn in Japan eilig große Lagerhäuser hochgezogen werden, wo PKW und Container etc. windunabhängig mit gefilterter Luft versorgt werden.
Dann wird - windabhängig - verladen. Vermutlich auf Feederschiffe und in weiter entfernte Häfen transportiert, bei denen keine Kontaminierung zu erwarten ist.
Es hat keinen Sinn, wenn Hamburg Süd den tokioter Hafen anläuft und dort lauter kontaminierte Container aufs Schiff packt. Auch wenn der Wind grad in eine "ungefährliche" Richtung weht.
Garsvik
Irgendetwas in der vom Fallout der Kraftwerke bedrohten Zone offen zu lagern geht einfach gar nicht. Würde mich nicht wundern, wenn in Japan eilig große Lagerhäuser hochgezogen werden, wo PKW und Container etc. windunabhängig mit gefilterter Luft versorgt werden.
Dann wird - windabhängig - verladen. Vermutlich auf Feederschiffe und in weiter entfernte Häfen transportiert, bei denen keine Kontaminierung zu erwarten ist.
Es hat keinen Sinn, wenn Hamburg Süd den tokioter Hafen anläuft und dort lauter kontaminierte Container aufs Schiff packt. Auch wenn der Wind grad in eine "ungefährliche" Richtung weht.
Garsvik
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Alexander
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- Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:59
Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
DAS lässt sich relativ gut verhindern. Okay, man muß halt jede Box vor dem Verladen freimessen, aber es ist ja nicht so, daß da bei jedem Container ein Männeken mit dem Geigerzähler drumherum rennen muß. Es gibt vielmehr auch andere Meßgeräte, die man z.B. so an den Containerbrücken oder von mir aus auch an den Vancarriern installieren könnte, daß die Messung quasi "im Vorübergehen" erledigt werden kann.Garsvik hat geschrieben:Es hat keinen Sinn, wenn Hamburg Süd den tokioter Hafen anläuft und dort lauter kontaminierte Container aufs Schiff packt. Auch wenn der Wind grad in eine "ungefährliche" Richtung weht.
Wie schon gesagt: Es wird kaum ein Weg daran vorbeiführen, die Exporte aus Japan schnell wieder aufzunehmen, da ansonsten die Folgen für die Weltwirtschaft unabsehbar wären. Und auch Japan wäre nicht geholfen, wenn es wegen Ausfalls des Exports zu einer Wirtschaftskrise käme, denn gerade jetzt, wo der Wiederaufbau, die Dekontamination der verstrahlten Gebiete, etc. geleistet werden muß, ist das Land auf eine florierende Wirtschaft angewiesen.
Alexander
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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Bernd Przyb.
Re: Hamburg Süd - mutig, zuverlässig oder leichtsinnig?
Ich gebe euch recht, es ist wichtig das Japans Wirtschaft wieder möglichst zügig in Gang kommt.
Spannend finde ich aber die Frage: Auf wessen Kosten? Gut, der Beruf des Seemannes beherbergt Risiken, welche nicht mit einem normalen Landjob zu vergleichen sind. Doch wo ist die Grenze? Mir ist auch klar, das der Kapitän eines Schiffes keine Abstimmzettel über das Anlaufen oder Meiden von Häfen verteilen kann.
In dieser Situation tun mir die Hamburg - Süd - Fahrer leid. Sie sind dazu verdammt, aufgrund der Einschätzung ihrer Reederei in dieses Gebiet fahren zu müssen.
Das Auswärtige Amt schreibt zur Lage aktuell:
Sollte man im Großraum Tokyo/Yokohama oder den Präfekturen Chiba, Fukushima, Gunma, Ibaraki, Miyagi, Niigata, Tochigi, Yamagata wohnen oder sich gegenwärtig dort aufhalten, empfiehlt das Auswärtige Amt unverändert, dieses Gebiet, sofern der Aufenthalt dort nicht unbedingt erforderlich ist, vorübergehend zu verlassen, bis die stabile Arbeit der Kühlaggregate in dem Kraftwerk Fukushima I gewährleistet ist.
Warum müssen denn unbedingt Seeleute in dieses Gebiet hineingeschickt werden, bevor die Kühlung der betreffenden Reaktoren wieder im Griff ist?
Gruß
Bernd
Spannend finde ich aber die Frage: Auf wessen Kosten? Gut, der Beruf des Seemannes beherbergt Risiken, welche nicht mit einem normalen Landjob zu vergleichen sind. Doch wo ist die Grenze? Mir ist auch klar, das der Kapitän eines Schiffes keine Abstimmzettel über das Anlaufen oder Meiden von Häfen verteilen kann.
In dieser Situation tun mir die Hamburg - Süd - Fahrer leid. Sie sind dazu verdammt, aufgrund der Einschätzung ihrer Reederei in dieses Gebiet fahren zu müssen.
Das Auswärtige Amt schreibt zur Lage aktuell:
Sollte man im Großraum Tokyo/Yokohama oder den Präfekturen Chiba, Fukushima, Gunma, Ibaraki, Miyagi, Niigata, Tochigi, Yamagata wohnen oder sich gegenwärtig dort aufhalten, empfiehlt das Auswärtige Amt unverändert, dieses Gebiet, sofern der Aufenthalt dort nicht unbedingt erforderlich ist, vorübergehend zu verlassen, bis die stabile Arbeit der Kühlaggregate in dem Kraftwerk Fukushima I gewährleistet ist.
Warum müssen denn unbedingt Seeleute in dieses Gebiet hineingeschickt werden, bevor die Kühlung der betreffenden Reaktoren wieder im Griff ist?
Gruß
Bernd
