Sicherung vor Piraten

Antworten
Alexander
Mitglied
Beiträge: 1073
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:59

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Okay, ich wurde aus der von Dir gewählten Formulierung nicht ganz schlau, aber nun ist es klar.

Meine Meinung dazu: je besser die Qualität des Personals bzw. je professioneller deren Einstellung, desto besser, denn dann kann man zumindest das, was ich befürchte, minimieren (wenn auch nie ganz ausschließen, aber das hatten wir ja schon mal). Durchgeknallte Rambo-Typen mit losen Abzugsfinger wären für mich ein No-Go, wobei natürlich zu befürchten ist, daß genau solche Typen über evtl. niedrigere Preise versuchen, ins Geschäft zu kommen und dann auch Aufträge kriegen.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Torben K.

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Torben K. »

Hab den Fred verfolgt, weil ich diese Diskusion an sich gut finde, will noch mal Senf dazugeben:

@Frank: deinen Idealismus in allen Ehren, klar wäre eine Welt ohne Waffen sicherer etc, doch wissen wir beide, das die Piraten sich nicht um Gesetze scheren, auch nicht um ein von dir erlassenes Waffenverbotsgesetz.

@Alexander & Patrick: was Alexander sagt ist genau richtig. Du, Patrick, gibst ja selbst zu, dass es in der Sicherheitsbranche viele schwarze Schafe gibt, die zT mit utopischen Preisen um sich werfen. Diese werden sich auf solche Aufräge stürzen wie die Geier.
Was ich mich frage ist, ist euere Sicherheit, ihr dürft die Piraten ja letztendlich nur vertreiben, nicht verhaften oder töten, mit den Interessen von Marine/ Polizei/ Staatsanwaltschaft kompatibel? Deren Job ist es ja, Piraten möglichst zu stellen, in Gewahrsam zu nehmen, und der Gerichtbarkeit zu überführen. Ich weiß nicht ob die Genannten so erfreut wären, wenn du als privater Sicherheitsdienstdienstleister mit dazwischen funkst.
Torben K.

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Torben K. »

@Patrick: Noch eine Ergänzung zu deinem Post.
Du sprichst hier für die deutschen/EU Gesetzte im bereich der Sicherheitsdienstleistungen.
Wir reden ja über ein interkontinentales Problem, ich würde nicht für die Dienstleister in aller Welt und die Gesetze, an die diese gebunden sind, die Hand ins Feuer legen.
Und auch nicht für die Reedereien, die zwar einen Dienstleister anfordern, aber halt nur halbe Sache machen.
Torben K.

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Torben K. »

Hallo Patrick,

sicherlich werden viele genauso denken wie du oder ich, ich gehe auch davon aus, dass dieser Schutz auf den Schiffen nur bewaffnet stattfinden kann.
Was ich zB. meine ist, es sind weltweit Reedereien betroffen, in manchen dieser Ländern gilt eine andere Mentalität.
So wie manche Länder einem hungrigen Dieb gleich die Hand per Gesetz abhacken. Die (deren eingesetzes Sicherheitspersonal, halt nicht aus der EU) werden auch bei Piraten andere (brutalere) Maßstäbe anwenden, während Du ja nicht auf Eskalation aus bist, sondern nur deinen Kunden schützt.
Und da Gewalt immer noch Gegengewalt erzeugt, werden auch die Herren Piraten entsprechend reagieren, und ebenfalls brutaler vorgehen, ohne auf die Nationalität der Besatzung zu gucken.
Was ich meine ist: klar, es gibt viele Sicherheitsdienste, die vernünftig agieren. Doch sind es leider diejenigen, die nicht so denken, die letztendlich so ein Projekt zum scheitern werurteilen könnten.

MFG Torben
Horstl
Mitglied
Beiträge: 311
Registriert: Sa 6. Nov 2010, 04:14

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Horstl »

Moin...
Ich weiss jetzt nicht ob dort schon mal ein Handelsschiff mit Mann und Maus von den Piraten versenkt wurde, aber wenn das mal passieren sollte, werden selbst die "Friedenstäubchen" wach werden...

Ansonsten läuft diese Diskussion wie in der Politik... viele Worte...
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Torben K. hat geschrieben:Hab den Fred verfolgt, weil ich diese Diskusion an sich gut finde, will noch mal Senf dazugeben:

@Frank: deinen Idealismus in allen Ehren, klar wäre eine Welt ohne Waffen sicherer etc, doch wissen wir beide, das die Piraten sich nicht um Gesetze scheren, auch nicht um ein von dir erlassenes Waffenverbotsgesetz.

@Alexander & Patrick: was Alexander sagt ist genau richtig. Du, Patrick, gibst ja selbst zu, dass es in der Sicherheitsbranche viele schwarze Schafe gibt, die zT mit utopischen Preisen um sich werfen. Diese werden sich auf solche Aufräge stürzen wie die Geier.
Was ich mich frage ist, ist euere Sicherheit, ihr dürft die Piraten ja letztendlich nur vertreiben, nicht verhaften oder töten, mit den Interessen von Marine/ Polizei/ Staatsanwaltschaft kompatibel? Deren Job ist es ja, Piraten möglichst zu stellen, in Gewahrsam zu nehmen, und der Gerichtbarkeit zu überführen. Ich weiß nicht ob die Genannten so erfreut wären, wenn du als privater Sicherheitsdienstdienstleister mit dazwischen funkst.
Moin,

die Marine hat doch kein Monopol - es sind internationale Gewässer - Dt. Polizei und Staatsanwälte gibt es dort nicht. Im Falle des Falles werden die Piraten festgesetzt und den Marineeinheiten übergeben.
Alexander
Mitglied
Beiträge: 1073
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:59

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Nur für dich noch ein letztes Mal.
Du bekommst als durchgeknallter Rambo-Zögling in Deutschland keine Bewachungserlaubnis. Darfst also nicht mal gewerblich auf ein halb geschlossenes Garagentor aufpassen. Mit losem Abzug wirst du in Deutschland kein Sportschütze und kein Jäger. Mit absoluter Sicherheit wirst du keine Schusswaffen in der Öffentlichkeit schussbereit führen. Als deutscher Halbdrehzahler wirst du bis jetzt beschriebene Erlaubnisse schon gar nicht gewerblich erhalten. Sämtliche Erlaubnisse im nichteuropäischem Ausland anerkennen zu lassen ist natürlich auch noch eine nennenswerte Hürde.
Hier permanent die Angst vor Billiganbietern zu äussern zeugt schon von Unkenntnis der Thematik und der komplexen Zusammenhänge.
Du schreibst hier völlig zurecht von deutschen Sicherheitskräften. Schön und gut, aber es gibt nicht nur Dich und Deine inländischen Kollegen am Markt, es gibt auch Firmen aus anderen Ländern, z.B. Leute wie die von Blackwater aus den USA, Firmen aus der Ex-Sowjetunion, etc. etc. - und ich glaube nicht, daß die immer dem von Dir geschilderten Niveau entsprechen. Was aber, wenn die ihre Dienste deutlich billiger als Du und Deine inländischen Kollegen anbieten? Wem würden die Reeder dann den Vorteil geben? Glaubst Du, daß die alle auf die Qualität und weniger auf den Preis gucken?
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Alexander
Mitglied
Beiträge: 1073
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:59

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Horstl hat geschrieben:Moin...
Ich weiss jetzt nicht ob dort schon mal ein Handelsschiff mit Mann und Maus von den Piraten versenkt wurde, aber wenn das mal passieren sollte, werden selbst die "Friedenstäubchen" wach werden...
Die Frage, ob eine solche Versenkung aus Sicht der Piraten irgendeinen Sinn ergäbe, wurde weiter oben durchaus diskutiert...
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Torben K.

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Torben K. »

Ich befürchte so was vor allem bei Reedereien/Schiffs-Managments, die aus Länder mit dieser Zahn-um-Zahn Mentalität kommen. Das ist dann die Mentalität/Gesetzgebung.

Ich kann mich noch bei einem Fall erinnern, wo die Piraten vor Gericht gestellt wurden. Es ging um die Kaperung der Taipan. Und die Jungs können dankbar sein, dass sie von den deutschen Behörden angeklagt worden sind, in manch anderen Staaten hätte man sie glatt hingerichtet. So ähnlich könnten sich "meine Kandidaten" ihren Sicherheitsservice vorstellen, kurze Anweisung: "Wenn Piraten angreifen, knallt sie ab ohne Fragen zu stellen!" Und dann eskalierts.

Das Problem ist einfach, wie du auch sagst, wie lang kann man so was machen. Die Burschen scheinen sich auf alles Gegebenheiten einzustellen. Und solange es lukrativ ist, werden sie weitermachen. Ich hatte ja mal Gedanken geäußert, die Boote mit unseren Gepards zu jagen, aber unsere Marine hat nur 10 Einheiten.
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Alexander hat geschrieben:
M Sicherheit hat geschrieben:Nur für dich noch ein letztes Mal.
Du bekommst als durchgeknallter Rambo-Zögling in Deutschland keine Bewachungserlaubnis. Darfst also nicht mal gewerblich auf ein halb geschlossenes Garagentor aufpassen. Mit losem Abzug wirst du in Deutschland kein Sportschütze und kein Jäger. Mit absoluter Sicherheit wirst du keine Schusswaffen in der Öffentlichkeit schussbereit führen. Als deutscher Halbdrehzahler wirst du bis jetzt beschriebene Erlaubnisse schon gar nicht gewerblich erhalten. Sämtliche Erlaubnisse im nichteuropäischem Ausland anerkennen zu lassen ist natürlich auch noch eine nennenswerte Hürde.
Hier permanent die Angst vor Billiganbietern zu äussern zeugt schon von Unkenntnis der Thematik und der komplexen Zusammenhänge.
Du schreibst hier völlig zurecht von deutschen Sicherheitskräften. Schön und gut, aber es gibt nicht nur Dich und Deine inländischen Kollegen am Markt, es gibt auch Firmen aus anderen Ländern, z.B. Leute wie die von Blackwater aus den USA, Firmen aus der Ex-Sowjetunion, etc. etc. - und ich glaube nicht, daß die immer dem von Dir geschilderten Niveau entsprechen. Was aber, wenn die ihre Dienste deutlich billiger als Du und Deine inländischen Kollegen anbieten? Wem würden die Reeder dann den Vorteil geben? Glaubst Du, daß die alle auf die Qualität und weniger auf den Preis gucken?
Moin, wir leben ja nun mal nicht im Kommunismus (wo man evtl. Zwänge ausüben könnte) sonder in der freien (sozialen) Marktwirtschaft. Letztlich entscheidet der Kunde. Man kann Empfehlungen geben, aber am Ende zählt der Preis. Wir kaufen ja auch Teppiche T-Shirts etc., die von Unterbezahlten unter gräuslichen Bedingungen hergestellt werden, da fragt auch Keiner nach Hintergründen oder Hochqualität, am Ende entscheidet immer der Preis.
Zuletzt geändert von ArneKiel am Do 6. Jan 2011, 20:13, insgesamt 1-mal geändert.
Antworten