Stena-Line

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Himbeere
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Re: Stena-Line

Beitrag von Himbeere »

Chrissi hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 17:05 Das meine ich immer mit ständiger langsamer schrittweiser immer noch weiterer Verschlechterung step by step über mehr als 20 Jahre.
Das ist jetzt nur ein Punkt, nur ein Bereich - aber ich könnte eine ähnliche negative Entwicklung in 20, 30, 40 anderen Punkten aufzählen.
Z.B. auch alles an Bord (Restaurants, Bars etc.), die Öffnungszeiten der Einrichtungen an Bord - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen wird alles immer weniger, immer kürzer, immer knapper, immer enger, immer langsamer.
Das stellt man doch auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen fest, zum Beispiel bei der Eisenbahn. Die Züge bieten immer weniger Platz, sind weniger gemütlich, alles wird rationaler. Die Technik an sich wird aber besser, die Züge werden schneller, stinken weniger und deutlich leiser und vibrationsärmer.
Die Ursachen liegen nicht bei den Fähr- oder Verkehrsunternehmen allein sondern sind sehr komplex gestaltet.
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Norbert Möller
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Re: Stena-Line

Beitrag von Norbert Möller »

Bevor es auch noch in eine Bahn-Diskussion abdriftet ;-) :
Frage an Chrissi: Wann und auf welcher Route bist Du zuletzt mit Stena-Schiffen unterwegs gewesen?
HansP
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Re: Stena-Line

Beitrag von HansP »

Bobby1978 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 19:54 Zu Guter letzt halte ich Deine Einlassung zum Mehrverbrauch durch schnellere Fahrt trotz etwaiger technischer Verbesserungen für zu optimistisch eingesschätzt. Hier kann uns vielleicht freundlicherweise ein gelernter Nautiker aus dem Forum einen näheren Einblick geben, ansonsten halte ich zu diesem Thema jede weitere Diskussion für obsolet.
Moin Bobby,

hier mal ein praktisches Beispiel, welches zeigt, wie unproportional der Mehrverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten steigt. Die Daten stammen von einem real existierenden Schiff (es handelt sich dabei natürlich nicht (!) um die aktuellen Stena Line Fähren) und soll nur einmal der Veranschaulichung dienen:

Aktuelle Geschwindigkeit ca. 15 kn = Verbrauch Hauptmaschine auf 24 Stunden:
ca 36 mts x USD 680,- (LS-MGO) = Kosten auf 24 Std: USD 24.480,-
Angedachte Geschwindigkeit 23.5 kn = Verbrauch Hauptmaschine auf 24 Stunden:
ca. 126 mts x USD 680,- (LS-MGO) = Kosten auf 24 Stunden: USD 85.680,-

Hinzu kommen diverse Abgaben im sehr nennenswerten Umfang für die erzeugten Emissionen!

Sicherlich wären bei einem auf hohe Geschwindigkeit getrimmten Neubau Einsparungen möglich, wie hoch diese sein könnten ließe sich nur in aufwendigen Berechnungen während der Konstruktion des Neubaus berechnen.

Abgesehen zu der von Dir bereits gestellten Frage bzgl. der viel zu gering angesetzten Umschlagzeiten in beiden Häfen sei noch eine weitere Anmerkung gemacht:

Eine Geschwindigkeit von 23.5 kn (im Durchschnitt) auf der Strecke ist komplett unrealistisch, aufgrund der bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen im Bereich der Kieler Förde, Großem Belt, sowie bei der Ansteuerung Göteborg. Setzt man für jeden dieser 3 Abschnitte nur jeweils 1 Stunde reduzierte Fahrt an, so wird deutlich, dass die ganze Kalkulation eine reine Fantasterei ist.

Viele Grüße
Hans
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Himbeere
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Re: Stena-Line

Beitrag von Himbeere »

HansP hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 22:21 hier mal ein praktisches Beispiel, welches zeigt, wie unproportional der Mehrverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten steigt. Die Daten stammen von einem real existierenden Schiff (es handelt sich dabei natürlich nicht (!) um die aktuellen Stena Line Fähren) und soll nur einmal der Veranschaulichung dienen:

Aktuelle Geschwindigkeit ca. 15 kn = Verbrauch Hauptmaschine auf 24 Stunden:
ca 36 mts x USD 680,- (LS-MGO) = Kosten auf 24 Std: USD 24.480,-
Angedachte Geschwindigkeit 23.5 kn = Verbrauch Hauptmaschine auf 24 Stunden:
ca. 126 mts x USD 680,- (LS-MGO) = Kosten auf 24 Stunden: USD 85.680,-
Um das einordnen zu können: Wo liegt in etwa die Rumpfgeschwindigkeit dieses Fahrzeugs?
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Luxuswampe
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Re: Stena-Line

Beitrag von Luxuswampe »

Chrissi hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 17:05
Ich bringe mal ein Beispiel wie man Kiel-Göteborg längst hätte RICHTIG positiv und modern und zeitgemäß auch hätte weiter entwickeln können: ((das geht leider nicht kurz in 3 Sätzen, Norbert...))
- Fahrt 2 x täglich mit 23,5 Knoten in 10 Stunden15 min, 1:45 Stunden Turnaround, 21:30-7:45 und 9:30-19:45.
- Passen würden 2 Fähren ähnlich wie Moby Fantasy/Legacy (aber innen besser hochwertiger ausgestattet und designt) und mit 3 statt 2 LKW-Decks, Ca. 700 Kabinen + 400-500 Schlafsessel, 3000 Pax. Davon 1 LKW-Deck flexibel mit Auto-Hängedecks und 1 festes Auto-Deck damit auch weit über 1000 Autos z.B. tagsüber möglich sind.
-
Guten Abend

Kurz zusammengefasst - das ist (noch freundlich ausgedrückt) totaler Schwachsinn!

1) ist die Strecke Kiel - Göteborg nicht in 10 Stunden bei 23 Knoten machbar, inkl Revierfahrt in beiden Häfen, Anlegevorgang etc passt es nicht. Hat Hans schon sehr korrekt erklärt (danke dafür).

2) 1000 Autos entladen und 1000 Autos laden jeweils innerhalb von 45 Minuten? Im Leben nicht! Zuzüglich Ladungssicherung bei Trailerladung und Boarding von 3000 Passagieren?

3) Arbeitszeiten der Crew werden außer acht gelassen

4) keine Zeit für Bunkern, Schmutzwasserabgabe, Proviantaufnahme etc. bedacht. Eventuelle Reserven bei Verspätungen durch Schlechtwetter ebenfalls nicht berücksichtigt.

5) hochwertig ausgestattete Schnellfähren (natürlich Neubau) für Minipreise? Das passt nicht! Betriebswirtschaftliches Totalversagen deine „Kalkulation“. Qualität kostet eben, sieh es ein oder erspare uns bitte deine Weisheiten!

6) ich bezweifle stark das der User „Chrissi“ den tatsächlichen Bedarf der Linie besser einschätzen kann als das Management von Stena das die genauen Zahlen kennt! In welcher Form eine Verdoppelung der Kapazität also Sinn machen würde ist nicht seriös dargestellt.

7) ich warte immer noch auf deine Rückmeldung bezüglich der Definition des Begriffs Fähre. Da steht noch der Nachweis deiner Aussagen im Raum

In diesem Sinne gute Nacht
Johannes7
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Re: Stena-Line

Beitrag von Johannes7 »

Moin zusammen,

ich denke etwas langsameres, eingeplantes Fahren schont die Maschinen und schafft einen Zeitpuffer, der bei Verspätungen von Vorteil sein kann.
Letzteres konnte ich in all den Jahren als Reisender so beobachten.
Ersteres halte ich für plausibel. Sowas können hier Fahrensleute besser beurteilen.

Frohen Wochenbeginn allerseits.
Die Schifffahrt im Herzen - seit über 30 Jahren.
FrankAusEmden
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Re: Stena-Line

Beitrag von FrankAusEmden »

Soweit ich weiß sind die Fähren aus Kiel früher tagsüber noch „kurz“ rübergefahren nach Fredrikshavn, um die vorhandenen Tonnage besser zu nutzen. Wird aber schon seit langem nicht mehr praktiziert. Irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass die Fähren aus Göteborg „ganz früher“ tagsüber auch nach Korsör gefahren sind, was aber zeitlich schon arg knapp klingt.
HansP
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Re: Stena-Line

Beitrag von HansP »

FrankAusEmden hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 15:03 Soweit ich weiß sind die Fähren aus Kiel früher tagsüber noch „kurz“ rübergefahren nach Fredrikshavn, um die vorhandenen Tonnage besser zu nutzen. Wird aber schon seit langem nicht mehr praktiziert. Irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass die Fähren aus Göteborg „ganz früher“ tagsüber auch nach Korsör gefahren sind, was aber zeitlich schon arg knapp klingt.
Beide Optionen bestehen mit der aktuellen Tonnage (aufgrund der Schiffslänge) nicht mehr.
FrankAusEmden
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Re: Stena-Line

Beitrag von FrankAusEmden »

Schein aber auch nicht so tragisch zu sein, das Schicksal einer längeren Pause über Tage besteht ja auch auf anderen Nachtstrecken. Ich glaube Viking lässt die Fähren von Stockholm nach Helsinki tagsüber manchmal nach Tallinn fahren
shipspotter96
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Re: Stena-Line

Beitrag von shipspotter96 »

Und Begleitfahrten zur KiWo gab es auch, bis die neuen Fähren kamen.

Die wurden aber mittlerweile wieder aufgenommen.
https://news.cision.com/de/stena-line-d ... l,c4091385
https://www.stenaline.de/angebote/kieler-woche
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