Sicherung vor Piraten

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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

ArneKiel hat geschrieben:
frank0265 hat geschrieben:Arne, wenn die Polizisten wenigstens 5000 Dollar verdienen würden, sähe das schon anders aus. Aber diese Einkommensunterschiede müssen ja zwangsläufig zu dieser Situation führen.

Von einer lückenlosen Überwachung des Küstenraumes habe ich ja auch nicht gesprochen. Aber in Somalia gibts überhaupt keine....
Moin,

Würden Polizisten in Somalia 5000$ verdienen, würden die meisten Polizisten in Deutschland, die fast alle weniger verdienen, nach Somalia auswandern :D

da die Piratenangriffe, bis auf sehr wenige Ausnahmen, derzeit von Mutterschiffen aus ausgeführt werden, nützt Dir die Überwachung der Küstenlinie auch nicht viel.

Ausserdem traue ich der NATO, den USA und EUNAVFOR durchaus zu, dass sie die Küsten Somalias mit ihrer Technik zur Zeit absolut überwachen können und dies auch im Eigeninteresse tun.

Die Überwachung der Küste sollen die Somalis selbst übernehmen - selbstverständlich muss erst ein souverärer Staat Somalia wieder her. Unsre Küste wird ja auch nicht von irgendwelchen fremden Bündnispartnern vorgenommen, sondern durch den Bundesgrenzschutz (Bundespolizei).

Naja, dass mit den 5000 Dollar habe ich schon etwas ironsch gemeint. Sollte heißen, dass sie schon etwas mehr als 100 Dollar verdienen sollten.
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ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

frank0265 hat geschrieben: Die Überwachung der Küste sollen die Somalis selbst übernehmen - selbstverständlich muss erst ein souverärer Staat Somalia wieder her. Unsre Küste wird ja auch nicht von irgendwelchen fremden Bündnispartnern vorgenommen, sondern durch den Bundesgrenzschutz (Bundespolizei).

Naja, dass mit den 5000 Dollar habe ich schon etwas ironsch gemeint. Sollte heißen, dass sie schon etwas mehr als 100 Dollar verdienen sollten.
Na, etwas mehr als 100$ ändert dann nichts...

Allerdings sollte man bedenken, dass in Somalia das islamische Recht der Sharia gilt, fehlende Hände oder gar Köpfe bringen offenbar auch keine Wirkung, wie sollen dann 100$ mehr für Polizisten was bringen.

Allerdings diskutieren wir immer noch in der "in 5-10 Jahren könnte würde sollte" Kategorie - was ist JETZT ???
frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

JETZT ist gar nichts möglich. das wird alles einige Zeit dauern. Egal, zu welchen Schritten man sich durchringt.


Im Jahre 2000 fand das 2. Hamburger Symposium zur Schiffahrts-und Marinegeschichte statt mit dem Thema "Piraterie - einst und jetzt

Ein Auszug aus einem der Vorträge möchte ich hier einfügen
"Die Piraterie muss nach Möglichkeit mit schifffahrtspolizeilichen Mitteln bekämpft werden. Dazu muss die notwendige Infrastruktur an den Brennpunkten des Geschehens geschaffen werden : Wirksame Behördenstruktur, effizientes Kommunikationssystem, rasch verfügbare Seepolizeikräfte, entschlossene Verfolgung der Täter und regionale Kooperation. Die Initiative um Empfehlung der IMO gehen in diese Richtung.

Wenn den betroffenen Küstenstaaten die finanziellen und technischen Mittel für die notwendigen Maßnahmen fehlen, darf ein finanzieller Beitrag der Nutzer der Seewege - im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung - nicht ausgeschlossen sein. Der japanische Vorschlag einer IMO-Organisation für die Schiffssicherheit in der Straße von Malakka weist in diese Richtung.

"Lloyds List" berichtet von privaten Gesellschaften, die militärische Bewachung anbieten. Nach Berichten derselben Zeitung beschäftigen Kreuzfahrtgesellschaften nepalesiche Ghurkas zur Abschreckung von Piraten. Solche Selbsthilfeaktionen sind skeptisch zu beurteilen. Sie sollten sie allenfalls als Hinweis auf den dringenden staatlichen Handlungsbedarf verstehen."

Quelle Vortrag von Christoph Hinz
Vortragsort : Hamburg 2000
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Fischländer
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Fischländer »

Moin,
genau Arne...JETZT!
Jetzt müssen die Seeleute vor den brutalen Piratenüberfällen geschützt werden.
Die modernen Piraten sind skrupelos und unmenschlich.
Das belegen die schon mehrfach bestätigten Scheinhinrichtungen.
Die Seeleute haben nur eine Chance, weil sie als Tauschware gehandelt werden. Die Ladung der Schiffe ist uninteressant, viel lukrativer ist der Handel Geld gegen Seemann.
Den Piraten ist es egal, wenn Seeleute bei einem Angriff ums Leben kommen oder verstümmelt werden.
Deutsche Schiffe gelten als Jackpot, weil die Deutschen gut bezahlen und der deutschen Marine für ein härteres Durchgreifen die Hände gebunden sind.
Wieso schickt Deutschland nicht mehr Kriegsschiffe in dieses riesige Seegebiet???
Immerhin sind wir die zweitgrößte Exportnation und die drittgrößte Importnation.
Klar ist, dass sie Piraterie nur durch vernünftige Zustände und Frieden in Somalia beendet werden kann, aber muss man sich deswegen die Piraterie gefallen lassen???
In der Seeschifffahrt stand ein zutreffender Satz.
Armut berechtigt nicht zu Raub, Geiselnahme und Mord
Somit muss die Piraterie JETZT stärker und effektiver bekämpft werden und gleichzeitig die Entwicklungshilfe für Somalia aufgestockt werden.
Ein Sicherungsteam für die jeweiligen Schiffe würde ich sehr begrüßen.
Effektive Maßnahmen wären auch gepanzerte Brücken. Selbstschussanlagen sind wohl nicht durchsetztbar.
Die Seeleute versuchen sich immer noch mit Wasser zu wehren. Warum installiert man nicht Heißdampfrohrleitungssysteme?
Die Schiffe müssen irgendwie von außen abgeschirmt werden. Es muss preiswert, effektiv und leicht einsetzbar sein.
Erfinder, jetzt seid ihr gefragt!
freundliche Grüße
Meine Fotos sind durch ein Copyright urheberrechtlich geschützt.
Fischländer
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Fischländer »

Effektive Maßnahmen wären auch gepanzerte Brücken. Selbstschussanlagen sind wohl nicht durchsetztbar.
Die Seeleute versuchen sich immer noch mit Wasser zu wehren. Warum installiert man nicht Heißdampfrohrleitungssysteme?
Die Schiffe müssen irgendwie von außen abgeschirmt werden. Es muss preiswert, effektiv und leicht einsetzbar sein.
Alle Schutz -und Sicherungsmaßnahmen die 1 Mio an Kosten überschreiten sind für Reeder unattraktiv.
Da setzt man lieber auf die Zufallkarte.
MfG
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Garsvik
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Garsvik »

Man möge die Durchschlagskraft von Militärmunition, Granatwerfern und Panzerfäusten nicht unterschätzen. Ein gepanzerter Raum, der den Piraten nicht sofort auffällt und von dem aus man um Hilfe funken kann, ist wahrscheinlich das maximal machbare.

Garsvik
Horstl
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Horstl »

Moin...

frank0265 und Alexander, wart Ihr schon mal in Afrika ?

Ich ja, unter anderem in Tunesien, Algerien, Marokko, Tschad, Kamerun, Niger, kenne also Afrika ein bischen...

Entwicklungshilfe ist gut, nur kommt sie leider in den seltensten Fällen dort an wofür sie eigentlich bstimmt ist.

Zu den Piraten mal ein arte Film zum Thema:

http://videos.arte.tv/de/videos/piraten ... 43822.html
frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

...und was ist, wenn die Piraten schon bei den Enterversuchen mit schwerer Munition auf das Schiff schießen...Panzerfaust und meinentwegen auch Granatwerfer ? Ein Treffer mit solchen Feuerwaffen in den Maschinenraum oder in einem der Schweröl und Dieseltanks - an die unmittelbaren Folgen möchte ich hier nicht im geringsten denken.

Mein Herz schlägt nach wie vor für die Schiffahrt und die Seeleute. Mir tun alle die leid, die durch die Piraterie in Gefahr geraten. Es gibt ja auch Seeleute, die solche Erlebnisse sehr schwer verarbeiten können. Jetzt ist die Politik gefragt, richtige Entscheidungen zu treffen. Die Piraterie kann man aber nicht erfolgreich bekämpfen, wenn man die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme in den Küstenländern nicht in Ordnung bringt.

Ein Schiff ist keine Festung und darf auch nicht dazu werden. Damit bekämpft man die Piraterie nicht !


Also wenn das so ist, dass die Entwicklungshilfe gar nicht dort ankommt, wo sie muss, dann sollte man die schleunigst abschaffen. Oder die Kontrollen verschärfen. Wenn ich in Germany einen Förderantrag stelle, wird mir im Bescheid gleich mit Rechtsfolgen gedroht. Rückzahlung und Strafen nach dem Strafgesetzbuch
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

Horstl hat geschrieben:Moin...

frank0265 und Alexander, wart Ihr schon mal in Afrika ?

Ich ja, unter anderem in Tunesien, Algerien, Marokko, Tschad, Kamerun, Niger, kenne also Afrika ein bischen...

Entwicklungshilfe ist gut, nur kommt sie leider in den seltensten Fällen dort an wofür sie eigentlich bstimmt ist.

Zu den Piraten mal ein arte Film zum Thema:

http://videos.arte.tv/de/videos/piraten ... 43822.html

Leider war ich noch nicht in Afrika. Afrika hat landschaftlich ja sehr viel zu bieten. Ich weiß das trotzdem. Auf dem schwarzen Kontinent gibt es aber nicht allzuviele reiche Staaten. Es dürfte aber wohl sehr viel Armut geben. Und genau das ist eine der Hauptursachen für die Piraterie.... .

Außerdem ist mir als Mitglied im WWF auch nicht entgangen, was mit der Ressource Regenwälder in Afrika geschieht. Raubbau und Menschenrechtsverletzungen sind dort auch an der Tagesordnung. Auch das unsinnige Morden an Tieren hört nicht auf.
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

frank0265 hat geschrieben:JETZT ist gar nichts möglich. das wird alles einige Zeit dauern. Egal, zu welchen Schritten man sich durchringt.


Im Jahre 2000 fand das 2. Hamburger Symposium zur Schiffahrts-und Marinegeschichte statt mit dem Thema "Piraterie - einst und jetzt

Ein Auszug aus einem der Vorträge möchte ich hier einfügen
"Die Piraterie muss nach Möglichkeit mit schifffahrtspolizeilichen Mitteln bekämpft werden. Dazu muss die notwendige Infrastruktur an den Brennpunkten des Geschehens geschaffen werden : Wirksame Behördenstruktur, effizientes Kommunikationssystem, rasch verfügbare Seepolizeikräfte, entschlossene Verfolgung der Täter und regionale Kooperation. Die Initiative um Empfehlung der IMO gehen in diese Richtung.

Wenn den betroffenen Küstenstaaten die finanziellen und technischen Mittel für die notwendigen Maßnahmen fehlen, darf ein finanzieller Beitrag der Nutzer der Seewege - im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung - nicht ausgeschlossen sein. Der japanische Vorschlag einer IMO-Organisation für die Schiffssicherheit in der Straße von Malakka weist in diese Richtung.

"Lloyds List" berichtet von privaten Gesellschaften, die militärische Bewachung anbieten. Nach Berichten derselben Zeitung beschäftigen Kreuzfahrtgesellschaften nepalesiche Ghurkas zur Abschreckung von Piraten. Solche Selbsthilfeaktionen sind skeptisch zu beurteilen. Sie sollten sie allenfalls als Hinweis auf den dringenden staatlichen Handlungsbedarf verstehen."

Quelle Vortrag von Christoph Hinz
Vortragsort : Hamburg 2000
Schönes Symposium, offenbar ausser Spesen nichts gewesen - da hat wohl keiner zugehört - oder es waren die falschen Leute da - in 10 Jahren hat sich da nichts getan... :evil: :evil:
JETZT ist gar nichts möglich. das wird alles einige Zeit dauern.
Und in der Zwischenzeit bleibt alles so wie es ist... - nach dem Motto die Schiffe können ja woanders langfahren, schützen muss man sie ja nicht.
Abgesehen davon ist die deutsche Marine für derartige Aufgaben leider nicht geeignet - trotz "Hinweis auf den dringenden staatlichen Handlungsbedarf" hat sich NICHTS getan...
Mit einer Marine, auf deren Schiffen nach einem Arbeitsunfall schon gemeutert (aktuell Gorch Fock) wird, kann man auch nicht viel anfangen. :shock:
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