Unglücks-Thread
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Re: Unglücks-Thread
Ardent und Smit haben die 3500 Tonnen Kraftstoff erleichtert und die Tanks gereinigt. Das Leichtern war die erste Amtshandlung. Das Schiff war ja noch technisch funktionstüchtig.
- Stephan Giesen
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Re: Unglücks-Thread
Danke für den Link, Johannes. Man kann Schweröl und andere zähflüssige Substanzen auch pumpbar machen, in dem man um den Absauger herum Wasserdampf einbringt. Gereinigt wurden die Tanks jedoch sicherlich nicht, von daher will ich garnicht wissen, wieviele m³ an Rückständen da noch übrig sind. Über die ganzen anderen Materialien wie Verkleidungen, Isolation, Elektrik, Kunststoffe und und und will ich garnicht sprechen. Die Laderäume wurden auch nicht gereinigt, wie man in dem Video gut sehen kann. Ich finde solche Vorgänge einfach skandalös. Technisch wäre es sicher möglich gewesen, den Havaristen irgendwo hinzuschleppen und (halbwegs) sachgerecht zu verschrotten.Johannes7 hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2020, 16:04Hier wird davon berichtet, dass das Öl abgepumt wurde. https://maritime-executive.com/article/ ... off-brazilStephanG2312 hat geschrieben: ↑Sa 13. Jun 2020, 13:53Spektakuläres Video! Leider ist nicht zu lesen, ob sämtliche Schadstoffe vorher abgepumpt wurden. Wenn man die Haltung der aktuellen brasilianischen Regierung zu Umweltthemen betrachtet, ist da das schlimmste zu befürchten...Basel Express hat geschrieben: ↑Sa 13. Jun 2020, 11:42 Hier ein paar news, sie ist wohl versenkt worden...
https://gcaptain.com/vloc-stellar-banne ... mOL9AiaT2w
Muss Schweröl nicht erst erhitzt werden, damit es gepumpt werden kann?
Ich frage mich, wie das bei dem kaputten Tanker technisch möglich war. Beim Betrachten des Videos dachte ich auch an das schlimmste, Stephan.
Mit maritimen Gruß
Stephan
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- Stephan Giesen
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Re: Unglücks-Thread
Moin Tim,
Deiner hat sich mit meinem Beitrag überschnitten. Kannst Du eine Quelle bzgl. der Reinigung der Tanks benennen?
Mit maritimen Gruß
Stephan
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Re: Unglücks-Thread
Danke für die Erklärung, Stephan. Mir war bis jetzt nur Erwärmen bekannt.StephanG2312 hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2020, 16:41Danke für den Link, Johannes. Man kann Schweröl und andere zähflüssige Substanzen auch pumpbar machen, in dem man um den Absauger herum Wasserdampf einbringt. Gereinigt wurden die Tanks jedoch sicherlich nicht, von daher will ich garnicht wissen, wieviele m³ an Rückständen da noch übrig sind. Über die ganzen anderen Materialien wie Verkleidungen, Isolation, Elektrik, Kunststoffe und und und will ich garnicht sprechen. Die Laderäume wurden auch nicht gereinigt, wie man in dem Video gut sehen kann. Ich finde solche Vorgänge einfach skandalös. Technisch wäre es sicher möglich gewesen, den Havaristen irgendwo hinzuschleppen und (halbwegs) sachgerecht zu verschrotten.Johannes7 hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2020, 16:04Hier wird davon berichtet, dass das Öl abgepumt wurde. https://maritime-executive.com/article/ ... off-brazilStephanG2312 hat geschrieben: ↑Sa 13. Jun 2020, 13:53Spektakuläres Video! Leider ist nicht zu lesen, ob sämtliche Schadstoffe vorher abgepumpt wurden. Wenn man die Haltung der aktuellen brasilianischen Regierung zu Umweltthemen betrachtet, ist da das schlimmste zu befürchten...
Muss Schweröl nicht erst erhitzt werden, damit es gepumpt werden kann?
Ich frage mich, wie das bei dem kaputten Tanker technisch möglich war. Beim Betrachten des Videos dachte ich auch an das schlimmste, Stephan.
Für mich ist das unbegreiflich. Schiffe, die für z.B. als touristisches Tauchziel dienen soll, wird umfangreicher und gründlicher gereinigt!
Unfassbar ist dieser Umgang. Neben Tonnen von Kunststoffmüll hat das Meer sowas nicht verdient ... !
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Re: Unglücks-Thread
Moin,
ich bin auch etwas überrrascht von diesem Vorgehen. Der Umweltsapekt steht außer Frage. Was mich allerdings auch wundert, ist das von Seiten der Eigentümer ein Totalverlust hingenommen wird. Die scheinen ja ein gutes Geschäft mit der Versicherung gemacht zu haben. Ich weiß nicht wie groß die Beschädigung am Rumpf war aber da wäre ja noch eine gute Summe mit dem Altmetall zu machen gewesen. Möglicherweise wäre das Schiff aber auch nie in Indien oder Pakistan angekommen.
ich bin auch etwas überrrascht von diesem Vorgehen. Der Umweltsapekt steht außer Frage. Was mich allerdings auch wundert, ist das von Seiten der Eigentümer ein Totalverlust hingenommen wird. Die scheinen ja ein gutes Geschäft mit der Versicherung gemacht zu haben. Ich weiß nicht wie groß die Beschädigung am Rumpf war aber da wäre ja noch eine gute Summe mit dem Altmetall zu machen gewesen. Möglicherweise wäre das Schiff aber auch nie in Indien oder Pakistan angekommen.
- Stephan Giesen
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Re: Unglücks-Thread
Mich würden da mal die ganzen Hintergründe interessieren, z.B. was sagt die IMO und die Flagge dazu? Waren die umfassend informiert? Wo genau ist das Schiff versenkt worden? Brasilianische Territorialgewässer, AWZ, internationale Gewässer (im Artikel steht ja nur, dass das Schiff 100km vor der Küste auf Grund gesetzt wurde)? Die brasilianische Regierung braucht man in dem Zusammenhang momentan wohl eher nicht zu erwähnen...dort scheint man ja der Meinung zu sein, dass es ausreicht, noch drei Tage die Stelle zu beobachten und wenn bis dahin kein Öl aufschwimmt, ist alles tutti. Dort ist man sich auch sicher, dass die Rückstände aus den Laderäumen keine Umweltbelastung darstellen. Aber die glauben ja auch, dass den Regenwald niemand braucht und Corona nicht existiert. Je länger man über den Vorgang nachdenkt, umso fassungsloser kann man werden.
Mit maritimen Gruß
Stephan
Stephan
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Re: Unglücks-Thread
Präzise Quellen kann ich leider nicht mehr nennen, ich habe wiederholt Berichtd übersetzt, die im Netz waren. Es war eine umfangreiche und langwierige Leichteroperation renommierter Bergungsfirmen. Der Rumpf wurde mit ROV und Tauchern inspiziert. Das Schiff hätte in dem Zustand kein Hafen reingelassen. Das Erz ist natürlich nicht umweltschädlich. Und Versenkung ist in solchen Fällen in entlegenen Seegebieten nicht unüblich.
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Re: Unglücks-Thread
Hier ist eine Quelle für das Abpumpen des Treibstoffs: https://safetyatsea.net/news/2020/brazi ... ar-banner/
Und hier eine betreffend Versenkung: https://www.maritime-executive.com/arti ... e-scuttled
Nach dem Leichtern wurde die STELLAR BANNER in tiefere Gewässer geschleppt und vor Ort untersucht. Die Untersuchung wurde von der Klassifizierungsgesellschaft mit Hilfe von Berufstauchern und eines ROV Teams durchgeführt. Das Schiff wurde daraufhin zum Totalverlust erklärt.
Die brasilianische Marine hat die Versenkung ca. 80 nm vor Maranhão, Brasilien authorisiert.
Hier ist ein Foto, dass sie mit einem Buckel zeigt: https://www.google.com/url?sa=i&url=htt ... AdAAAAABAL
Gruß, Volker
Und hier eine betreffend Versenkung: https://www.maritime-executive.com/arti ... e-scuttled
Nach dem Leichtern wurde die STELLAR BANNER in tiefere Gewässer geschleppt und vor Ort untersucht. Die Untersuchung wurde von der Klassifizierungsgesellschaft mit Hilfe von Berufstauchern und eines ROV Teams durchgeführt. Das Schiff wurde daraufhin zum Totalverlust erklärt.
Die brasilianische Marine hat die Versenkung ca. 80 nm vor Maranhão, Brasilien authorisiert.
Hier ist ein Foto, dass sie mit einem Buckel zeigt: https://www.google.com/url?sa=i&url=htt ... AdAAAAABAL
Gruß, Volker
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Re: Unglücks-Thread
Danke, Volker. In der Tat denke ich, kann man hier auch den erfahrenen Bergungsfirmen, die ja lange und professionell in schwierigen Bedingungen vor Ort tätig waren, vertrauen.
- Stephan Giesen
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Re: Unglücks-Thread
Naja, aber die machen ja auch nur das, für das sie bezahlt werden. Insofern fehlt mir weiterhin ein Beleg, dass die Tanks gereinigt wurden.
Ist das so? Nur, weil es ein natürlich vorkommender Rohstoff ist, heißt das ja nicht automatisch, dass das keine Auswirkungen zumindest auf die Tierwelt hat. Zugegeben habe ich aber auch auf die Schnelle keinen Beleg dafür gefunden, dass das so ist.
Ich weiß zwar, dass man hier wie auch anderswo gerne mal belächelt wird, wenn man sich mit Umweltthemen intensiver und gegenüber der Schifffahrt auch mal kritisch befasst, aber ich tue mich wirklich schwer damit, den Vorgang in dem Vertrauen zu akzeptieren, dass das ja schon alles irgendwie seine Richtigkeit gehabt haben wird. Wie auch immer, ändern kann man es leider eh nicht mehr. Nichtsdestotrotz habe ich mal die zuständigen Ressorts diverser überregionaler Tageszeitungen angeschrieben und auf den Vorfall aufmerksam gemacht, rechne aber zugegeben kaum mit einer Resonanz darauf.

Mit maritimen Gruß
Stephan
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