Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

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mücke
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von mücke »

Und wieder ein Schritt weiter in Richtung Einheitsbrei auf dem europäischen Schleppermarkt. Schade.
Gruß vom Lande
Niklas

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Hamburch
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von Hamburch »

Für mich eine dicke Überraschung. In der Vergangenheit habe ich eine immer größere geschäftliche Nähe zwischen Iskes und Svitzer wahrgenommen.
Gruß

Christian

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Carto
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von Carto »

Svitzer hat sich doch bereits das Beste von Iskes genommen. Und zwar die Schlepper
in Ijmuiden. Somit blieb nur der Rest für Boluda.

Volker Landwehr
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von Volker Landwehr »

Riviera hat einen Artikel mit dem Titel New tugs must comply with IMO Tier III emissions requirements veröffentlicht: https://www.rivieramm.com/news-content- ... ents-62814

Der Artikel behandelt die unterschiedlichen Methoden, die Abgasgrenzwerte einzuhalten, wie Selektive Katalytische Reduktion (SCR), Abgasrückführung (AGR) und alternative Treibstoffe.

Während AGR bei Kfz kaum noch eine Rolle spielt, ist sie den US-amerikanischen Güterzug-Diesellokomotiven die bevorzugte Methode, EPA Tier 4 einzuhalten. Die großen Bahngesellschaften hatten sich geweigert, Motoren mit SCR zu akzeptieren. Auf diesem Wege ist der Lokmotor von Wabtec (ex. GE Transportation) im Schiffahrtssektor gelandet.

Riviera scheint diese AGR Lösung zu mögen, denn es gab speziell zu dem GE AGR_Motor einen Artikel: https://www.rivieramm.com/news-content- ... nbsp-60191

Der Artikel gibt, wie ich von Riviera erfahren habe, den Inhalt eines Vortrages von GE wieder, Das erklärte für mich einige Aussagen wie geringerer Platzverbrauch, geringes Gewicht, die ich aus meiner Erfahrung mit US-Bahnen nicht nachvollziehen kann. Dort werden bei gewichtsbegrenzten Personenzugloks schnelllaufende Dieselmotoren mit SCR eingesetzt.

Der Artikel enthält auch Kostenvergleiche für Anschaffungskosten von Dieselmotoren. Da habe ich immer Zweifel an der Korrektheit, da ja das Wunschergebnis feststeht.

Jetzt ist auf der Website das zugrunde liegende White Paper von Wabtec/ GE veröffentlicht: https://www.rivieramm.com/whitepapers/e ... -treatment
Der Download befindet in halber Höhe der Website, eine Direktverlinkung ist nicht möglich.

In dem White Paper stellt sich heraus, dass die Gewichts und Platzvorteile für ein 497 grt line-haul Schlepper mit 50 t Urea ermittelt wurden. Angeblich sollen die 50 t für 90 Tage reichen. Es scheint sich also um einen kleinen Hochseeschlepper zu handeln.

Nimmt man einen Damen ASD 3212 mit ca. 450 grt zum Vergleich, so hat er ca. 180 m³ Treibstoff und 6 - 10% = 18 m³ Urea. Gewichtsmäßig wäre das ca. 20 t. Damit liegt sowohl bei Gewicht und Volumen der Schlepper mit schnell laufenden Diesel mit SCR vorne.

Der Artikel ist in sich nicht konsistent, da er später für die weiteren Vergleiche Schlepper mit nur 4.500 gal (18,4 t) nutzt, wo der EGR keine Vorteile mehr hat, dies aber weiter behauptet wird.
Gruß, Volker

Volker Landwehr
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von Volker Landwehr »

Volker Landwehr hat geschrieben:
So 4. Aug 2019, 17:14
Volker Landwehr hat geschrieben:
Fr 2. Aug 2019, 11:07
Piet Sinkes Newsclippings berichten heute, das der Port of Auckland (Neuseeland) und Damen Shipbuilding Group einen Vertag über den Kauf eines vollelektrischen Schleppers abgeschlossen haben.

Es handelt sich um einen RSD-2513, der 70 tbp erreichen soll. Unterlagen/Pressemitteilungen von Damen gibt es noch nicht.

Der Bericht enthält wenig Details. So soll ein 1,5 MW Lader die Batterien der RSD-e 2513 in zwei Stunden voll aufladen können. Zur Sicherheit erhält der Schlepper zwei 1000 kW Generatoren, die alleine ca. 40 tbp ermöglichen sollen. Sie sind als Notfallersatz für ausfallende Batterien vorgesehen, aber auch als Booster falls die Batteriekapazität nicht ausreicht.

Es ist kein Hybrid-Schlepper, der Normalbetrieb erfolgt nur mit Batterien, die Generatoren werden nicht benutzt.
Der Artikel ist nur heute hier auf Seite 33 zu finden: http://maasmondmaritime.com/en/clippingnews/

Grundlage ist der 2018 eingeführte RSD 2513. Besonderheit ist die Möglichkeit, den Schlepper als ASD- oder Traktorschlepper einzusetzen ähnlich dem Robert Allen Z-Tech Schlepper, der 2004 eingeführt wurde.

Hier die Infos zum RSD 2513: Executive Summery: https://products.damen.com/-/media/Prod ... 4_2018.pdf
Product Sheet: https://products.damen.com/-/media/Prod ... vation.PDF
Und eine Broschüre: https://products.damen.com/-/media/Prod ... ochure.pdf
Gruß, Volker
Nachtrag zum Damen RSD-E 2513: Die Batterieleistung beträgt 2.800 kWh
Quelle: https://www.stuff.co.nz/business/114728 ... first-etug
Der Artikel enthält weitere Informationen. Mit einer vollen Batterieladung sollen 3 bis 4 Schleppjobs möglich sein. Die Kosten des Schleppers sind mit $18 Mio etwa doppelt so teuer wie ein vergleichbarer Standardschlepper. Dafür sind die Betriebskosten nur ein Drittel eines Dieselschleppers.

Über die Lebensdauer des Schleppers werden insgesamt ca. $12 Mio an Betriebskosten gespart, wodurch der E-Schlepper die preisgünstigere Lösung sei.

Diese Zahlen sind für die Betriebsbedingungen in Auckland ermittelt. Für andere Häfen können sie anders aussehen.
Gruß, Volker
Kleckerweise kommen neue Details zum Damen RSD-E 2513 für Auckland ans Licht.
Der Schlepper erhält zwei luftgekühlte 1,5 MW Batteriesysteme der Firma Echandia. Die Systeme bestehen aus Toshiba SCIB Modulen ( https://www.scib.jp/en/product/module.htm ), die auf Litium-Titanoxid/Titanat Technologie beruhen. Diese Technik erlaubt schnellere Ladung bei geringerer Energiedichte als eine Li-Io Batterie. Aber Gewicht ist bei dem Schlepper ohne schwere Motoren wohl weniger ein Problem.
Man erwartet, dass das Batteriesystem bis zu 30000 Ladezyklen aushält und damit vermutlich für die Lebensdauer des Schleppers ausreicht. https://de.wikipedia.org/wiki/Lithiumti ... kkumulator

Der Antrieb erfolgt über zwei elektrisch betriebene Ruderpropeller von je 1,8 MW.

Die Schlepper können zwei bis drei Hafenjobs mit eine vollen Batterie durchführen. Je nach Verkehrslage können ein bis drei Ladungen je Tag nötig werden. Bei drei je Tag ergeben sich 1000 pro Jahr und eine Batterielebensdauer von 30 Jahren.

Die zwei Generatoren sind Caterpillar C32 IMO Tier III mit je 1MW, die hauptsächlich bei Feuerlösch- und Dauerschlepp-Einsätzen bis 40 tbp genutzt werden.

Der Schlepper kann den Pfahlzug von 70 t nur mit Batterien für 30 Minuten liefern, unter Zuhilfenahme der beiden Generatoren für 1 Stunde.

Quelle: https://www.rivieramm.com/news-content- ... tugs-62973
Gruß, Volker

sven911
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von sven911 »

Hallo
die Fairplay 25 macht zur Zeit normale Jobs in Rostock. Scheinbar gibts für den Notschlepper keine Lösung zumindest liegt in Sassnitz grad keiner.

mücke
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von mücke »

Moin,

Schlepper BRENT ist heute in Wilhelmshaven angekommen und liegt an der Schlepperpier am Jade-Weser-Port.
Wohl schon eine Umstrukturierung durch Boluda?
Gruß vom Lande
Niklas

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Maurice
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von Maurice »

Michael H. hat geschrieben:
Mo 4. Jan 2021, 22:48
Moin ins Forum,

hat schon jemand was mitbekommen von Schlepp-Aktivitäten der Svitzers in Emden?
Heute haben sie offensichtlich das Verholen der MALACCA HIGHWAY von der Werft zum "Terminal I"
besorgt. Sollte das der erste Job gewesen sein?
Mit Liegeplatz im Stichkanal ist es für Carcarrier-Assistenz draußen eher anstrengend.
Ist was über Liegeplatz im Außenhafen bekannt?

Grüße aus OL
Vorhin haben die beiden Svitzer-Schlepper beim Ablegen der "RCC Asia" von der Emspier assistiert.
Während die "Vestri" nun wieder auf dem Weg in den Stichkanal ist, blieb die "Valand" diesmal im Außenhafen.
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Volker Landwehr
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von Volker Landwehr »

Fairplay-Towage hat jetzt auch die letzten beiden Schlepper von den Kanarischen Inseln abgezogen. Die Fairplay Bentayga ist seit dem 12.02.2021 auf dem Weg nach Rotterdam, die Fairplay Nublo hat einen Tag früher den Weg nach Gibraltar angetreten und kommt dort heute an. https://www.puentedemando.com/fairplay- ... n-canaria/
Gruß, Volker

Leichtmatrose
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Re: Alles was es zu Schleppern zu sagen und zu fragen gibt

Beitrag von Leichtmatrose »

"FAIRPLAY 28" / IMO9765043 ist, nachdem das Schiff einige Zeit in Rotterdam war, unter der Flagge von Slowenien, wieder auf dem Weg nach Koper

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