Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

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StephanG2312
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von StephanG2312 »

toni montana hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 12:26
Und was ist überhaupt mit Personal??? Das muss doch auch erst gefunden und angelernt werden. Von heute auf morgen funktioniert ja so etwas auch nicht mal so eben. Ich sehe schwarz für das Projekt.
Abgesehen davon, dass wohl mittlerweile niemand mehr an einen baldigen Beginn des Projekts glaubt:

So speziell ist so eine Fähre auch wieder nicht. Vertraut kann man sich während der Überfahrt machen und seefahrendes Personal, welches froh ist, vor der Haustür eingesetzt zu werden, dürfte auch schnell gefunden sein.
Mit maritimen Gruß

Stephan

Volker Landwehr
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Volker Landwehr »

StephanG2312 hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 12:38
So speziell ist so eine Fähre auch wieder nicht. Vertraut kann man sich während der Überfahrt machen und seefahrendes Personal, welches froh ist, vor der Haustür eingesetzt zu werden, dürfte auch schnell gefunden sein.
Eine Fähre selbst wohl nicht, aber bei der Fanafjord kommt der LNG Antrieb erschwerend dazu.
Gruß, Volker

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StephanG2312
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von StephanG2312 »

Volker Landwehr hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 15:40
StephanG2312 hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 12:38
So speziell ist so eine Fähre auch wieder nicht. Vertraut kann man sich während der Überfahrt machen und seefahrendes Personal, welches froh ist, vor der Haustür eingesetzt zu werden, dürfte auch schnell gefunden sein.
Eine Fähre selbst wohl nicht, aber bei der Fanafjord kommt der LNG Antrieb erschwerend dazu.
Gruß, Volker
Auch das ist keine Raketentechnik...
Mit maritimen Gruß

Stephan

Volker Landwehr
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Volker Landwehr »

StephanG2312 hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 15:55
Auch das ist keine Raketentechnik...
Und trotzdem schreibt DNV GL auf https://www.dnvgl.com/maritime/lng/index.html
Important risk-related items to consider include:

- High energy content of the LNG tank
- Explosion hazard in case of gas leakage
- Extremely low temperatures of the LNG fuel
- Location/arrangements of system
- Hazardous vs. non-hazardous spaces
- Inexperienced crew (new fuel source)

Gruß, Volker

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StephanG2312
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von StephanG2312 »

Volker Landwehr hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 16:49
StephanG2312 hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 15:55
Auch das ist keine Raketentechnik...
Und trotzdem schreibt DNV GL auf https://www.dnvgl.com/maritime/lng/index.html
Important risk-related items to consider include:

- High energy content of the LNG tank
- Explosion hazard in case of gas leakage
- Extremely low temperatures of the LNG fuel
- Location/arrangements of system
- Hazardous vs. non-hazardous spaces
- Inexperienced crew (new fuel source)

Gruß, Volker
Ja, und? Da werden die entsprechenden Risiken zusammengefasst, aber dafür braucht es kein gesondertes Patent o. ä. Mehr als eine mehrtägige Unterweisung vom Antriebsanlagenhersteller wird es da für das Maschinenpersonal nicht geben, wenn überhaupt. Also nichts, was einer kurzfristigen Anheuerung von Personal im Wege stünde und darum ging es ja.
Mit maritimen Gruß

Stephan

romflens
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von romflens »

Das wird laufen, wie damals bei Elb-Linik. Deutsches und norwegisches (mit dem Schiff vertrautes Personal) wird zusammenfahren.
In der ersten Zeit wird dann die norwegische Crew die deutsche Crew schulen. Irgendwann ist das komplette Personal dann deutsch oder sonstwas.
Gruß aus Flensburg
Kai

Bilder sind meine eigenen oder mit schriftlicher Genehmigung des Eigentümers

Shuttle_F
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Shuttle_F »

Nochmal zum Kern des Ganzen: Es ist heutzutage wirklich schwer eine Finanzierung für so ein Schiff zu finden, wenn man nicht grade einen AAA - Charterer hat, der das Schiff für 10-12 Jahre abnimmt und auch eine feste Zahlung garantiert. Selbst dann wird eine Bank nicht mehr als 70% des Schiffspreises beleihen und bei einem 12 Jahre altem Schiff auch nicht länger als 10 Jahre zu 3,5-4,0% Zins p.a. Dazu kommt die Eigenkapital - Rendite.
Die Belastung hierfür kann jeder selbst ausrechnen, wobei dies noch ein "ideales" Szenario wäre.

Der Eigentümer soll aber das Schiff innerhalb einer Art "Kaufmiete" (bare-boat hire purchase) überlassen. Die Konditionen werden kaum günstiger sein, als die der o.a. Variante. Ebenso wird dieser eine "harte" Sicherheit, z.B. Bankgarantie fordern, da es sich ja um ein Start-Up handelt. Landesbürgschaften sind hierfür nur bedingt einsetzbar, da diese eben nur die Bonität des Unternehmens stärken, damit diese Kredit erhält. Das Land wird nicht die Risiken einer Charter übernehmen bzw. die Risiken des Ausfalls. Allenfalls kann man über die Kreditlinie eine solche darstellen. Kann man hier nachlesen: http://www.nds-voris.de/jportal/?quelle ... l&max=true

Darin steht auch, dass vom "Unternehmer" eine persönliche Haftung für den Ausfall erwartet wird. Glaube kaum, dass hier weniger als 2,5- 3,0Mill gefordert sind. Ebenso darf die Ausfallwahrscheinlichkeit nicht wesentlich sein.

Alles im Allen: Derjenige der am "Ruder" dieses Vorhabens sitzt, hat keine leichte Aufgabe und etliche Hürden zu nehmen, bevor eine Fähre eine Meile
gefahren ist und braucht einen langen Atem mit ungewisser Erfolgsaussicht bis sich das rechnet. Das Geldgeber sich ihre Karten legen, ist auch kein Geheimnis. Egal ob ne LNG Fähre oder ein neuartiges Schiffskonzept... die wesentliche Herausforderung ist und bleibt die Finanzierung. Ob nun der Dampfer weniger Sprit verbraucht oder einen Knoten schneller fährt, macht den Kohl nicht fett.
Kommt hinzu, dass man auch ein gewisses Limit in der Fahrpreis - Gestaltung hat, denn es gibt ja Wettbewerb und auch eine gewisse Erwartung. Keiner wird als Fussgänger EUR 25,00 / Strecke zahlen wollen oder? Frachtverkehrsraten sind auch nicht grade üppig, wenn man ein dauerhaftes Volumen haben will.

Die öffentliche Hand als Lösung? Wettbewerbsrechtlich kaum machbar. Politische Unterstützung ist sicherlich vorhanden, aber die kann auch nicht bestehende Vorschriften - die hier nicht ganz unwesentliche Kosten erzeugen - tilgen.

Fürs Protokoll: Das heisst keinesfalls, dass dieses Vorhaben nicht sinnvoll ist... Nur ist es eben nicht einfach umzusetzen und man stößt auch an Grenzen die man nicht vorhersehen kann.

KaiR
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von KaiR »

Danke für die Hintergründe.
Grüße,

Kai

Tim S.
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Tim S. »

Die Cuxhavener Linke fordert eine „seriöse und nachhaltige Planung des Projekts“. Sie lädt zu einem Expertengespräch ein, das am Donnerstag, 16. Mai, um 18 Uhr im Cuxhavener Restaurant Seestern, Albert-Ballin-Platz 1, beginnt. Gäste sind die Schifffahrtsexperten Jürgen Grzeskowiak, Klaus-Peter Lasse und Jan Ehlers.
https://www.boyens-medien.de/artikel/di ... davon.html

Shuttle_F
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Shuttle_F »

Das sich nunmehr irgendwelche Leute, die zuvor zum Boykott der Linie aufriefen ohne sich mal mit den Fakten auseinander setzen, dafür einsetzen wollen, ist echt ohne Worte. Nur weil die Schiffe unter Estland fuhren und nicht unter deutscher Flagge... wobei Estland alles andere als eine Billigflagge ist. Die anschließende Weiterfahrt unter deutscher Flagge, war keinerlei Reaktion auf diese Protest - Nummer, sondern lediglich die einzige Möglichkeit schnell in Fahrt zu kommen.

Was auch immer als Lösung vorgetragen wird: Es muss finanzierbar sein und das ist kein Selbstläufer. Seriöse Investoren kommen normalerweise erst dann an Bord, wenn die Sache läuft und eine positive Prognose besteht. Zu allem anderen habe ich zuvor geschrieben...

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