Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Hamburch
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Hamburch »

Moin Andreas,
ich glaube, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte allgemein Betriebe aus dem Bereich Maschinenbau. Vor allem die, die ihre Produkte exportieren.
Ich habe zwar einige Offshore-Windkraft Firmen aufgeführt, gerade die meinte ich aber nicht, denn die Branche wird in Deutschland - wenn überhaupt - erst wieder an Bedeutung gewinnen, wenn effektive Speichermöglichkeiten gefunden wurden. Also Wasserstoff, Wasserstoff mit Metallhybriden, Wasserstoff in Methan oder Wasserstoff in Ammoniak. Was Du ja auch schreibst...
Gruß

Christian

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Andreas_Elmshorn
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Andreas_Elmshorn »

Hamburch hat geschrieben:
Mi 18. Nov 2020, 17:01
Moin Andreas,
ich glaube, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte allgemein Betriebe aus dem Bereich Maschinenbau. Vor allem die, die ihre Produkte exportieren.
Ich nochmal....ich meine, den allermeisten Betrieben ist die Nähe zur Autobahn wichtig. Wenn ich meine Heimatstadt anschaue, hier gibt es für interessierte Betriebe nicht einmal die Möglichkeit, etwas mit der Bahn zu versenden oder zu verladen! Geschweige denn per Schiff. Vom Elmshorner Hafen, der in den 1930ern der größte Getreideverlader in Norddeutschland war, ist nur noch eine rostige Kaimauer und ein verschlickter Fluß übrig! Die Politik hat es gänzlich verschlafen, die Warenströme anders zu lenken, als hin zur Autobahn. Ist eben politisch so gewollt! Wenn ich sehe, was sich in HH so am Wasser ansiedelt, sind es doch auch überwiegend Logistik- Dienstleister.
Ganz allgemein kann ich mit meinem Insiderwissen sagen, daß der deutsche, mittelständische Maschinenbau auf dem absteigenden Ast ist.
Wollen wir mal wetten? Der nächste "hidden Champion", der nach China verkauft wird ist die Firma Martin Herrenknecht, bekannt für seine Tunnelbohrmaschinen. Da sitzt die Deutsche Bank schon mit in der Geschäftsführung, dann dauert es auch nicht mehr lange!
Grüße, Andreas
Geduld zu haben bedeutet nicht, sich alles gefallen zu lassen!

Hamburch
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Hamburch »

Andreas_Elmshorn hat geschrieben:
Mi 18. Nov 2020, 17:17
Hamburch hat geschrieben:
Mi 18. Nov 2020, 17:01
Moin Andreas,
ich glaube, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte allgemein Betriebe aus dem Bereich Maschinenbau. Vor allem die, die ihre Produkte exportieren.
Ich nochmal....ich meine, den allermeisten Betrieben ist die Nähe zur Autobahn wichtig. Wenn ich meine Heimatstadt anschaue, hier gibt es für interessierte Betriebe nicht einmal die Möglichkeit, etwas mit der Bahn zu versenden oder zu verladen! Geschweige denn per Schiff. Vom Elmshorner Hafen, der in den 1930ern der größte Getreideverlader in Norddeutschland war, ist nur noch eine rostige Kaimauer und ein verschlickter Fluß übrig! Die Politik hat es gänzlich verschlafen, die Warenströme anders zu lenken, als hin zur Autobahn. Ist eben politisch so gewollt! Wenn ich sehe, was sich in HH so am Wasser ansiedelt, sind es doch auch überwiegend Logistik- Dienstleister.
Ganz allgemein kann ich mit meinem Insiderwissen sagen, daß der deutsche, mittelständische Maschinenbau auf dem absteigenden Ast ist.
Wollen wir mal wetten? Der nächste "hidden Champion", der nach China verkauft wird ist die Firma Martin Herrenknecht, bekannt für seine Tunnelbohrmaschinen. Da sitzt die Deutsche Bank schon mit in der Geschäftsführung, dann dauert es auch nicht mehr lange!
Grüße, Andreas
Das sind doch die, die im Oberrheingraben eine Tunnelbohrmaschine unter ein paar Metern eingefrorenem Kies begraben und dann einbetoniert haben. Die Archäologen werden in ein paar hundert Jahren glauben, das brachte jemand dem Technikgott ein Opfer! Außer sie bohren mit einer Tunnelbohrmaschine durch die feststeckende und einbetoniert Tunnelbohrmaschine hindurch.
Gruß

Christian

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Volker Landwehr
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Volker Landwehr »

Hamburch hat geschrieben:
Mi 18. Nov 2020, 17:36
Das sind doch die, die im Oberrheingraben eine Tunnelbohrmaschine unter ein paar Metern eingefrorenem Kies begraben und dann einbetoniert haben. Die Archäologen werden in ein paar hundert Jahren glauben, das brachte jemand dem Technikgott ein Opfer! Außer sie bohren mit einer Tunnelbohrmaschine durch die feststeckende und einbetoniert Tunnelbohrmaschine hindurch.
Es hätte auch jede andere Tunnelbohrmaschine (TB) sein, es hatte nichts mit Herrenknecht zu tun. Das die Ursache für den Einbruch der vereisten Tunneldecke scheint noch nicht gefunden. Ich vermute die Probleme bei der Vereisung. Vereisung und Vortrieb mit TB sind beides erprobte Verfahren. Kombiniert wurden sie meines Wissens erstmals in Rastatt.

Die TB ist mit einem Einkornbeton einbetoniert worden um die darüber verlaufende Hauptstrecke zu stabilisieren. Die TB soll ca. 2021 in kleinen Teilen geborgen werden. Dieser Tunnelbereich wird in offener Bauweise beendet.

Was den Hafen betrifft, scheint mir all das genannte mehr wie ein doktern an Symptomen. Rotterdam wird immer im Vorteil gegenüber deutschen Häfen bleiben. Entwickeln sich Häfen im Ostseeraum, bricht Ladungsverkehr mit Russland weg, dann leidet Hamburg, Rotterdam nicht. Um Ladung an HH zu binden, müssten vermutlich viele der Containerterminals modernisiert werden, um den Hafen schneller zu machen. Auch Internationalisierung der Betreibergesellschaften könnte Linien binden.

Auch bei Ansiedlungen tut sich Rotterdam leichter. Allein die Maasvlakte 2 Erweitung umfasst ca. ein Viertel der Hamburger Hafenflächen und durch Lage direkt an der Nordsee sind weitere Landgewinnungen möglich. Dagegen sind die Flächen in HH begrenzt und neue schwer auszuweisen. Und wenn sind die Planungs- und Genehmigungsabläufe in den Niederlanden nach ähnlichen Erfahrungen wie mit der Elbvertiefung - die Maasvlakte 2 war um 10 Jahre verspätet - stark beschleunigt worden.

In Rotterdam wird nicht so lange diskutiert wie bei uns, man handelt eher. Ich erinnere mich noch an die Containerbarge, die Verkehre zwischen Terminals abwickeln sollte statt die Feeder zu verlegen. Scheint im Archiv verschwunden zu sein. Oder die LNG-Barge mit Erdgaskraftwerk wurde derart mit Auflagen belegt, dass es nicht wirtschaftlich arbeiten kann. Wird LNG für Kreuzfahrtschiffe benötigt, kommt er meines Wissens aus Rotterdam.
Gruß, Volker

Jacko1984
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Jacko1984 »

Moin,

ich denke wie hier schon angesprochen hat der Hafen einfach ein viel zu negatives Image - das ist in Belgien/Niederlanden doch eine ganz andere Wertschätzung.

Auch empfinde ich die Darstellung auch hier im Thread teilweise zu negativ.
Ich versuche es also einmal positiv anzugehen :)

Natürlich gibt es strukturelle Probleme, aber doch auch viele Standortvorteile Hamburgs, welche es gilt stärker zu definieren.
- Ich würde hier spontan das hohe Aufkommen an lokaler Ladung nennen, welches einen Anlauf als Basisladung rechtfertigt.
- Zusätzlich wie so oft zitiert die exzellente Hinterlandanbindung gerade über die Schiene.
Ich denke so Etwas lässt sich gerade aufgrund der „Klagewut“ einiger Verbände heute nicht mehr neu aufbauen (ich denke an den JWP)
- trotz der nautischen Restriktionen hat auch die Lage weit im Hinterland große Vorteile, fährt man doch kostengünstig weit „zum Kunden“

—————

Was kann getan werden, um den Hafen zu entwickeln?
- konsequente Investitionen in den Hafen und in Automatisierung der Terminals (Effizienzsteigerungen)

- Bindung mindestens einer weiteren (neben Hapag) Reederei über ein Dedicated Terminal // idealerweise ein Grossreeder der Ocean Alliance
Gerade diesen Trend hat Hamburg aus meiner Sicht verpasst.

- weitere Stärkung der Hinterlandanbindung // hier denke ich speziell an den Westdeutschen/Suedwestdeutschen Raum.
Es gibt hier ein gewisses strukturelles Problem der Westhäfen aufgrund immer häufiger auftretenden Niedrigwasserlagen am Rhein.
Gerade die chemische Industrie hat doch latent Bedarf an einer stabilen Alternative Bsp über Bahn gen Nordhafen (durch die abgeschlossene Elbvertiefung könnte ab nächstes Jahr entsprechend zusätzlich abgefahren werden pro Anlauf)

Auch sollte man aus meiner Sicht einen verstärkten Fokus auf den Ausbau der Anbindung via Binnenschifffahrt Elbe setzen.

- Entwicklung der strategischen Fläche Steinwerder und Moorburg durch Ansiedlung von Industrie bzw. Nutzung für die Thematik Wasserstoff
Ziel muss hier eine Diversifizierung des Hafens sein.

So viel einmal zu meinen optimistischen Gedanken.
Evtl empfindet Ihr ja den ein oder anderen Punkt stimmig.

Gruss

Tim S.
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Tim S. »

Ja, das stimmt. Da Deutschland ja eher ein Binnenland ist, sind die Vorteile des Seetransports vielen Menschen, fürchte ich, nicht so richtig bewusst. So wurde unlängst in Kiel am Bahnhofskai ein drittes Gleis gebaut, um den Schienentransport von angelandeten Gütern zu steigern. Dafür musste eine Baumreihe fallen. In der Öffentlichkeit wurde immer wieder nur dies beklagt, ohne die größeren positiven Umweltfolgen des Schienentransports zu sehen. Fähren werden oft nur als Emittenten von Abgas gesehen. Dass sie in gewaltigem Maß Landtransporte ersetzen, ist vielen auch nicht bewusst. Die Menschen beschweren sich über Emissionen von Kreuzfahrtschiffen, ignoriren aber vollkommen den ungleich höheren Ausstoß de rmeisten Handelsschiffe, gerade aus Substandard-Ländern, die in erheblich höherem Maß zu Luftverschmutzung beitragen. Es ist also oft eine verzerrte oder unzureichende Wahrnehmung dessen, was Schifffahrt ausmacht, wie sie funktioniert und was sie bewirkt, vorhanden. Die Häfen verschwinden natürlich leider auch hinter ISPS-Zäunen und werden so nur als Fremdkörper wahrgenommen, bzw. sind die großen Häfen irgendwo im Nirvana angesiedelt, wo wiederum Fahrrinnenanpassungen bekanntlich als großer Zankapfel dienen. Für mich war es noch eine sehr unmittelbare Erfahrung, an der Kaikante zu stehen und zuzuschauen, wie die Getreidegreifer das, was zu Brot wird, tonnenweise aus den Laderäumen holen, wie Schauerleute das Hoilz, das dann im Baumarkt landete, an die Kranhaken anschlugen etc. Wenn man diese unmittelbaren Erfahrungen nicht mehr machen kann, entfremdet man sich natürlich auch vom Wasser jenseits einer Freizeitnutzung.

Volker Landwehr
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Volker Landwehr »

Was Kiel betrifft, vielleicht sind die gegen die Fällung Protestierenden ja nur konsequent. Wir alle sind schnell dabei, mit dem Finger auf Länder wie Brasilien und Indonesien zu zeigen, wenn Urwälder aus wirtschaftlichen Gründen abgeholzt werden, um Plantagen anzulegen. Die Lunge das Planeten wird zerstört.
Bei uns ist das Fällen vonBäumen aus den gleichen Gründen anscheinend völlig normal, obwohl sie hier den gleichen Zweck erfüllen.

Die Frachtschifffahrt wird wirklich gebraucht, die Kreuzschiffahrt weniger. Außerdem bewegen sich die Kreuzfahrtschiffe oft in Küstennähe, so dass die Beeinträchtigung den Menschen mehr betrifft. Simulationen haben gezeigt, dass Schiffsabgase aus dem Ärmelkanal bis fast nach Niedersachsen kommen. Und dann kommt die Liegezeit im Hafen, in der ca. 35% der Maschinenleistung weiterhin für den Hotelbetrieb benötigt werden.

Ich denke, der Ruf der Schifffahrt ist insgesamt angekratzt, da über Jahrzehnte nichts zur Eindämmung von Emissionen getan wurde und heute noch Schwefelgehalte erlaubt sind, die sonst im Verkehr undenkbar sind.

Wenn Fähren Landtransporte ersetzen, sehe ich sie auch als Dreckschleudern. An Land könnte der Transport mit weniger Emissionen erfolgen. Zur Überbrückung von Wasserstraßen sind sie unverzichtbar.

Hat der Hafen in Hamburg ein negatives Image? Ich denke, die meisten wissen, dass der Wohlstand HHs zu nicht unerheblichen Teilen vom Hafen abhängt. Aber die Zeiten haben sich geändert. Man ist heute oft nicht mehr bereit, jede Umweltzerstörung zugunsten der Wirtschaft hinzunehmen. Und da hilft es sicher nicht, dass Prognosen sich oft als falsch erwiesen haben, die zu Eingriffen in Umwelt und Lebenraum führen sollten. Die 25 Mio. TEU in 2025 lassen grüßen.

Deutschland war eimal weitgehend von Wald bedeckt, was davon übrig ist, wissen wir. Ließe man der Wirtschaft freie Hand würde ohne Rücksicht auf Verluste weiter gehen. Die Klagerechte sind aus meiner Sicht dringend nötig, die Politik hat es nur versäumt, die Prozesse zu kanalisieren und zu beschleunigen. Ich habe gerade ein Beispiel vor der Haustür. Vor einigen Wochen ist ein beladener Tanklastzug auf der A40 unter fünf Eisenbahnbrücken ausgebrannt. Ein Teil der Brücken auf der ICE-Strecke Essen-Duisburg muss ersetzt werden. Wäre es letztes Jahr passiert, wäre für einen identischen Nachbau an gleicher Stelle ein neues Planfeststellungsverfahren erforderlich geworden. Das ist im März 2020 geändert worden. Da die A40 aber irgendwann auf sechs Spuren erweitert werden soll und man die Brücke nic zweimal bauen will, wird jetzt doch ein Planfeststellungsverfahren nötig. Außer der größeren Spannweite ändert sich nichts. Schwachsinn!

Ich fürchte, die guten Hinterlandanbindungen nutzen sich mit der Zeit ab. Maersk und MSC laufen inzwischen Danzig an und es werden andere folgen. Und von Süden könnte Hamburg durch Koper in Slowenien unter Druck geraten.

Für die Bindung einer internationalen Reederei müsste die HHLA ihre Einstellung ändern, und nicht zusätzliche zugesicherte Verkehre als Voraussetzung füe Anteile verlangen.

Die Binnenschifffahrt auf der Elbe ist mindestens so von niedrigen Wasserständen betroffen wie der Rhein.

Was den JWP betrifft, der wird bis ende 2022 einen zweigleisigen, elektrifizierten Bahnanschluss haben, also deutlich aufholen.

Der Hamburger Hafen steht inzwischen in Konkurenz zu verschiedenen anderen Häfen von denen einige wie Danzig und Koper gut entwickeln und HH Verkehre wegnehmen können. Ich war vor drei Jahren das letzte Mal in Cuxhaven und da war auffällig wieviel weniger Feeder unterwegs waren.

Ich denke, wenn der Hamburger Hafen seinen Umschlag halten kann, ist das auch schon ein Erfolg.
Gruß, Volker

Jacko1984
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Jacko1984 »

Hi,

nun arbeite ich selber bei Unifeeder & kann berichten, dass die reduzierte Anzahl an Feederabfahrten hauptsächlich der Schiffsgrössenentwicklung auch in diesem Segment geschuldet ist.

Was zweifelsfrei stimmt ist, dass die deutschen Häfen mit Öffnung der Maasvlakte 2 im Transshipmentbereich Marktanteil verloren haben.
Diese Verkehre sind nun nicht sehr „Standortgebunden“ - gerade in diesen Wochen wird massiv über Hamburg geroutet, da Rotterdam überlastet ist.
Sollten die deutschen Häfen ihre ich nenne es einmal plump „Möglichkeiten“ wieder steigern, wird sicherlich auch im Transshipmentbereich wieder ein Anteilsgewinn möglich sein.
Nur dafür muss entsprechend gegengesteuert werden mit Maßnahmen zur Wettbewerbsfähigkeit- ein paar Ideen habe ich ja genannt.

Bemerkenswert ist aber doch schon, dass die Menge an „Domestic Ladung“ über Hamburg die vergangenen Jahre kontinuierlich solide gewachsen ist...Ladung welche sehr viel Standortgebundener ist.
Ein Erodieren des Hinterlandes ist also zumindest in diesen Zahlen noch nicht zu erkennen (& ja - wahrscheinlich wäre das Wachstum ohne die genannte Konkurrenz noch größer).

Zusätzlich zu den bisherigen Posts möchte ich noch nennen, dass der Ersatz der Köhlbrandbrücke & eine entsprechende Erreichbarkeit des CTA herausragend wichtig ist.
Ferner frage ich mich, ob man nicht die Erweiterung des Drehkreises Waltershof (wichtig) unabhängig von einer Westerweiterung Eurogate (braucht aktuell niemand) trennen sollte.

Gruss

Volker Landwehr
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Volker Landwehr »

Mit meiner Bemerkung zu Hinterlandanbindungen habe ich mich auf Deinen Vorschlag bezüglich West- und Süddeutschland bezogen.
Der reine Landtransport in den süddeutschen Raum ist z.B. von Koper in etwa gleicher Zeit zu bewerkstelligen wie von Hamburg. Nicht zu vergessen die ca. 5 Tage kürzere Fahrzeit des Schiffes. Ähnliches gilt selbst für Prag.

Wenn Koper seine Hinterlandanbindung verbessern kann, könnte dort eine Konkurenz erwachsen. Noch scheint es nicht so weit zu sein.

Ich denke das Wichtigste ist die Modernisierung/Automatisierung der Hamburger Terminals. Das ist umso wichtiger, je länger der Tunnel als Köhlbrandbrückenersatz auf sich warten lässt und das könnte ja wohl bis 2030 sein. Auch CTA könnte könnte eine Auffrischung gebrauchen. Eine Funkfernsteurung der STS-Containerbrücken könnte den Umschlag beschleunigen, da eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit nicht mehr den Kranführer beanspruchen würde.

Eine Zusammenarbeit der deutschen Häfen sollte auch geprüft werden, aber das wird sicherlich an den Befindlichkeiten der Länder scheitern.
Gruß, Volker

Hamburch
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Re: Die Häfen von Morgen - Ideen für die Entwicklung der deutschen Häfen

Beitrag von Hamburch »

Ich könnte mir vorstellen, dass die, wie Du sie nennst, Befindlichkeiten der Länder im aktuellen Prozess weniger zur Geltung kommen könnten. Einerseits verhandeln OFFIZIELL die HHLA und die BLG und nicht Hamburg und Bremen (Ich weiß, das ist quasi identisch). Andererseits wurde nicht nur Hamburg im Ranking der europäischen Häfen von Antwerpen überholt und dauerhaft hinter sich gelassen. Auch Bremerhaven hat im letzten Jahr einen Platz verloren. Piräus (51% COSCO) entwickelte sich in den letzten Jahren nach Umschlagszahlen sehr gut und blickt nun auf Bremerhaven hinab. Wie bereits erwähnt kommt Wilhelmshaven in der Liste, die ich gesehen habe gar nicht vor.
Gruß

Christian

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