Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

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Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von muschelschubser » Sa 1. Jul 2017, 15:23

Ulsan Express, 16.02. – 22.02.2017, Teil 1


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Dieses Foto mit freundlicher Genehmigung von und Copyright by: Daniel R.

Nach einer Flug- und Bahnanreise voller Missgeschicke, Verspätungen, ausgesetzter Züge und ähnlichem war es dann Donnerstagabend, kurz vor Mitternacht, als ich endlich vor dem Gate-House des DP-World Container Terminals in Southampton angekommen war.
Die Abfertigung am Gate verlief problemlos und der Security-Mitarbeiter entschuldigte sich schon fast dafür, dass er mein Gepäck durchsuchen müsse.
Als er damit fertig war, fuhr auch schon der Shuttlebus vor und brachte mich auf das Terminalgelände.
Da lag sie, als ein beeindruckend großer Schatten erkennbar, die Ulsan Express. Ich hatte mich seit dem Ende des vergangenen Jahres auf diese Reise gefreut. Es hatte dann aber noch bis Anfang Februar gedauert bis „alles in trockenen Tüchern“ und final abgesegnet/bestätigt war.
Nun sollte ich bis Hamburg mitfahren wo wir, fahrplangemäß, am Dienstag den 21.02.2017 ankommen sollten.

Ich bezog noch meine Kammer im E-Deck und fiel todmüde ins Bett.


Freitag 17.02.2017

Zum Frühstück ging es in die Offiziersmesse im B-Deck.
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Der Steward hatte, sehr zu meiner Freude, am „Kapitänstisch“ für mich mit eingedeckt. Kaum hatte ich Platz genommen, erschien der 1. Offizier zum Frühstück und erkundigte sich sofort danach wie meine Anreise gewesen wäre und ob mit meiner Kammer alles in Ordnung sei.
Auf einem Schiff der Hamburg-Express-Klasse ist so viel Platz in der Accomondation, dass selbst eine „Reservekammer“ wie ich sie bezogen hatte, unglaublich groß und obendrein sehr wohnlich eingerichtet ist.
Während des Frühstücks entspann sich ein höchst interessantes Gespräch mit dem Chiefmate. Wir klärten schon mal in groben Zügen ab, welche „Freiheiten“ ich an Bord haben würde und was ich lieber bleiben lassen sollte.
Nach dem Frühstück ging ich wieder hoch aufs E-Deck um mir, vom dortigen Freideck aus, die Ladearbeiten anzuschauen. Ich beobachtete, dass die Gantry, die hinter der Accomondation arbeitete, dort größere Mengen an unbeladenen Flatracks absetzte, einzelne Flatracks wieder herausnahm und andere wieder hineinstellte. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir keinen Reim auf dieses Handeln machen, nahm mir aber vor, beim Mittagessen, nachzufragen was es damit auf sich haben könnte.

Kaum war ich auf meiner Kammer angekommen klingelte dort das Telefon. „Chiefmate hier. Wir bekommen gleich Special-Cargo an Bord. Ich habe Ihnen im Bord-Office einen Helm auf meinen Schreibtisch gelegt. Wenn sie Fotos machen wollen, seien sie in spätestens 10 Minuten draußen an der Gangway an der Steuerbordseite.“.
Also: In Windeseile rein in die warmen Klamotten und Treppabwärts. Bordoffice? Wo war das noch ? Gestern, bei meiner Ankunft hatte ich dort meinen Reisepass beim diensthabenden, 2. Offizier abgegeben. Im A-Deck wurde ich fündig, die Tür stand offen und auf einem Schreibtisch lag ein Helm bereit.
Soweit war nun alles geregelt, aber wie komme ich nun auf der Steuerbordseite nach draußen. Der Schiffsmechaniker-Azubi der mich gestern Abend an der Gangway abholte, hatte mir noch gesagt, dass es auf dieser Schiffsklasse auf dem Upper-Deck nur einen Ausgang nach Backbord geben würde. Aber irgendwie waren wir ja dann doch von Steuerbord in die Accomondation gekommen. Also Treppabwärts. Ein Deck Tiefer: Die Umkleide für die Deckscrew und kein Ausgang. Noch ein Deck Tiefer: Die Deckel der Heavyfuel-Vorratstanks und auch kein Ausgang. Noch weiter runter: Fahrstuhl-Serviceraum „No Admittance“.
Was war ich froh, als mir im Treppenhaus der Bord-Elektriker entgegenkam. Wir stellten uns vor und der Elektriker muss wohl meinen, leicht verzweifelten, Gesichtsausdruck bemerkt haben und fragte mich ob er mir behilflich sein könnte. Als er hörte, dass ich den Ausgang nach Steuerbord aufs Deck suchte, musste er dann doch schmunzeln und erklärte mir, dass ich jetzt noch 2 Stockwerke nach oben müsse. Dort würde ich dann die Tür nach draußen finden, draußen dann eine Treppe nach unten und ich würde genau vor der Gangway stehen.


Ich hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft, auf dem Terminal wurde gerade die erste Yacht herangefahren.
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Eine werksneue Sunseeker Predator 68. Bestimmungsort: Jebel Ali, Vereinigte Arabische Emirate.


Mit einem Blick in den Laderaum hinter der Accomondation sehe ich das Ergebnis des „Flatrack-Tetris“ aus den Morgenstunden.
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Während ich am Fotografieren bin, treffe ich auf den Chiefmate der die Verladungsarbeiten des „Special Cargo“ überwacht. Der Chiefmate bittet mich darum nicht runter auf das Terminal zu gehen um dort zu fotografieren. Die Stevedores wären erfahrungsgemäß „not amused“ wenn dort jemand „rumturnt“ während gerade Sonderladung verladen wird. Er würde mir aber bescheid geben , und mit mir zusammen in den Laderaum gehen sobald alles sicher verzurrt wäre. Mit Ausnahme des Laderaumes hätte ich, an Bord, ansonsten freie Hand was die Fotopositionen angeht.
Ich hatte, wissend um das allgemeine Fotografierverbot auf Terminals, ohnehin nicht vorgehabt das Schiff zu verlassen. Die Perspektiven von hier oben sind mehr als beeindruckend.
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Während gerade die erste Yacht „einschwebt“,
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kommt auch der Kapitän nach draußen. Ich stelle mich vor und es entspinnt sich ein, sehr angeregter und intensiver Klönschnack. Nachdem ich mich beim Kapitän für die großen Freiheiten die ich an Bord genieße und für den Anruf des Chiefmates bzgl. Special Cargo, bedankt habe, entgegnet dieser, dass ich großes Glück hätte, denn derartige Ladung wäre auch für sie sehr außergewöhnlich.
Zu diesem Zeitpunkt haben wohl alle Beteiligten noch keinerlei Ahnung was für großartige Dinge sich in den kommenden Tagen noch für mich ergeben sollten.

Im Laderaum ist man gerade dabei den Laschplan zu diskutieren ;-)
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Und die Lagerböcke gegen verschieben zu sichern
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während auf dem Terminal schon die zweite Yacht heranrollt
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Ebenfalls eine Sunseeker, jedoch „nur“ 54 Fuß lang.
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Nachdem im Laderaum alles gelascht ist, nimmt der Chiefmate mich dann mit nach unten.

Dort angekommen erhalte ich noch eine, sehr interessante, Erläuterung zu den erforderlichen Laschkräften und den Übergabezeitpunkten bzgl. der Haftung und Verantwortlichkeit für die Ladung.
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Ich bedanke mich beim Chiefmate für die interessanten Infos und auch nochmals für den Anruf bzgl. Special-Cargo. Grinsend ,bekomme ich zur Antwort „Als nächsten Programmpunkt haben wir, gleich nach dem Mittagessen, einen Rettungsbootdrill geplant. Wenn sie das ansehen wollen, bitte dann an der Backbord Musterstation einfinden“.



So geht es nach dem Mittagessen gleich zur Musterstation an Backbord.
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Das Rettungsboot wird bemannt und meine Kamera geht mit an Bord des Rettungsbootes.
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Nachdem das Rettungsboot dann abgelassen und ausgeklinkt ist,
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entstehen von dort aus dann einige Bilder mit gänzlich ungewohnten Blickwinkeln.
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Das Rettungsboot wird wieder eingeklinkt und an Bord geholt
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um dann dort wieder gelascht zu werden
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Beim Abendessen erfahre ich, dass es morgen Nachmittag nach Antwerpen losgehen soll.
Draußen ist es inzwischen dunkel und ich bin den ganzen Tag nicht dazu gekommen einige Fotos der Container-Verladearbeiten zu schießen. Also beschließe ich dieses dann morgen, gleich nach dem Frühstück in Angriff zu nehmen.

PS: Die weiteren Tage folgen dann, sobald ich sie fertig geschrieben habe
Zuletzt geändert von muschelschubser am So 2. Jul 2017, 16:29, insgesamt 2-mal geändert.
Beste Grüße
vom Muschelschubser

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Sassnitzer
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Re: Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von Sassnitzer » Sa 1. Jul 2017, 16:08

Super Bericht. Vielen Dank fürs zeigen. :)
Viele Grüße

Sassnitzer

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Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017, Teil II

Beitrag von muschelschubser » Sa 1. Jul 2017, 19:14

Ulsan Express, 16.02. – 22.02.2017, Teil II

Sonnabend 18.02.2017, Teil 1

Gleich nach dem Frühstück geht es für mich an Deck.

Das Wetter ist noch „very British“ bei 6° und Nebel
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Unter Deck soll noch mehr „special cargo“ gestaut werden. Es handelt sich wohl um eine Siebanlage.
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Solch ein Ponton- Lukendeckel wiegt gute 30 Tonnen
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Ich komme gerade „leicht fröstelnd“ in der Accommondation an als mich einer der beiden Schiffsmechaniker-Azubis im Treppenhaus abfängt: „Der Chief meint es wäre jetzt ein guter Zeitpunkt für eine Maschinenraumbesichtigung“. Wenn ich Lust hätte würde mich der Azubi danach auch noch auf den Schornstein bringen.

Welch ein Frage natürlich nehme ich diese „Angebote“ gerne an.
Also geht’s im Treppenhaus ganz nach unten und durch den, endlos langen, Wallgang nach hinten zum Maschinenraum.

Hauptmaschine
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„Hydraulic-Jack“ zum Vorspannen der Stehbolzen wenn der Zylinderkopf (z.B. zwecks Kolbentausch) demontiert werden muss
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Ersatzkolben, ein knapper Meter Durchmesser und gute 5 Tonnen Gewicht
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Ersatz-Zylinder-Laufbuchse, ebenfalls gute 5 Tonnen schwer
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Der Kessel /Boiler zur Wärmeproduktion
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Hier geht’s rauf ;-)
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Oben auf dem Schornstein erwarten mich beeindruckende Perspektiven.
Man befindet sich sozusagen „auf Augenhöhe“ mit den Fahrern der Gantrys.
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Als wir gerade oben sind, verfährt eine Gantry, über den Schornstein hinweg in Richtung Bug. Da zieht man doch, unwillkürlich den Kopf ein. Aber es ist ausreichend Platz zwischen Gantry-Ausleger und Rohroberkanten.
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Bei einem derartigen Manöver soll wohl in der vergangenen Woche der „Blechschaden“ ;-) an der Thalassa Thyi entstanden sein.


Blick nach vorne
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Und nach achtern
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Der Spreader befinder sich oberhalb der dritten Containerlage (auf Deck)

Ich könnte noch Stunden hier oben verbringen, zumal gerade die Sonne etwas herauskommt. Doch der Schiffsmechaniker Azubi drängt zum Aufbruch, weil wir sonst nichts mehr zum Mittagessen bekommen. Außerdem sollen wir wohl nach dem Mittagessen bald ablegen.
Er bietet mir aber an, mich im nächsten Hafen nochmals auf den Schornstein zu begleiten.
Beste Grüße
vom Muschelschubser

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made
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Re: Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von made » Sa 1. Jul 2017, 21:50

Super Bericht und tolle Bilder!!!!

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Re: Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von Hamburch » Sa 1. Jul 2017, 23:49

Moin André,

vielen Dank für das Mitnehmen auf Deine Reise. Ich freue mich auf die nächsten Tage.
Gruß

Christian

Alle von mir eingestellten Fotos tragen mein Copyright.

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rainerx
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Re: Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von rainerx » So 2. Jul 2017, 13:47

moin Christian,

sehr ausführlich und fachmännischer Bericht, danke. Vielleicht habe ich es überlesen, aber, wie war die Crew zusammengestellt nach Nationalitäten?

In freue mich auf den Herbst, mit einem 18000 TEU Schiff von Singapur nach Hamburg, werde berichten.
Reise 2018: https://forum-schiff.de/phpBB3/viewtopic.php?f=14&t=8040

Gruß Rainer

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Re: Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von Finn Fuhrmann » So 2. Jul 2017, 14:17

Moin André,
ich kann mich nur anschließen. Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht! Freue mich schon auf den nächsten Teil :)

@rainerx: Mit welchem Schiff fährst Du denn?

Was kostet der Spaß?

Schönes Wochenende,
Finn

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muschelschubser
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Re: Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von muschelschubser » So 2. Jul 2017, 16:22

rainerx hat geschrieben:
So 2. Jul 2017, 13:47
.... Vielleicht habe ich es überlesen, aber, wie war die Crew zusammengestellt nach Nationalitäten? .....
Die Crewzusammensetzung, zum Zeitpunkt als ich an Bord gewesen bin, sah wie folgt aus:

Kapitän : Deutscher
Leiter der Maschinenanlage (Chief): Deutscher
1. Offizier ( nautisch ) : Deutscher
2. Offizier ( nautisch ) : Deutscher
2. Offizier ( nautisch) : Philipino

- hier bitte nicht wundern, das ist kein "Tippfehler". Hapag Lloyd fährt -meines Wissens nach- auf den deutschgeflaggten Schiffen, dauerhaft mit zwei 2. Nautischen Wachoffizieren, dafür gibt es keinen 3. Nautischen Wachoffizier an Bord. Die Arbeitsteilung ist aber wohl recht ähnlich wie bei dem "klassischen Modell" mit jeweils einem 2. und 3. NWO

2. Offizier (technisch, 2/E): Deutscher
3. Offizier (technisch, 3/E): Philippino
Schiffselektrotechniker : Deutscher
Schiffselektriker / Reefer-Elektriker : Philippino

Zwei Schiffsmechaniker Azubis im dritten Ausbildungsjahr, beides Deutsche (ein Hapag Lloyd Azubi und zusätzlich ein Azubi von einer deutschen Fährgesellschaft, der dort Erfahrungen auf "große Fahrt" sammeln konnte)

Übrige Crew (Bosun, Koch, Steward/Messman, OS, AB, Viper und Oiler): Phillipinos
Beste Grüße
vom Muschelschubser

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rainerx
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Re: Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017

Beitrag von rainerx » So 2. Jul 2017, 16:47

danke,
es ist heute nicht leicht, ein deutsches Schiff auf der gewünschten Route zu treffen.
Nach wie vor wird ein unter deutscher Flagge fahrendes Schiff mit deutscher Führung gefahren.
Letztes Jahr war eine komplette Crew, vom Kapitän bis zum Viper, aus Sri Lanka an Bord auf einem deutschen Schiff, Reederei NSB, aber unter Flagge Liberia.
Im Herbst fahre ich auf einem Schiff unter britischer Flagge.
Reise 2018: https://forum-schiff.de/phpBB3/viewtopic.php?f=14&t=8040

Gruß Rainer

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Ulsan Express 16.02.2017-22.02.2017 Teil III

Beitrag von muschelschubser » Mo 3. Jul 2017, 06:18

Ulsan Express, 16.02. – 22.02.2017, Teil III

Sonnabend 18.02.2017, Teil 2
Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig zum Mittagessen. Dort treffe ich den Kapitän und den Chiefmate. Beim „Mittagsklönschnack“ wird mir mitgeteilt, dass die Lotsen zu um 16:00 bestellt sind und ich gerne zum Auslaufen mit auf die Brücke kommen kann.
Ich bekomme geschildert wie das „Ausparkmanöver“ im Detail geplant ist und das hierfür, im Regelfall, drei Schlepper benötigt werden, weil das Fahrwasser, neben uns an Backbord, nur noch ca. 80 m breit ist. Außerdem müsse die Ulsan Express dann im Anschluss noch um 180° gedreht werden bevor es dann raus geht.
Die Sonne strahlt und der Himmel inzwischen fast vollständig aufgeklart. Somit beschließe ich, sofort nach dem Mittagessen nochmals an Deck zu gehen um zu fotografieren.


Draußen ist nur noch eine Gantry am arbeiten
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Bedingt durch die wundervollen Lichtverhältnisse ist das ganze Schiff voll von spannenden Motiven
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Gegen 15:00 beschließe ich dann meine Kammer aufzusuchen um noch die heutigen Bilder zu sichten, bevor es dann hoch auf die Brücke geht. Kaum bin ich dort angekommen steht auch schon einer der Azubis in der Tür „Wenn sie zum Ablegen auf der Brücke sein wollen, sollten sie sich langsam beeilen. Die Lotsen sind schon an Bord und es soll gleich losgehen“ Ich bedanke mich für die Info und eile die Treppen zur Brücke hinauf.
Die Schlepper sind bereits angespannt und die Festmacher stehen bereit. Kapitän, Chiefmate und die beiden Southampton-Lotsen stehen schon in der Steuerbord-Nock und erscheinen schwer beschäftigt. Somit ergibt sich keine Gelegenheit für eine Begrüßung oder letzte klärende Worte bzgl. meiner „Freiheiten“ auf der Brücke.
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Also beschließe ich es so zu halten wie es mir bisher auf allen Schiffen nahegelegt wurde:
„ Wenn die Lotsen an Bord sind oder gerade Manöver gefahren werden: Stehe nicht im Weg rum, störe die Arbeitsabläufe und die Kommunikation nicht, und stelle keine Fragen (vor allem aber keine, in dem Augenblick, völlig überflüssigen)“
Bisher bin ich mit der Befolgung dieser „Regeln“ sehr gut gefahren, also sollte das doch auch diesmal irgendwie so klappen ;-)

Inzwischen ziehen zwei Schlepper die Ulsan Express rechtwinklig von der Kaimauer weg. Die Steuerbordnock ist weiterhin mit den beiden Lotsen sowie dem Kapitän und dem Chiefmate besetzt.
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Zu meinem Erstaunen lässt der Kapitän den Chiefmate scheinbar das komplette Manöver alleine fahren. Ebenso läuft, augenscheinlich, die Kommunikation zu den gerade erforderlichen Manövern, direkt zwischen dem Chiefmate und dem Lotsen. Der Kapitän ist in unmittelbarer Nähe dabei und wäre jederzeit ansprechbar, wenn es denn erforderlich wäre.
Es ist sehr faszinierend für mich zu sehen wie hier auf dem gesamten Schiff, eine sehr moderne Form der „Ausbildung“ für die Offiziere und die Auszubildenden praktiziert wird. Auch die Umgangsformen untereinander sind absolut vorbildlich, wertschätzend und meist mit einem “ Augenzwinkern“ und / oder einer Prise hintersinnigem Humor versehen.

Währenddessen wechsele ich ständig meinen Standort von der Backbordnock, zum „Freideck“ unterhalb der Steuerbordnock im F-Deck, um ja keines der spannenden Motive zu verpassen.
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Dieses beobachtend kommt einer der Southampton-Lotsen zu mir und fordert mich auf mit auf die Steuerbordnock zu gehen weil an Steuerbord gerade zwei der Schlepper am drücken seien. Dieses Motiv solle ich mir doch nicht entgehen lassen. Ich entgegne Ihm, dass ich das unmöglich machen könne und dort auf der Nock keineswegs stören oder „im Weg rumstehen wolle“. Lachend entgegnet mir der Lotse „Das ist kein Problem, der Chiefmate steuert und mein Kollege koordiniert die Schlepper. Da können sie sich ruhig dazwischen stellen und fotografieren“.
Innerlich schwitze ich Blut und Wasser und bin mir völlig unklar wie ich mich nun verhalten soll. Ich versuche Blickkontakt mit dem Kapitän herzustellen um so zu klären ob das OK wäre. Doch der Kapitän schaut gerade dem Treiben der Schlepper zu.
Nachdem mich der Lotse nun fast schon in Richtung der Steuerbord Nock schiebt, traue ich mich dann doch dort hin.
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Nun wird der Bug noch etwas in Richtung Backbord gezogen
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Und die Ulsan Express ist fertig um 180° gedreht. Die Schlepper werden losgeworfen und es geht , in Richtung Südost, raus aus Southampton.

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Hoovercraft auf der Route Fishbourne <>Portsmouth
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Es ist faszinierend zu sehen, wie abrupt so ein Hoovercraft fast zum Stillstand kommt, wenn als es die Heckwelle der Ulsan passiert. Ich vermute mal, dass da kurzfristig die Luftkissenströmung abgerissen ist.
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Rettungshelikopter der Küstenwache
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Bei Schiffsgrößen wie der der Ulsan Express ist es In Southampton üblich, dass der Hafenmeister mit seinem Schiff vorweg fährt um mögliche „Verkehrshindernisse aus dem Weg zu schaffen“..
[URL=http://www.directupload.net]Bild



Der Hafenmeister hat sich gerade wieder auf den Rückweg nach Southampton gemacht, als sich vor unserem Bug folgendes Bild bietet..
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Wir passieren Portsmouth
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und die Solent Forts
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Ein Schiff der Britischen Border Force als Gegenläufer
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Während der Chiefmate gerade zum Abendessen geht, sprechen mich der Kapitän und der Schiffsmechaniker-Azubi an „Ich wäre ja gerade so mit Fotografieren beschäftigt und hätte bestimmt gar keine Zeit zum Abendessen zu gehen“. Das ist tatsächlich so, denn das Abendlicht wird gerade immer schöner.
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Sie wollten ohnehin gerade beim Cookie anmelden, dass sie etwas später zum Essen runtergehen. Ob ich das dann auch so machen wolle? Dankend nehme ich den Vorschlag an. Der ganze Nachmittag war, gemessen daran das wir Mitte Februar haben, schon sensationell gut gewesen. Der Abendhimmel verspicht nun größeres.

Während ich mich, auf und unter der Steuerbordnock, bemühe die letzten Sonnenstrahlen des Tages einzufangen,
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kommt der Auszubildende, breit grinsend, nach draußen „Der Kapitän lässt ausrichten, dass es jeden Tag einen Sonnenuntergang gibt, an Backbord nun aber die Lotsen von Bord gehen würden. Ich möge mich bitte sputen wenn ich das noch fotografieren möchte“
Während ich gerade von Steuerbord nach Backbord durch die Brücke eile, schaut der Kapitän lachend vom Kartentisch auf „ So habe ich das gar nicht gesagt! Aber Recht hat er“.
Die Stimmung hier an Bord ist tatsächlich außergewöhnlich gut und sehr oft mit einer guten Prise Humor gewürzt.

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Nun geht es für mich wieder zurück auf die andere Seite des Brückendecks um die letzten beiden Fotos des Tages zu schießen.
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Beste Grüße
vom Muschelschubser

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