Russland-Ukraine-Krieg

Tim S.
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Tim S. »

Handelsschiff geriet bei ukrainischen Attacke vor Taganrog in Brand:
https://unn.ua/en/news/russia-reported- ... -shot-down
Tim S.
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Tim S. »

Tim S. hat geschrieben: Do 2. Apr 2026, 10:26
Tim S. hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 09:33
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Einige Fotos der National Oil Corporation von der riskanten Bergungsaktion der ARCTIC METAGAZ. Warum sie eigentlich mit unkalkulierbaren Risiken verbunden ist, habe ich ja bereits ausgeführt, von daher kann man nur die Daumen drücken, dass die Schleppercrews sich dessen bewusst sind. Jenseits davon zeigen die Fotos ein verheerendes Schadensbild, das es erstaunen lässt, dass der Tanker mit den gewaltigen Löchern in beiden Seiten überhaupt noch schwimmt. Aber der Auftrieb durch die verbliebenen Abteilungen scheint ja auszureichen. Dennoch fragt man sich, was für ein Hafen ins Risiko gehen sollte oder wollte, dieses Wrack aufzunehmen. Am 1.4. wurde berichtet, Libyen habe die Bergungsoperation aufgegeben:
https://www.maltatoday.com.mt/news/nati ... _malta_sar
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Am 1.4. zeigte sich die ARCTIC METAGAZ achtern deutlich tiefer liegend. Die einwöchige Schleppaktion hat möglicherweise die strukturellen Schäden verschlimmert und so das Eindringen von Wasser in weitere Abteilungen ermöglicht. Indem die libyschen Behörden das Schiff mehr als 100 Seemeilen vor die Küste und zurück in die Richtung, in der die Notlage eintrat, verringerten sie die unmittelbare Gefahr für ihre Küste. Die vorherrschenden Windrichtungen in den kommenden Tagen könnten das Schiff nach Nordnordosten, weg von Libyen und zurück in die maltesische SAR-Zone treiben. Die Verantwortung für das Schiff könnte somit erneut auf Malta übergehen. Es trieb am 1. April etwa 105 Seemeilen nordnordöstlich von Misrata, nachdem die Schleppverbindung gelöst worden war.
Fotos:
General Administration for Coast Security
Interessanter Hintergrundartikel:
https://www.bluelifehub.com/2026/04/04/ ... sible-now/
Tim S.
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Tim S. »

Russenfrachter VOLGO BALT 138 (IMO 8862791, mit mutmaßlich gestohlenem Weizen vor Kertsch von Ukraine angegriffen, 3 Tote:
https://united24media.com/latest-news/r ... azov-17613
https://www.straitstimes.com/world/euro ... -tass-says
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Rettungsboot mit acht Überlebenden erreichte am 5.4. die Küste bei Shchaslyvtseve. Fotos: Handout Vladimir Saldo, Leiter der derzeit russisch kontrollierten Teile der Kherson-Region.
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Archivbild der VOLGO BALT 138. Foto: Olaf Kuhnke.

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Bilder der Crew nach Verlassen des Schiffs.
Zuletzt geändert von Tim S. am Di 7. Apr 2026, 23:35, insgesamt 4-mal geändert.
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Hans Rosenkranz
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Hans Rosenkranz »

Tim S. hat geschrieben: Mo 6. Apr 2026, 12:01 Russrnfrachter Volgo Balt 138, IMO 8862791, mit mutmaßlich gestohlenem Weizen vor Kertsch von Ukraine versenkt:
https://united24media.com/latest-news/r ... azov-17613
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Rettungsboot mit acht Überlebenden erreichte am 5.4. die Küste bei Shchaslyvtseve. Foto: open source
Volgo Balt 138, IMO 8862791, im NOK 2004
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Mit Gruß aus der Pfalz
Hans Rosenkranz

http://www.rosenkranz-shipphotos.de
Tim S.
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Tim S. »

Zuletzt geändert von Tim S. am Mi 8. Apr 2026, 10:38, insgesamt 1-mal geändert.
Tim S.
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Tim S. »

Tim S. hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 11:08 Schattenfrachter GLADIUS (IMO: 8919879) wegen illegaler Exporte aus russisch besetzter Krim in Odessa beschlagnahmt:
https://splash247.com/vessel-detained-i ... ade-links/
Kapitän der GLADIUS könnten fünf Jahre Gefängnis erwarten:
https://maritime-executive.com/article/ ... -to-crimea

Das Schiff wurde von der Sietas-Werft 1992 als ANNEGRET abgeliefert.
Tim S.
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Tim S. »

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Wenn man sich die immensen Schäden am Rumpf an beiden Seiten anschaut, so stellt sich die Frage, wieso schwimmt dieser Tanker eigentlich noch? Wo sind die Auftriebsreserven, die ihn seit Wochen in im Prinzip unveränderter Lage halten? Der Maschinenraum dürfte geflutet sein, und ebenso geschätzte 50 % der Tankbereiche. Gibt es Experten, die da eine Einschätzung abgeben können?
Foto: Libyan Navy
Tim S. hat geschrieben: So 5. Apr 2026, 13:07
Tim S. hat geschrieben: Do 2. Apr 2026, 10:26
Tim S. hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 09:33
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Einige Fotos der National Oil Corporation von der riskanten Bergungsaktion der ARCTIC METAGAZ. Warum sie eigentlich mit unkalkulierbaren Risiken verbunden ist, habe ich ja bereits ausgeführt, von daher kann man nur die Daumen drücken, dass die Schleppercrews sich dessen bewusst sind. Jenseits davon zeigen die Fotos ein verheerendes Schadensbild, das es erstaunen lässt, dass der Tanker mit den gewaltigen Löchern in beiden Seiten überhaupt noch schwimmt. Aber der Auftrieb durch die verbliebenen Abteilungen scheint ja auszureichen. Dennoch fragt man sich, was für ein Hafen ins Risiko gehen sollte oder wollte, dieses Wrack aufzunehmen. Am 1.4. wurde berichtet, Libyen habe die Bergungsoperation aufgegeben:
https://www.maltatoday.com.mt/news/nati ... _malta_sar
Bild
Am 1.4. zeigte sich die ARCTIC METAGAZ achtern deutlich tiefer liegend. Die einwöchige Schleppaktion hat möglicherweise die strukturellen Schäden verschlimmert und so das Eindringen von Wasser in weitere Abteilungen ermöglicht. Indem die libyschen Behörden das Schiff mehr als 100 Seemeilen vor die Küste und zurück in die Richtung, in der die Notlage eintrat, verringerten sie die unmittelbare Gefahr für ihre Küste. Die vorherrschenden Windrichtungen in den kommenden Tagen könnten das Schiff nach Nordnordosten, weg von Libyen und zurück in die maltesische SAR-Zone treiben. Die Verantwortung für das Schiff könnte somit erneut auf Malta übergehen. Es trieb am 1. April etwa 105 Seemeilen nordnordöstlich von Misrata, nachdem die Schleppverbindung gelöst worden war.
Fotos:
General Administration for Coast Security
Interessanter Hintergrundartikel:
https://www.bluelifehub.com/2026/04/04/ ... sible-now/
Volker Landwehr
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Volker Landwehr »

Tim S. hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 12:43 Bild
Wenn man sich die immensen Schäden am Rumpf an beiden Seiten anschaut, so stellt sich die Frage, wieso schwimmt dieser Tanker eigentlich noch? Wo sind die Auftriebsreserven, die ihn seit Wochen in im Prinzip unveränderter Lage halten? Der Maschinenraum dürfte geflutet sein, und ebenso geschätzte 50 % der Tankbereiche. Gibt es Experten, die da eine Einschätzung abgeben können?
Foto: Libyan Navy
Ich kann Dir keine definitive Antwort liefern, nur ein paar Hinweise liefern.

Das Schiff wurde als BERGE EVERETT in Südkorea gebaut. Hier ist ein Längsschnitt mit den 4 Ladetanks: https://seatracker.ru/i/p/9e/ae/9eaeb3a ... 797a26.png

Wenn man die Zeichnung mit dem folgenden von Dir geposteten Foto vergleicht, scheint genau eine Tanksektion aufgesprengt zu sein.
https://i.postimg.cc/SstPrs8c/aaaa.jpg
Den Ausfall einer von sechs wasserdichten Sektionen sollte genug Auftrieb erhalten.

Die Antwort auf die Frage, warum das Schiff nicht längst im Bereich der Schäden zerbrochen ist, kann ich nur vage beanworten. Im auf den Foto nicht sichtbaren Bereich, unter Wasser und im Bereich des Hauptdecks, muss noch soviel tragende Struktur vorhanden sein, dass es die nach der Explosion aufgetretenen Belastungszustände ausgehalten hat. Was da noch vorhanden sein kann, weiß ich nicht.
Gruß, Volker
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Tim S. »

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Danke für deine Überlegungen, Volker. Wäre es nur dieses eibe Loch, wäre ich auch fein damit. Aber in der Backbordseite fehlt ja ein ganz gewaltiges Stück Rumpf, und das auf einer anderen Höhe als das Loch an Steuerbord. Also müsste die Flutung ja doch erheblicher sein. Ganz zu schweigen von der strukturellen Integrität auch unter Berücksichtigung der schweren Brand- und Explosionsschäden, die ja auch intern gewiss schwere Verwüstungen nach sich zogen.
https://twitter.com/i/status/2041306648300466548
Volker Landwehr
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Re: Russland-Ukraine-Krieg

Beitrag von Volker Landwehr »

Ich noch mal nachgeschaut. LNG-Tanker (Gastanker) müssen so konstruiert sein, dass sie das Fluten der wasserdichten Abteilungen überstehen, die von den im IGC-Code (Internationaler Code für den Bau und die Ausrüstung von Schiffen, die verflüssigte Gase als Massengut befördern, Kapitel 2) festgelegten angenommenen Schadensausmaßen betroffen sind; dies entspricht in der Regel einem oder zwei benachbarten Abteilungen.

Das sind die Regeln (übersetzt):
Angenommene maximale Schadensausdehnung (Seiten- und Bodenschäden)
Seitenschäden:
  • Längsrichtung: 1/3 L^{2/3} oder 14,5 m, je nachdem, welcher Wert kleiner ist.
  • Querrichtung: B/5 oder 11,5 m, je nachdem, welcher Wert kleiner ist (gemessen von der Außenhülle nach innen).
  • Vertikal: Nach oben unbegrenzt.
Bodenschäden (variieren je nach Lage, vorne stärker):
  • Längsrichtung: Ähnlich wie bei den Seitenschäden (1/3 L^{2/3} oder 14,5 m).
  • Querrichtung: B/6 oder 5–10 m.• Vertikal: B/15 oder 2 m von der Bodenhülle aus.
Da Schäden an beliebiger Stelle bis zu 14,5 m lang sein können, können auch zwei Sektionen geflutet sein. Da die Löcher an Steuerbord und Backbord um eine Sektion versetzt sind, bieten die unbeschädigten Wände gegenüber den Löchern anscheinend ausreichende Tragfähigkeit.
Gruß, Volker
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