Also auch NSSR meldete bis 15 Meter.
Unglücks-Thread
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Re: Unglücks-Thread
Wenn es keine Spekulationen geben soll, warum haben wir einen Unglücks-Thread? Wenn nicht diskutiert werden soll, wozu ein Forum.StephanG2312 hat geschrieben: ↑Di 26. Mär 2019, 00:28Doch, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, finde ich das schon:
Da fallen plötzlich diverse Schiffe der gleichen Bauwerft mit Maschinenproblemen auf, anderswo werden die SRtP-Richtlinien nicht erfüllt und parallel werden die Seekästen als potentielle Ursache ausgemacht. Von den Medien mal ganz zu schweigen. Wie sollte man das sonst benennen?![]()
Es gibt in diesem Fall Informationen, nur sind die teils widersprüchlich.
Nimm die Wellenhöhe, aber da kann sich jeder sein Bild machen mittels der in diesem Post verlinkten Videos: https://www.forum-schiff.de/phpBB3/view ... 90#p157905
Die SRtP-Regeln können einem schon in den Sinn kommen, auch wenn sie aus meiner Sicht hier nicht passen, da sie Brand und Wassereinbruch behandeln.
Dass 4 Motoren gleichzeitig ausfallen, ist außergewöhnlich. Und da denkt man an die herausstechenden Gemeinsamkeiten, Treibstoff und Kühlwasser. Beide Möglichkeiten wurden von Fachleuten in Medien geäußert, bevor sie hier auftauchten-
Der Wind wurde ursprünglich, glaube ich, mit Windstärke 8 -9 genannt. Eine andere Quelle sagt 24 m/sec entsprechend Bft 9. Eine Windkarte in der Washington Post zeigt nahe Trondheim küstennah 62 mph und etwas weiter südlich 58 mph, beide Bft 10. https://www.washingtonpost.com/resizer/ ... EA6QDQ.PNG
Natürlich wird auf Basis der vorhandenen Informationen auch spekuliert, aber wo ist das Problem? Mich würde es nur stehen, wenn die Basis der Informationen verlassen würde und das habe ich hier nicht gesehen.
Und wenn es Dich so stört, warum liest Du es?
Gruß, Volker
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Re: Unglücks-Thread
Vorab: Ich hatte nicht mit Zustimmung oder Applaus für meinen Beitrag gerechnet...
Vielleicht liegt es auch daran, dass, wenn man beruflich öfter mit solchen Themen zu tun hat, eine etwas differenziertere Sichtweise hat und sich erstmal ausschließlich auf belastbare Fakten verlässt.
Ich erwarte ja auch garnicht, dass hier nicht mehr spekuliert wird - warum sollte man das aufgrund meiner unmaßgeblichen Meinung auch tun? - aber vielleicht denkt der eine oder andere doch mal ein paar Minuten länger nach, bevor er irgendwelche Theorien raushaut. Und das ist jetzt nicht auf die an dieser Diskussion Beteiligten oder nur auf das Thema VIKING SKY gemünzt!

Vielleicht liegt es auch daran, dass, wenn man beruflich öfter mit solchen Themen zu tun hat, eine etwas differenziertere Sichtweise hat und sich erstmal ausschließlich auf belastbare Fakten verlässt.
Ich erwarte ja auch garnicht, dass hier nicht mehr spekuliert wird - warum sollte man das aufgrund meiner unmaßgeblichen Meinung auch tun? - aber vielleicht denkt der eine oder andere doch mal ein paar Minuten länger nach, bevor er irgendwelche Theorien raushaut. Und das ist jetzt nicht auf die an dieser Diskussion Beteiligten oder nur auf das Thema VIKING SKY gemünzt!

Mit maritimen Gruß
Stephan
Stephan
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Re: Unglücks-Thread
Auf hoher See wäre das Schiff nicht auf Grund gelaufen. Das war die entscheidende kritische Angelegenheit, dass alle 4 Hauptantriebe in Küstennähe ausfielen und die Anker letztlich offenbar 2 Minuten vor der Strandung griffen. In dieser See mit auflandigem Wind Boote auszusetzen wäre nicht ratsam gewesen. Tatsächlich sind noch nie in der Geschichte so viele Menschen in so kurzer Zeit aus der Luft abgeborgen worden. Eine großartige Geschichte. Wie allerdings der weitere Verlauf gewesen wäre, hätten die Anker nicht gegriffen, will man vielleicht nicht so genau wissen. Von daher gilt es aber natürlich zu klären, wie der Maschinenausfall geschehen konnte und natürlich, welche Lektionen daraus zu lernen sind.
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Re: Unglücks-Thread
Das ist die Frage! Lernt man da überhaupt etwas draus, bzw. geht das überhaupt? Wie oft liest man hier im Forum etwas über Schiffe mit Maschinen-/Ruderausfall im NOK. Da hätte man schon längst draus lernen müssen, wenn es denn so simpel wäre. Das stelle ich mir jedefalls nicht so vor. Es ist ja nicht so wie beim Auto, wo man eine Serienproduktion hat und Fehler an der Technik bei allen Fahrzeugen reproduzierbar sind. Die Anzahl der möglichen Störfaktoren ist wahrscheinlich auch etwas größer, bei einem Schiffsmotor.
Mal schauen was so rausgefunden wird.
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Re: Unglücks-Thread
@Netsailor,
ich empfinde es als sehr gut, daß Du auch nochmal das Schicksal der Christlichen Seefahrt auf den Schirm geholt hast.
Die Besatzung der HAGLAND CAPTAIN fährt zum Zwecke des Broterwerbs zur See. Die Seeleute haben auf ihrem vergleichsweise kleinen Schiff vermutlich in größerer Gefahr geschwebt. Ich vergesse nicht die Besatzung des Frischfleischtransporters, jedoch wird mir hier zuviel über der armen Paxe geredet, die doch auf dem Schiff nur eine Lustreise unternommen haben.
Vielleicht garnicht schlecht, daß die Menschheit mal wieder erfahren hat, daß der Beruf des Seemanns mit vielen Gefahren verbunden ist.

An alle, die sich jetzt wieder über den Begriff 'Frischfleichtransporter' aufregen: bleibt gefasst. Obwohl (seefahrtinteressierte) Landratte, schlägt mein Herz eben doch mehr für die arbeitenden Besatzungen.
Und jetzt halte ich die Klappe zu diesem Thema.
Gruß


Auf die Deutschen ist Verlass: sie sind dagegen
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Re: Unglücks-Thread
Ich denke, in Atlantik wäre bei gleichen Wind- und Wellenbedingungen nichts passiert, außer dass die Personen an Bord durcheschüttelt worden wären.
Wie Tim schon schrieb, nicht der Motorenausfall und die übrigen Randbedingen waren der Grund zur Evakuierung sondern das drohende Auflaufen auf eine felsige Küste. Wäre die Viking Sky 10 km vor der Küste gewesen, wäre vermutlich abgewartet worden.
Ich denke, man lernt schon aus Blackouts oder Ruderausfällen, so die Daten überhaupt an die Hersteller gehen. Blackouts und Ruderausfälle sind ja nur die Symptome des Geschehens, es können viele verschiedene Fehler/Ursachen dazu führen. Ein technisches Versagen einzelner Komponenten, z.B. Elektronikelemente und -bauteile oder mechanische Bauteile, wird man nie ganz ausschließen können.
Es gibt ja den Vorwurf, der Kapitän hatte bei den Bedingungen dort nicht fahren dürfen. Web.de gibt eine norwegische Veröffentlichung wieder, wonach während der Fahrt zwei Lotsen an Bord waren. https://web.de/magazine/panorama/lotse- ... t-33627374
Nach Aussage des Lotsen Lockert hätte die Viking Sky das Seegebiet südwestlich von Trondheim ohne den Blackout auf Grund ihrer Größe auch bei diesen Problemen problemlos befahren können. Bis zum Blackout sei alles in Ordnung gewesen.
Die norwegische Küstenwache, Arbeitgeber des Lotsen, erklärte ebenfalls, das nichts dagegen gesprochen habe, das ein Schiffs vom Format der Viking Sky auch bei diesem das Seegiet befahren konnte. Die norwegische Quelle ist leider hinter einer Bezahlschranke: https://www.vol.no/nyheter/bo/2019/03/2 ... 736257.ece
Ein Professor für Meerestechnologie an der NTNU, Svein Kristiansen sagt, das Schiff habe nicht fahren dürfen, da absehbar war, dass die Rettungsboote würden nicht eingesetzt werden können. https://www.dagbladet.no/nyheter/profes ... a/70912174
Der Lotseneldermann widerspricht in dem Artikel.
Der ganze Artikel lässt sich recht gut mit Google übersetzen.
@StephanG2312: Ich hab mir mal Deine Vorstellung im Forum angeschaut. Mit Deinem fachlichen Hintergrund sollte es Dir doch leicht möglich sein, ausufernde Spekulationen auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen oder fachliche Gesichtspunkte in die Diskussion einzuführen. Ich würde das allemal dem Mosern vorziehen.
Gruß, Volker
Wie Tim schon schrieb, nicht der Motorenausfall und die übrigen Randbedingen waren der Grund zur Evakuierung sondern das drohende Auflaufen auf eine felsige Küste. Wäre die Viking Sky 10 km vor der Küste gewesen, wäre vermutlich abgewartet worden.
Ich denke, man lernt schon aus Blackouts oder Ruderausfällen, so die Daten überhaupt an die Hersteller gehen. Blackouts und Ruderausfälle sind ja nur die Symptome des Geschehens, es können viele verschiedene Fehler/Ursachen dazu führen. Ein technisches Versagen einzelner Komponenten, z.B. Elektronikelemente und -bauteile oder mechanische Bauteile, wird man nie ganz ausschließen können.
Es gibt ja den Vorwurf, der Kapitän hatte bei den Bedingungen dort nicht fahren dürfen. Web.de gibt eine norwegische Veröffentlichung wieder, wonach während der Fahrt zwei Lotsen an Bord waren. https://web.de/magazine/panorama/lotse- ... t-33627374
Nach Aussage des Lotsen Lockert hätte die Viking Sky das Seegebiet südwestlich von Trondheim ohne den Blackout auf Grund ihrer Größe auch bei diesen Problemen problemlos befahren können. Bis zum Blackout sei alles in Ordnung gewesen.
Die norwegische Küstenwache, Arbeitgeber des Lotsen, erklärte ebenfalls, das nichts dagegen gesprochen habe, das ein Schiffs vom Format der Viking Sky auch bei diesem das Seegiet befahren konnte. Die norwegische Quelle ist leider hinter einer Bezahlschranke: https://www.vol.no/nyheter/bo/2019/03/2 ... 736257.ece
Ein Professor für Meerestechnologie an der NTNU, Svein Kristiansen sagt, das Schiff habe nicht fahren dürfen, da absehbar war, dass die Rettungsboote würden nicht eingesetzt werden können. https://www.dagbladet.no/nyheter/profes ... a/70912174
Der Lotseneldermann widerspricht in dem Artikel.
Der ganze Artikel lässt sich recht gut mit Google übersetzen.
@StephanG2312: Ich hab mir mal Deine Vorstellung im Forum angeschaut. Mit Deinem fachlichen Hintergrund sollte es Dir doch leicht möglich sein, ausufernde Spekulationen auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen oder fachliche Gesichtspunkte in die Diskussion einzuführen. Ich würde das allemal dem Mosern vorziehen.
Gruß, Volker
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Re: Unglücks-Thread
@Anders. Ich sehe zwar deinen Punkt. Aber auch auf Passagierschiffen arbeiten hunderte bis tausende Menschen hart. Sie hätten im Falle einer schweren Havarie ebenso in Lebensgefahr geschwebt. Und natürlich ist der mediale Fokus ein anderer. Aber immerhin wurde die Hagland Captain ob ihres Einsatzes dort auch wiederholt erwähnt.
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Re: Unglücks-Thread
Zitat aus meinem post: "Ich vergesse nicht die Besatzung des Frischfleischtransporters, jedoch ..."Tim S. hat geschrieben: ↑Di 26. Mär 2019, 18:30 @Anders. Ich sehe zwar deinen Punkt. Aber auch auf Passagierschiffen arbeiten hunderte bis tausende Menschen hart. Sie hätten im Falle einer schweren Havarie ebenso in Lebensgefahr geschwebt. Und natürlich ist der mediale Fokus ein anderer. Aber immerhin wurde die Hagland Captain ob ihres Einsatzes dort auch wiederholt erwähnt.
Auf die Deutschen ist Verlass: sie sind dagegen
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Re: Unglücks-Thread
Darum hier noch ein Bericht mit einem beeindruckenden Video der Rettung der Crew der Hagland Captain. Vergessen wir nicht den fantastischen Einsatz aller Retter!
https://www.tu.no/artikler/kortslutning ... sen/461317
https://www.tu.no/artikler/kortslutning ... sen/461317