Schweröl "Unfall" vor Altona

mirkman
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von mirkman »

Globus hat geschrieben:
Ein Motor, der wochenlang mit Schweröl fährt, wird nicht plötzlich, 10 m vor der Pier, sauber.

Deswegen beginnen die ECAs auch nicht erst "10 m vor der Pier", sodass restliches Schweröl beim Einlaufen in einen Hafen größtenteils verbrannt ist. Kann schon sein, dass selbst dann nicht mit 100%igem MDO gefahren wird, aber es erfüllt die Auflagen.

Was die Strafen angeht, bin ich beim googeln auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag vom 24.9.2014 mit 23 Fragen an die Bundesregierung bezüglich der Einhaltung der Grenzwerte gestoßen. Habe dazu noch keine Antwort gefunden (weiß auch nicht, wie lange sowas dauert), würde mich aber auch interessieren. Hier der Link zum pdf:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... 2529,d.ZWU
Tim S.
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von Tim S. »

Globus
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von Globus »

mirkman hat geschrieben:
Globus hat geschrieben:
Ein Motor, der wochenlang mit Schweröl fährt, wird nicht plötzlich, 10 m vor der Pier, sauber.

sodass restliches Schweröl beim Einlaufen in einen Hafen größtenteils verbrannt ist. Kann schon sein, dass selbst dann nicht mit 100%igem MDO gefahren wird, aber es erfüllt die Auflagen.

Im Hafen wird nur sehr wenig Ifo verbraucht, da meistens nur noch per Schlepper manöriert wird. Die Menge, die verbraucht werden müßte, geht in die Tonnen. Es müssen sämtliche Leitungen, Vorwärmer, Einspritzpumpen usw mit MDO gefüllt sein. Und das sieht man an den Kraftstofftemperaturen (140 runter auf ca 30 Grad Celsius).
Auf der Elbe mindestens Umstellung bei Schulau. Da wackeln die Kolben der Einspritzpumpen und es gibt schöne Riefen.
mirkman
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von mirkman »

Momentan sind die Schwefelgrenzwerte in den ECA 1% und in europäischen Häfen 0,1%. Nun weiß ich nicht genau, wo in Hamburg der "europäische Hafen" beginnt, um mal beim aktuellen Thame zu bleiben. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass die gesamte Elbe dazuzählt, denn auch Cuxhaven, Brunsbüttel, Glückstadt etc. gehen wohl als Häfen durch. Das hieße, irgendwo vor Cuxhaven müsste umgestellt werden. Dass 30-40 Jahre alte Motoren damit Probleme haben, kann ich mir gut vorstellen, die neueren sollten das aber hinkriegen.
In 3 Monaten gelten auf der gesamten Nord- und Ostsee die 0,1%. Hat auch was gutes für die Motoren, dann muss weniger umgestellt werden.
Zuletzt geändert von mirkman am Mo 6. Okt 2014, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.
leichty
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von leichty »

Marpol VI Tier III
Eine Lösung, die allerdings für den Reeder eine Geldersparnis bedeuten würde wäre ein Dual-Fuel-Motor, brauchste halt einen Tank unter dem Deckshaus, was bei einem großen Containerschiff nicht so ein Problem darstellt, da der Motor ja unterm Schornstein steht.

Blöder weise ist LNG zumindest in Rotterdam halt BILLIGER (zumindest auf den Brennwert bezogen) als HFO, sodass dein I-Phone bei einer Umstellung garnicht teurer werden würde…

Und der Motor bleibt auch der selbe, lediglich die Einspritzung (Zylinderkopf) wird modifiziert.

Aber lieber baut der Traditionelle Reeder einen Schrubber an Bord, dann kann er wenigstens die Abwärme der Maschine nicht nutzen, verbraucht einen Haufen Platz und hat auch noch ein Gipslager an Bord. (oder er lässt eben Schwefelsäure ins Meer)
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Hamburch
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von Hamburch »

Globus hat geschrieben: Was das Schwesterblatt der Bildzeitung fachliches dazu schreibt, kann man getrost vergessen.
lch glaube, dass Du eine der renomiertesten Tageszeitungen Deutschlands mit extrem guter Experitse im Bereich Technik, die "Frankfurter Allgemeine" mit dem Springer(schund)blatt "Die Welt" verwechselt hast. Diese kann man wirklich getrost vergessen!
Gruß

Christian

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Globus
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von Globus »

Aber lieber baut der Traditionelle Reeder einen Schrubber an Bord, dann kann er wenigstens die Abwärme der Maschine nicht nutzen, verbraucht einen Haufen Platz und hat auch noch ein Gipslager an Bord. (oder er lässt eben Schwefelsäure ins Meer)[/quote]



Diesen Satz verstehe ich, auch nach 35 Jahren Seefahrt, nicht. Was ist "Schrubber" ? Warum kann er die Abwärme nicht nutzen?

Globus
leichty
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von leichty »

"Schrubber" ist eine Autokorektur meines Computers, Entschuldigung dafür…

Was ich schreiben wollte ist Scubber, welcher hier von meiner Freundin Wiki ganz gut erklärt ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Abgasentsc ... chifffahrt

Abwärme nutzen ist natürlich bei einem Waschen des Abgases mit Kalkmilch irgendwie nicht so gut drin, die Milch kühlt ja nun etwas...
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Globus
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von Globus »

Die Abwärme wird dann, wie jetzt auch, direkt hinterm Motor genutzt. Wo ist da das Problem??

Der Abgaskessel behält seine Berechtiung !!
heavyfuel
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Re: Schweröl "Unfall" vor Altona

Beitrag von heavyfuel »

@ leichty: Mit Verlaub, hast Du dich da nicht vertan? Den Scrubber schaltet man doch ganz ans Ende, nach dem Hilfskessel. Insofern geht keine Wärme verloren.

Zur Überschrift:
Mal eine Frage an die Zweitakt-Fahrer: Kann so eine Rußwolke denn überhaupt durch zu frühes Umschalten verursacht werden? Es gibt doch genügend Schiffe, die (noch) Pier-zu-Pier fahren ohne daß es Briketts regnet.
Ist das nicht eher Luftmangel, zum Beispiel Ausfall der Hilfsgebläse oder so?
Vielleicht auch nicht genug Wärme im Booster-Modul (Dampfventil noch zu?), sodaß die Viskosität weggelaufen ist?

Gruß
Viele Grüße
heavyfuel

...und immer eine Handbreit
Rum im Glas...
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