Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

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slowman
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von slowman »

Hallo,

ich bin jetzt nicht gerade aus dem hohen Norden, stelle mir aber die Frage warum man nicht diese Fährverbindung (Glückstadt) zur Not mit Staatsmitteln oder Landesbürgschaften als Entlastung ausbaut bevor man Geld in eine Verbindung steckt deren Rentabilität und Zukunftfähigkeit absolut ungeklärt ist?

Gruß
Chris

Christian Costa
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Christian Costa »

Ich bin der Meinung, dass es auf der Wischhafener Seite ein Naturschutzgebiet gibt, welches da Restriktionen verursacht...
MfG & bis neulich
Christian

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Lana-Kristin K.
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Lana-Kristin K. »

Moin,
auch wenn die Hoffnung auf eine Regelverbindung zwischen Brunsbüttel-Cuxhaven schon fast gegen Null geht, lese ich immer noch gern die immer selteneren gewordenen u. neueren Artikel die das Thema aufgreifen.
Hier nun ein Link der Cuxhavener Nachrichten vom 16.10.2019 der sich nicht hinter einer Bezahlschranke versteckt hatte.
https://www.cnv-medien.de/news/politik- ... etzen.html

Shuttle_F
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Shuttle_F »

Immer wieder die gleiche Leier: Schiffe laut „Expertenurteil“ unwirtschaftlich ..... hoffnungslose Versuche die sowieso zum Scheitern mussten.... der Staat muss ran um weitere „Experimente unfähiger Unternehmer“ zu unterbinden.... Wird das nicht langsam zur Farce? Jedermann weiss doch, dass wettbewerbsrechtlich ein staatlicher Eingriff in diesem Fall unzulässig ist. Zulässige Mittel, wie die vielzitierte Landesbürgschaft sind auch nicht geeignet um so ein Projekt nachhaltig aufzubauen, wie sich gezeigt hat.
Aber unterstellen wir mal das Unmögliche würde eintreten und irgendeiner Gesellschaft öffentlichen Rechts würden Mittel von +/- EUR 60Mill für den Bau von Fähren und den anschließenden Betrieb Cux-Brb zugeteilt: Wie sicher ist den die Zukunft derselben?

Ob mittels Superschiffe die Schiffbetriebskosten 50% günstiger sind und ein 60min Takt damit möglich wäre, macht in der Realität kaum Unterschied. Daran ist auch Elb-Link nicht gescheitert sowie auch nicht wirklich aufgrund des späten Starts. Die Hintergründe dafür waren völlig anders.... Nur sieht versteht offenbar niemand.

Es ist durchaus möglich diese Linie - ohne den Einsatz von Neubauten - profitabel zu betreiben. Wichtiger als alles Andere ist strikte Kostendisziplin und konsequente Einhaltung der Betriebsparameter, z.B. die Crew der jeweiligen Fähre übernimmt die Einweisung am Terminal, Automatisierter Ticketverkauf und Zugangskontrolle > 4 Mitarbeiter pro Hafenseite (2 / Schicht) = 8 total. Anm: Das war eine wesentliche Vorrausetzung des Geschäftsplans 2015, aber die Gesellschaftsinhaber beschlossen Ihrer ganzen Weisheit, dass man die teuren Automaten sparen kööne und dafür lieber 16 Mitarbeiter mehr einstellen sollte.
Preise dürfen nicht durch Gefälligkeitsrabatte oder Zweck-Kritik zerfressen werden... Kundentreueprogramme mit Freipassagen sowie Gewährung von freien Leistungen an Bord sind die richtigen Mittel. Aber: Die Preise bleiben stabil.

Diese und noch einige andere Bedingungen machen den Unterschied aus. 24 Monate muss man Anlaufsverluste in Kauf nehmen. Erst dann darf man mit Geschäftskunden mit höheren Volumen (DSV, BW, etc.) rechnen, da diese langfristig planen und sicher sein müssen, dass dieser Plan aufgeht.

slowman
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Registriert: Di 13. Aug 2019, 19:20

Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von slowman »

Hallo shuttle_F,

grundsätzlich gebe ich Dir Recht, aber acht Mitarbeiter für die Hafenabfertigung wird bei einem Betriebsmodell in zwei Schichten nicht reichen. Wenn Du zwei Mitarbeiter je Ufer pro Schicht einsetzt müssten die 8 Menschen 365 Tage im Jahr arbeiten. Urlaub, freie Ausgleichstage und Krankheit fielen quasi ins Wasser. Ich gehe einmal von 10 Mitarbeitern und entsprechend Aushilfen im Hafenbereich aus um dort ständig zwei Angestellte vorhalten zu können. Den Ticketverkauf könnte man vollständig wie von Dir beschrieben über Automaten im Bereich der Anleger, Internetseite und Apps bewerkstelligen. Verkauf von Snacks und Getränken an Bord könnte man über Automaten regeln oder die Gastronomie komplett an einen externen Dienstleister outscourcen.
Letztendlich ist es aber das Problem, dass man einen langen Atem nebst dem dazugehörigen finanziellen Polster benötigt bis eine solche Verbindung rentabel zu betreiben ist und sich ein Kundenstamm gebildet hat mit welchem man wenigstens in Schwachlastzeiten wie dem Winter eine "schwarze Null" schreibt. Die von Dir beschriebenen Kundenbindungsprogramme oder Boni gehören mit Sicherheit auch dazu.

gruß
Chris

Volker Landwehr
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Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Volker Landwehr »

Ich denke, im Januar 2019 haben sich die Spielregeln mit Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 15 kn zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel für Schiffe länger als 90 m grundlegend geändert.
Der Markt für in etwa passende mindestens 19 kn schnelle Fähren ist damit sehr viel kleiner geworden, falls überhaupt noch vorhanden. Nach dem Scheitern des Versuchs mit der Fanafjord wäre es für mich unverständlich, es noch einmal mit einer Fähre mit größerer Länge als 90 m zu versuchen. Die Gefahr, dass ein Versuchsbetrieb zu keiner dauerhaften Genehmigung führt, erscheint mir zu groß.

Aber was bleibt dann? Ich würde sagen Neubauten. Ich zweifle aber, dass sich dafür private Investoren finden lassen. Da die EU auch die staatliche Subventionierung von Regionalverkehren zulässt, sollte das auch für die Fährverbindung möglich sein. Aber ich sehe kein großes Interesse bei den beiden Städten und Ländern.
Gruß, Volker

Shuttle_F
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Registriert: Mo 11. Jun 2018, 19:44

Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Shuttle_F »

Moin Slowman, naja ich habe es ja leider hautnah erleben müssen, wie es kommt wenn die vereinbarten Mittel um diese grundlegenden Voraussetzungen zu schaffen, nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Genauso wenn im Vorfeld beschlossene operative Maßnahmen nicht umgesetzt werden.

Nehmen wir nur mal das "kleine" Beispiel "Einweiser am Terminal": Der Plan sah vor, dass zwei Decksleute der Fährcrew die Einweisung am Terminal durchführen nachdem die Einweisung durch Automatisierung (einteilung auf Tickets / Regelung mittels Schranken) in Auffahrspuren erfolgt wäre. Dann wären lediglich die Ticketschalter zu besetzen, falls die Gäste Hilfestellung brauchen oder irgendwas schief läuft. Nur wurden die Mittel für die Automatisierung (ca. TEUR 400) zurückgezogen und dazu weigerten sich die estnischen Seeleute diese Aufgabe zu übernehmen. Ergo: 41% mehr Personalkosten pro Monat im Landbetrieb.

Noch eins? Die Esten hatten versichert, dass deren Buchungssystem ein Portal für Frachtkunden bietet, was 24/7 für Dispositionen verfügbar wäre. Es war klar, dass keine große Logistikgesellschaft wegen Tickets oder Umbuchungen anruft, sondern die Abfahrten selber verwaltet. Zwar gab es eine gewisse Funktionalität hierzu, die aber erweitert und angepasst werden musste.... nur wurden diese Maßnahmen nie ernsthaft umgesetzt.

Auch zum Thema "Starttermin": Obwohl diese ganzen Hürden und offenen Baustellen bekannt waren, bestanden die Gesellschafter auf die unverzügliche Aufnahme des Betriebs, wobei wir auch vor der abflauenden Saison gewarnt hatten und auch eine Verschiebung empfohlen hatten. Nur konnte der Starttermin (zunächst 01 Sept 2015) erst Ende Juni 2015 festgelegt werden. Da waren alle Arbeitsverträge, Mietverträge etc. pp. schon wirksam.... Eine Rückabwicklung hätte die komplette Einstellung bewirkt.

Die Ergebnis dieser Verfehlungen sowie und viele anderer, egal ob durch estnische Einwirkung oder durch andere Dritte bewirkt, besiegelten das Schicksal des ersten Versuchs.

slowman
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Registriert: Di 13. Aug 2019, 19:20

Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von slowman »

Hallo Alex, Hallo Christian,

vielleicht sollte man es enfach differenzierter sehen und nicht pauschalisieren. Vielleicht erfahren wir ja noch, warum und von wem die Mittel für die landseitige Automatisierung gestrichen wurden oder auch warum die Esten sich weigerten die Landabfertigungen mit zu leisten. Letztendlich werden doch für ein solches Projekt it Sicherheit im Vorfeld Verträge und Prozessabläufe erstellt welche für alle Beteiligten bindend sind und in denen man, wie auch beispielsweise für den fehlenden oder nicht vollständigen LKW-Buchungsprozess Konventionalstrafen verhängt werden können falls irgendeine Regularie oder ein Vertragsbestandteil nicht eingehalten oder nur extrem verspätet eingehalten wird. Die Ausarbeitung entsprechender Verträge obliegt im Normalfalle dem Unternehmen und fehlerhafte Verträge sind nu einmal ein unternhemerischer Fehler.
Ich hatte ja implizit in einem anderen beitrag auch schon geschrieben dass man mit Sicherheit nicht finanziell auf knapper Kante genäht starten kann sondern ein Polster benötigt da es eben zeit benötigt um eine solche Verbindung zu etablieren. Nach den vergangenen Fehlversuchen wird dieser Zeitrahmen noch länger sein da das Vertrauen potentieller Kunden in die Verbindung erst einmal weg ist und man vorsichtig abwarten wird wie es bei einem erneuten Versuch läuft. Jetzt überstürzt und auf dünner Kante einen erneuten Versuch zu straten halte ich für gewagt, dann lieber abwarten bis ein Fundament und ein tragbares Konzept mit Finanzierung geschaffen ist. Im Zuge dessen müsste man auch erruieren was bei den abgelaufenen Anläufen schief gelaufen ist und auch wenn manche Probleme nicht in eigener Verantwortung lagen muss man doch im Konzept berücksichtigen wie mit solchen Dingen zukünftig umgegangen wird. Falls dies nicht gegeben ist sollte man die Finger davon lassen.

Gruß
Chris
Zuletzt geändert von Christian Costa am Mi 23. Okt 2019, 22:21, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit: Einen kleinen Teil des Threads musste ich löschen, daher ist hier die Anrede und der Bezug nicht ersichtlich. Aufgrund des Inhaltes, will ich diesen Beitrag aber stehen lassen

Garsvik
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Registriert: Fr 19. Nov 2010, 14:00

Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Garsvik »

Ich bin ja mit der Fähre einmal hin und her gefahren (ohne Auto). Das war eine lange Tour für eine Flussquerung, ein diffizil zu treffender Anleger in Cuxhaven, wenig Platz in Cuxhaven zur Aufstellung von PKW und LKW.

Also: Geld in die Hand nehmen für einen neuen Anleger nahe Cuxhaven (das neue Siemenswerk liegt in direkter Verbindung zur Autobahn am Elbufer, rundrum ist Pampa) . Da z.B..

Und natürlich schnelle Schiffe. Auch wenn "Slow Steaming" grad in ist. Das rentiert sich vermutlich auf absehbare Zeit nicht. Also muss die Politik die Verbindung wollen und irgendwie subventionieren ( irgendeine Lösung findet sich, so man wirklich will. Z.B. Elektrische Schiffe oder so).

Garsvik

Shuttle_F
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Registriert: Mo 11. Jun 2018, 19:44

Re: Elbfähre Cuxhaven - Brunsbüttel

Beitrag von Shuttle_F »

Nur leider ist so ein Anleger aufgrund bestehender Verordnungen nicht zu realisieren. Das war alles schon auf der Agenda.

Zum "Speed-Limit": Zunächst besteht nur ein Limit für 10kn für den Abschnitt Tn 119-125. Für Cuxhaven - Brunsbüttel sind 15kn erlaubt. Die Beschränkungen gelten für die Geschwindigkeit "durch Wasser" und nicht "über Grund". Da letztere wesentlich von der Gezeitenströmung abhängig ist (+/- 3-4 kn) und eigentlich auch die maßgebliche Größe ist, ist diese Auflage nicht ganz so kritisch zu bewerten. Immerhin kann man bei 15kn "durchs Wasser" plus Strömung im Bestfall noch ca. 16-18kn erreichen (ca. 50 min Fahrzeit).
Zwei andere Faktoren waren im Fall Elb-Link wesentlich störender: (a) die angewiesene Streckenführung über eine Distanz von ca. 15,5sm, wobei die direkte Strecke (diagonal über die Tonnenlinie) nur 12,1sm gewesen wäre. Die Schiffe mussten - auch wenn keinerlei Verkehr bestand - immer die längere Strecke befahren. (b) Manöverzeiten betrugen i.d.R. zwischen 7-15min beim Anlegen. Bei ungünstigen Bedingungen auch wesentlich mehr. Warum? Die Schiffe sollten entlang den (extra gerammten) Anlegedalben in die "Parkposition" einfahren, i.e. an die Dalben fahren und dann reinschlittern. Nur fehlte hierzu die erforderliche Abriebkante von 50cm aus Hartgummi mit Teflonbesatz. Obwohl alles spezifiziert war... Umgesetzt wurde es von den estnischen Betreibern nie. Somit wurden die Anlegemanöver zur Herausforderung. Fazit: 10% längere Strecke und erheblich längere Manöverzeiten (90-100min statt 75min), was der "Taktung" nicht wirklich zuträglich war und einen effektiveren Fahrplan behinderte. Plus 15-20 min pro Umlauf bedeutet den Wegfall von 1 - 2 weiteren möglichen Umläufen am Tag pro Schiff!!! Dies ist kaum zu kompensieren, auch wenn man unter voller Leistung fährt, was ggfs sowieso nicht mehr gestattet wäre.

Nun sieht es ja leider so aus, als würde dieses Thema sich erledigt haben. Dennoch nicht als Resultat jeglicher bekannten Annahmen... sondern aufgrund anderer Umstände.

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