Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Tim S.
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Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von Tim S. »

Shipspotter hat im Kiel- Fotothread letztens mit viel Mühe Betrachtungen zum Design von Kreuzfahrtschiffen eingebracht, die naturgrmäß an allen, die diesem Thread nicht folgen, vorbeigehen, und auch nicht mein persönliches Kernthema sind. Da es aber dennoch ohne Zweifel ein interessanter topic ist mit Diskussionspotential, stelle ich seine Einschätzungen hier mal als Zitat in der Hoffnung auf lebhafteres Echo nein.
Tim S.
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von Tim S. »

Shipspotter zur Queen Anne:
"Schön, dass das Wetter mitgespielt hat. Das erhoffe ich mir für nächstes Wochenende auch.

Was gibt's zur Queen zu sagen? Eigentlich schade, dass man (anders als bei der QM2) keine neue, aussergewöhnliches Form entwickelt, sondern sich an anderen Schiffen im Konzern orientiert. So war das bei der QE und QV ja auch schon.

Allerdings muss ich sagen, so übel sieht sie gar nicht aus. Die Koningsdam, auf der sie beruht, finde ich schon deutlich formschönener als die vorherigen Neubauten von HAL Eurodam usw.). Der schwarze (oder graue) Rumpf sieht ganz elegant aus und der rote Schornstein auch.

Sicher nicht vergleichbar mit den alten Queens wie die QE2 oder die Hong Kong/James Bond-Queen, aber dennoch finde ich sie durchaus ansehnlich.

Ein Schiff war mal in Kiel, das für mich optisch gar nichts hergab, das war die 'Arcadia' von P&O. Sie hatte damals nicht mehr den gelben, sondern schon den blauen Schornstein (der gelbe sah sowieso besser aus). Zudem hatte sie noch nicht den Union Jack. Ich meine, dass P&O den Schornstein von gelb auf blau geändert hat und das Schiff so auf Reisen geschickt hat - ohne Union Jack - kam so bei keinem anderen Schiff vor. Und das sah schon sehr langweilig aus. Der Union Jack macht viel aus.

Was gibt's sonst noch im Carnival-Konzern?
Costa: langweilige Form, und viel weiss. Die italienische Flagge ist eine gute Idee, aber nicht so gut umgesetzt wue bei P&O.
Carnival: der teilweise blaue Rumpf sieht prima aus, auch mit der Wellenform.
Princess: viel weiss, aber das blaue Princess-Logo war schon eine gute Idee
Seabourn: Hat man da in den letzten Jahren eigentlich am äusseren etwas geändert? Mir ist das nicht bewusst, aber zu diesen Yacht-ähnlichen Schiffen passt der helle Ton auch ganz gut. EDIT stimmt ja gar nicht, es gibt noch die beiden Expeditionschiffe. Die sehen ganz schick aus.
AIDA: das ist wohl das aussagekräftige und bekanntesten Äußeren, aber damit aus heutiger Sicht auch etwas langweilig.

Was ich mich frage: Sollte mit den Landesflaggen an den Schiffen von P&O/Costa an den aufkommenden Nationalismus und EU-Skepsis angespielt werden und ein politisches Statement gesetzt werden? Zeitlich passt das ja, und die Costa-Schiffe hatten vorher die Europa-Flagge am Rumpf!
Top"
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Tim S.
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von Tim S. »

Stephan Giesen: "Das Design von Renzo Piano mochte ich auch immer schon. Die Schwester CROWN PRINCESS habe ich lange begleitet. Von der Taufe (Umbenennung zu A'ROSA BLU) durch Iris Berben über mein zweites Seefahrtspraktikum an Bord bis hin zur Transformation zu AIDAblu. Später als OCEAN VILLAGE TWO ist sie mir auch immer mal wieder in der Karibik begegnet. Das Schiff bzw. die Schiffe hatten irgendwie Charakter und strahlten eine Persönlichkeit aus."
Tim S.
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von Tim S. »

Shipspotter:
"Ich denke, jede Generation hat schöne und weniger schöne Schiffe hervorgebracht, ohne das dass man das am Alter festmachen kann. Diese beiden Princess-Schiffe finde ich sehr gelungen, die etwa zeitgleich entstandenen Schiffe der Fantasy-Klasse absolut nicht. Demgegenüber sagen mir die optisch herausstechenden Schiffe der Edge-Klasse, die Schiffe von Virgin Voyages oder auch der Quantum-Klasse optisch zu, nicht aber z.B. die recht öden TUI-Kästen aus der selben Zeit. Oder man vergleichen mal die Schiffe der Radiance/Voyager/Freedom-Klasse mit den etwa gleichen alten Schiffen der Destiny-Klasse und was darauf folgte. Erstere finde ich durchaus ansehnlich, letztere ziemlich langweilig und wenig elegant."
Tim S.
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von Tim S. »

Tim S.:
"Ein interessantes Design, dss zur Entstehungszeit wohl futuristisch wirken sollte oder es tat. Und eigenwillig wie unverwechselbar ist, fast etwas flugzeugartig. In den 50ern wurde teils ja ähnlich designt, wenn es elegant sein sollte. Jenseits davon fehlten den Kreuzfahrtschiffen jener Generation das, was die heutigen prägt, die Balkone. So waren eine andere Geschlossenheit und Proportionen machbar. Dennoch ist es natürlich kein zeitloses Design, sondern lässt sich ganz gut eben genau da einsortieren, bevor es zum großen Umbruch von Technikpontons mit aufgesetzten Hotels kam."
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Stephan Giesen
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von Stephan Giesen »

Hm, interessantes, aber auch schwieriges Thema, da sehr subjektiv und stark vom eigenen Geschmack abhängig.

Meine Meinung dazu habe ich ja an diversen Stellen schon öfter kundgetan. Für mich gibt es einen deutlichen Cut so um die Jahrtausendwende. Bis dahin wurden aus meiner Sicht noch Schiffe gebaut, die über eine gewisse Individualität und auch für den Laien erkennbare Unterscheidungsmerkmale verfügten. Die QM2 ist für mich der letzte ansehnliche Neubau der jüngeren Zeit. Nahezu alles, was danach kam, ist für mich "Ware von der Stange" und spricht mich bis auf ganz wenige Ausnahmen optisch nicht ansatzweise an. Höchstens die schiere Größe beeindruckt mich noch. Bin ich früher, als ich noch im Rheinland wohnte, für eine QE2 oder NORWAY extra nach HH oder Bremerhaven gefahren, ist es heute schon ein nicht lohnenswerter Aufwand, mich für einen Kreuzfahrer mich ins Auto zu setzen, obwohl ich nun gegenüber von BHV und 1,5h von HH entfernt wohne.

Zwar waren früher auch nicht alle Cruiseliner schön und ansehnlich, aber sie waren individuell und meist einzigartig. Meine ewigen Favoriten sind und bleiben die QE2 (und nicht nur, weil ich 2x mit ihr gereist bin), NORWAY und CARONIA. Aber ich bekomme heute noch immer Gänsehaut vor Begeisterung, wenn ich einen meiner zahlreichen Bildbände über Kreuzfahrer hervorhole und darin blättere.

Folgend eine Auswahl meiner Bilder von Schiffen, die ich immer gerne gesehen habe (teils mit KI regeneriert):

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Mit maritimen Gruß

Stephan
Tim S.
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von Tim S. »

Ja, diese Auswahl zeigt in der Tat formschöne, meist elegante Schiffe, wobei die Mona Lisa ja als Kungsholm noch das ursprüngliche Design mit 2 Schornsteinen hatte, und ich fand sie ebenso wie die Gripsholm schon als Kind beeindruckend. Dennoch machte sie auch als Mona Lisa noch was her. Den meisten hier gezeigten Schiffen ist ja auch eigen der Schwung im Rumpf, der Kreuzerbug, was Schnittigkeit und Eleganz vermittelt. Die 80er-Schiffe waren da ja schon anders, also vom Design her sehe ich in den 60ern und 70ern wirklich einen Höhepunkt, auch im italienischen Schiffbau mit der Raffaello oder Michelangelo, aber auch die Hamburg (Maxim Gorkij) oder Hanseatic (Shalom) waren schön anzusehen, und eben auch einzigartig. Der italienische Schiffbau wusste natürlich auch in den 50ern - siehe Andrea Doria - zu überzeugen. Da wurde vollendet, was sich mit der Normandie z.B. in den 40ern schon angedeutet hatte. Auch im Handelsschiffbau - siehe Cap San-Klasse - wurde ja großer Wert auch auf Design gelegt.
Davon ist heute in der Tat nichts mehr übrig. Viele der alten Passagierschiffe waren ja auch nur bedingt Kreuzfahrtschiffe, sondern noch im Transatlantik-Verkehr z.B. eingesetzt. Die sich ändernden Zeiten und Bedürfnisse führten dann ja zu dem, was wir heute sehen. Die Kreuzfahrt, früher ein Luxusprodukt, ist heute, das meine ich jetzt nicht negativ, ein Massenartikel, und entsprechend werden große Hotels mit viel Enterntainmentangebot und Balkonkabinen auf einem schiffsähnlichen Körper, der Maschinen, Laderäume und Crewunterkünfte enthält, durch die Weltmeere geschippert. Individualität wird versucht, durch Farbgebgung zu überzeugen. Aber tatsächlich, wer könnte die Mein Schiffe, Aidas etc. pp. so schnell erkennen, wie das eben mit den Cunard-Linern, um nur ein Beispiel aufzugreifen, gelang. Nicht nur im Schiffbau ist die Unterordnung unter designfremde Kriterien ja umfassend geworden, siehe die auch aus nachvollziehbaren Gründen vorhandene Vereinheitlichkeit im Hausbau ("Klötzchen). Individualität ist kein Kriterium mehr, bzw. ist anderes wichtiger. Aber so fällt es mir persönlich auch schwer, die Ästhetik moderner Kreuzfahrtschiffe zu differenzieren. Es sind eben fahrende Hotels mit inneren Werten.
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von shipspotter96 »

Eine "Wende" um die 200er kann ich nicht erkennen. Klar, es gab auch früher schöne Schiffe, genauso sehe ich aber auch langweilige Schiffe mit wenig Individualität. Die Carnival Tropicale? Oder die Holiday-Klasse? Die finde ich recht langweilig. Allerdings finde ich die Carnival-Schiffe aus Italien ab 1996 auch nicht besser. Die Schiffe der Voyager/Freedom/Radiance- oder Quantum-Klasse (Baujahr 1999 bis 2021) gefallen mir da deutlich mehr. Allerdings will ich auch nichts gegen due 'Eugenio C' oder 'Maxim Gorkiy' sagen..
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von shipspotter96 »

Stephan Giesen hat geschrieben: Di 11. Aug 2026, 12:06 Bin ich früher, als ich noch im Rheinland wohnte, für eine QE2 oder NORWAY extra nach HH oder Bremerhaven gefahren, ist es heute schon ein nicht lohnenswerter Aufwand, mich für einen Kreuzfahrer mich ins Auto zu setzen, obwohl ich nun gegenüber von BHV und 1,5h von HH entfernt wohne.
Dazu fällt mir was ein. Ich weiss gar nicht, wie da der aktuelle Stand ist. Kommt die Jungfrau am 24. August eigentlich nach HH? Ich meine, gelesen zu haben, der Anlauf sei abgesagt worden. Cruisegate nennt den Anlauf der 'Valiant Lady' am 24. August. Da werde ich auf jeden Fall vor Ort sein, so ein ungewöhnliches Schiff bekommt man nicht alle Tage zu sehen.

Aber was interessiert mich die 'Costa Fascinosa' oder 'AIDAblu'?

Wobei ich aber denke, für ein Schiff wie die 'Carnival Paradise' , obwohl ich die eigentlich langweilig finde, würde ich die Fahrt nach HH oder Warnemünde auch auf mich nehmen. So ein Schiff bekommt man in unseren Breiten selten zu sehen, und wer weiss, wie lange die überhaupt noch unter uns weilen.

https://www.cruisegate-hamburg.de/schiffe/valiant-lady/

Aber 80 Kilometer nach HH sind auch nicht die Welt. Kollegen von mir aus dem Referendariat sind ein mal pro Woche von Hamburg mit dem Auto nach Kiel zur AG gefahren (anscheinend gab's hier keine preiswerte Wohnung).
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Re: Design von Kreuzfahrtschiffen im Wandel der Zeit

Beitrag von shipspotter96 »

Ein weiterer Aspekt, der eine Rolle spielt, ist die Anzahl an Schiffen. Während früher, so meine Wahrnehmung, viele Schiffe Unikate blieben (United States, France, Hamburg, QE2, um mal ein paar Beispiele zu nennen), wird heute sehr oft zigfach das selbe Schiff gebaut. Die Schiffe von Carmival/Costa von 1996 bis 2020 sehen doch im Grunde alle gleich aus). Und das macht sie auch alle langweilig.

Wie würde z.B. die 'Maxim Gorkiy' aufgenommen werden, wenn davon über einen Zeitraum von 30 Jahren 25 (leicht abgewandelte) Einheiten gebaut worden wären?

Ich finde z.B. die 'Viking Star und ihre Schwestern' eigentlich optisch gelungen. Aber grob geschätzt 20 mal das gleiche Schiff bauen? Dadurch geht die Individualität verloren.
Wobei dann ja ausgerechnet die ach so hässliche 'Norwegian Epic' doch ein Unikat ist. Es gibt natürlich auch Ausnahmen (die Marco Polo fällt mir da ein).

Von den modernen Schiffen sehr gelungen finde ich übrigens auch die Ponant-Schiffe.
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